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Feuerwehr sicher: Israel legt im Libanon absichtlich Waldbrände

Aaron Studer
Aaron Studer

Libanon,

Anwohner und Feuerwehrleute schlagen Alarm: Sie werfen dem israelischen Militär vor, im Süden Libanons gezielt Brände zu legen.

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Feuerwehrleute und Anwohner im Süden des Libanons werfen dem israelischen Militär (im Bild Armeechef Eyal Zamir) vor, gezielt Waldbrände zu legen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Süden des Libanons werfen Feuerwehrleute und Anwohner dem israelischen Militär vor, gezielt Waldbrände zu legen.
  • Betroffene sprechen von einem «Ökozid».
  • Umweltschützer warnen vor Schäden an Ökosystemen und Lebensgrundlagen.

Feuerwehrleute, Anwohner und Umweltorganisationen im Süden Libanons erheben schwere Vorwürfe gegen das israelische Militär: Sie sagen, das Land lege gezielt Waldbrände.

Laut einem Bericht des «Guardian» sollen dafür unter anderem Leuchtfackeln abgeworfen, Drohnen eingesetzt und Phosphorgranaten verschossen werden.

Hussein Fakih, Leiter des Zivilschutzes in der libanesischen Region Nabatieh, beschreibt die Lage als alarmierend. Demnach würden Drohnen brennbare Materialien abwerfen, während Leuchtfackeln gezielt Pflanzen entzünden.

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Die NASA-Fire-Map zeigt die Brände im Süden Libanons der letzten sieben Tage. - firms.modaps.eosdis.nasa.gov

«Die meisten unserer Einsätze haben inzwischen mit Bränden zu tun. Riesige Waldflächen sind bereits zerstört.» Er habe keine exakten Zahlen. Aber «in Gebieten nahe der Frontlinie sind etwa 30 bis 40 Prozent des Landes betroffen», sagt er.

Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah trat am 17. Juni in Kraft. Seither dokumentieren Ersthelfer und Augenzeugen laut der Zeitung beinahe täglich neue Brände.

«Sie haben direkt nach dem Waffenstillstand damit begonnen – seither gibt es jeden Tag Brandbomben», so Fakih.

Feuerwehrleute kämpfen gegen Flammen und Drohnen

In der Nähe von Khiam, unweit der Grenze zu Israel, sollen israelische Drohnen Leuchtfackeln in bewaldete Gebiete abgeworfen haben. Als Feuerwehrleute eintrafen, schlug eine Drohne in ihrer Nähe ein – Der Einsatz musste abgebrochen werden.

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Einsätze müssen wegen Drohnenbeschuss abgebrochen werden. - keystone

Feuerwehrleute müssen ihre Einsätze mit der libanesischen Armee koordinieren. Diese leitet die Anfragen an eine sogenannte Deeskalationsgruppe weiter, der auch das israelische Militär angehört.

Die Genehmigung, Brände zu löschen, erhielten die Ersthelfer laut dem «Guardian» nur an zwei von mehreren betroffenen Orten.

Das israelische Militär äusserte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Umweltorganisationen sprechen von systematischer Zerstörung

Hisham Younes, Gründer der Naturschutzorganisation «Green Southerners», ordnet die Brände in einen grösseren Zusammenhang ein. Die betroffenen Wälder seien alte Ökosysteme.

«Es handelt sich um lang etablierte Wälder, geprägt von produktiven Steinkiefern und Eichen. Sie erfüllen zentrale ökologische Funktionen. Zudem ist die Region ein wichtiger Durchgangs- und Rastplatz für Zugvögel», sagt er.

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Younes spricht von einem «Ökozid». - keystone

Younes spricht von «Ökozid», also der gezielten und grossflächigen Zerstörung von Natur und Umwelt. Dahinter sieht er ein klares Muster: «Es geht nicht um ein einzelnes Feuer oder einen Angriff, sondern um systematische Zerstörung.»

Die Angriffe schwächten die Ökosysteme und gefährdeten zugleich die Lebensgrundlagen der Menschen in der Region.

Das israelische Militär erklärte in der Vergangenheit, die Hisbollah nutze bewaldete Gebiete als Deckung für Kämpfer und unterirdische Tunnel. Die Angriffe wurden entsprechend militärisch begründet.

Bewohner verlieren Olivenhain und Kulturerbe

Am 1. August fanden Bewohner des Grenzdorfes Yaroun ihren Olivenhain in Flammen.

Hafez Ghasham, der Bürgermeister, schildert der Zeitung, wie die letzten verbliebenen Bäume verbrannten. «Sie hatten das ganze Dorf bereits dem Erdboden gleichgemacht. Dann setzten sie die Bäume in Brand.»

Von rund 900 Häusern stehen noch etwa zwanzig. Während ihrer Vertreibung kauften die Dorfbewohner teure Satellitenbilder, um den Zustand ihres Dorfes zu verfolgen.

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Das zerstörte Dorf Yaroun im Süden Libanons. - keystone

«Viele dieser Bäume wurden von unseren Grosseltern und Eltern gepflanzt. Sie haben einen grossen emotionalen Wert und waren zugleich eine wichtige Einkommensquelle», sagt Ghasham.

«Sie versuchen, das Land unbewohnbar zu machen. Sie löschen unsere Geschichte, unsere Kultur und unsere Erinnerungen.»

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Kommentare

User #4912 (nicht angemeldet)

Von dieser Regierung kann man nicht mehr erwarten. Völkermord, Brutalität sondergleichen, Missachtung jeglicher Regeln, Landhaus........ Und die glauben, sie hätten das Recht dazu. Und die ganze Welt schaut zu und schweigt. Wie tief sind wir gesunken?

User #2578 (nicht angemeldet)

Wieso darf ich nicht die Apartheid in Israel kritisieren?

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