Libanon: Bewohner eines Orts sollen fliehen - neue Angriffe
Israels Armee hat erstmals seit der Verkündung einer neuen Waffenruhe im Konflikt mit der libanesischen Hisbollah-Miliz im Juni wieder einen Fluchtaufruf für die Bewohner eines Orts im Südlibanon veröffentlicht.

Im Anschluss meldete das israelische Militär «präzise Angriffe im Südlibanon». Grund sei ein «eklatanter Verstoss gegen das Waffenruhe-Abkommen durch die Hisbollah». Wo und was genau angegriffen worden sei, sagte die Armee zunächst nicht. Auch über das Ausmass der Angriffe war zunächst nichts bekannt.
Das israelische Militär hatte zuvor die Menschen im Dorf al-Mansuri nahe der Küstenstadt Tyrus dazu aufgefordert, sich mindestens einen Kilometer nördlich des Orts zu begeben. Israels Armee müsse wegen des Verstosses gegen das Abkommen mit aller Härte gegen die vom Iran unterstützte Miliz vorgehen. Details über das konkrete Vergehen der Hisbollah wurden zunächst nicht genannt.
Augenzeugen in der Gegend sagten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass Bewohner den Ort in Richtung Tyrus verlassen hätten. In al-Mansuri sei nach dem Fluchtaufruf Panik ausgebrochen.
Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, Teile von al-Mansuri seien unter israelischer Kontrolle. Die Hisbollah und die libanesische Regierung bezeichnen eine von Israel einseitig verfügte «Sicherheitszone» im Südlibanon als völkerrechtswidrige Besetzung. Das Gebiet umfasst rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes.
Zwischen der Hisbollah und Israel gilt seit dem 19. Juni eine neue Waffenruhe. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen haben sich seitdem die Kampfhandlungen verringert. Israels Armee greift aber weiterhin im Südlibanon an, um eigenen Angaben zufolge gegen Bedrohungen durch die Hisbollah für die eigenen Soldaten vorzugehen.
Nach jahrzehntelangem Kriegszustand hatten sich Israel und die libanesische Regierung Ende Juni auch auf einen Weg zu Frieden und Sicherheit geeinigt. Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung jedoch ab.










