Ermittlungen wegen illegaler Überwachung von Brasiliens Geheimdienst

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Brasilien,

    Eine kriminelle Gruppe soll im brasilianischen Geheimdienst Parallelstrukturen aufgebaut haben. Personen und Behörden wurden so illegal überwacht.

    Brasilien
    Ein schwer bewaffneter Polizist in Sao Paulo. (Symbolbild) - keystone

    Brasiliens Bundespolizei ermittelt gegen eine kriminelle Organisation innerhalb des brasilianischen Geheimdienstes, die illegal Behörden und Personen überwacht haben soll. In mehreren Städten seien 21 Durchsuchungsbeschlüsse und Beschlagnahmungen durchgeführt worden, teilte die Bundespolizei am Donnerstag mit. Sieben Beamte der Bundespolizei seien sofort suspendiert worden.

    Die Beweise deuteten darauf hin, dass die kriminelle Gruppe eine «Parallelstruktur» innerhalb des Geheimdienstes (Abin) geschaffen habe. Die Instrumente und Dienste des staatlichen Nachrichtendienstes seien für illegale Handlungen genutzt worden. Es seien Informationen «für politische und mediale Zwecke, zur persönlichen Bereicherung und sogar zur Einmischung in die Ermittlungen der Bundespolizei» produziert worden, teilte die Bundespolizei mit.

    Ermittlungen auch gegen einen Bolsonaro-Vertrauten

    Laut dem Nachrichtenportal «G1» soll sich unter den Personen, gegen die ermittelt wird, sogar der ehemalige Geheimdienstchef und jetzige Abgeordnete Alexandre Ramagem befinden. Er hatte die Behörde während der Amtszeit von Ex-Präsident Jair Bolsonaro geleitet. Ramagem stehe der Familie Bolsonaros nahe, hiess es.

    Dem Bericht zufolge wird auch untersucht, ob politische Gegner Bolsonaros ausspioniert worden seien. Es bestehe der Verdacht, dass der Geheimdienst während der Amtszeit Bolsonaros eine Software zur illegalen Überwachung von Behörden, Gouverneuren und sogar Mitgliedern des Obersten Gerichtshofs eingesetzt habe, hiess es demnach. 30 000 Brasilianer seien betroffen gewesen, berichtete «G1» unter Berufung auf den Generaldirektor der Bundespolizei.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Lula
    12 Interaktionen
    Brasilien

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    211 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Blumenstein BE
    Blumenstein BE
    Gossau SG
    Gossau SG

    MEHR AUS BRASILIEN

    Lula und Bolsonaro-Sohn müssen in Stichwahl.
    1 Interaktionen
    Wahl in Brasilien
    Brasilien Wahl
    39 Interaktionen
    Brasilien-Wahl