Berichte: Verletzte nach Siedler-Angriff im Westjordanland
Die israelischen Siedler haben laut Angaben Häuser und Autos in Brukin in Brand gesetzt. Dabei wurden acht Menschen verletzt.

Im Westjordanland haben israelische Siedler palästinensischen Anwohnern und Medien zufolge in der Nacht ein Dorf im Nordwesten angegriffen. Sie setzten in Brukin fünf Häuser und fünf Autos in Brand, wie Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur sagten. Der Rote Halbmond meldete, acht Menschen seien wegen leichter Brandverletzungen behandelt worden.
Die israelische Zeitung «Haaretz» meldete, Dutzende Siedler seien in das Dorf eingedrungen. Eine Sprecherin der israelischen Armee teilte auf Anfrage mit, das Militär habe Berichte über den Vorfall erhalten. Einsatzkräfte seien daraufhin nach Brukin gekommen, die Verdächtigen jedoch bei deren Ankunft geflüchtet.
Berichte über Verletzte seien dem Militär bislang nicht bekannt. Der Vorfall werde untersucht. Ein Einwohner des Orts soll in der vergangenen Woche bei einem Anschlag in der Gegend eine hochschwangere Israelin aus einer nahegelegenen Siedlung getötet haben.
Mutmasslicher Täter von letzter Woche getötet
Ärzte kämpften auch um das Leben ihres Babys. Der Ehemann der 30-Jährigen wurde ebenfalls verletzt. Nach Medienberichten war das Paar im Auto unterwegs zur Geburt im Spital, als der Palästinenser das Feuer auf sie eröffnete. Israels Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe den mutmasslichen Täter getötet.
Anwohnern zufolge war das israelische Militär nach dem Anschlag neun Tage in Brukin im Einsatz. Der Siedlerangriff erfolgte den Angaben nach dann kurz nach dem Abzug des Militärs aus dem Ort.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg verschärft.
Seitdem wurden dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen von Extremisten mehr als 920 Palästinenser getötet. Zugleich gibt es verstärkt Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen palästinensische Zivilisten.