Norwegen bereitet sich auf russischen Angriff vor
Die Kola-Halbinsel beherbergt einen grossen Teil des russischen Atomarsenals – und liegt direkt vor Norwegens Haustür.

Das Wichtigste in Kürze
- Norwegen bereitet sich auf einen möglichen Angriff aus Russland vor.
- Der Grund dafür ist die russische Kola-Halbinsel nahe der norwegischen Grenze.
- Ein erheblicher Teil des russischen Atomarsenals ist auf der Halbinsel stationiert.
Eine 200 Kilometer lange Landesgrenze teilen sich Norwegen und Russland. Viel los ist dort oben im hohen Norden normalerweise nicht – noch nicht.
Doch nun äussert sich General Eirik Kristoffersen (56) gegenüber dem britischen «Guardian» besorgt: Der Chef der norwegischen Streitkräfte schliesst nämlich einen russischen Übergriff in der Region nicht aus.
Norwegen bereitet sich darum schon auf ein mögliches Angriffsszenario vor.
Der Grund? Die Kola-Halbinsel. Denn diese liegt im Nordwesten Russlands – ganz nahe an der Grenze zu Norwegen. Und beherbergt einen beträchtlichen Teil des russischen Atomarsenals.
Darunter Atom-U-Boote, landgestützte Raketen und atomwaffenfähige Flugzeuge. Diese wären von entscheidender Bedeutung, wenn Russland an anderer Stelle in einen Konflikt mit der NATO geraten sollte.
Gleichzeitig betont Kristoffersen, dass Norwegen und Russland weiterhin direkten Kontakt pflegen – etwa bei Such- und Rettungsmissionen in der Barentssee. Auch regelmässige Treffen von Militärvertretern an der Grenze fänden weiterhin statt.
Russen können USA nur mit Atomwaffen bedrohen
«Wir betrachten eine Landnahme Russlands als Szenario, um dessen eigene nukleare Schlagkraft zu sichern. Das ist das Einzige, womit sie die USA ernsthaft bedrohen können», so der Norweger.
Auf die USA selbst ist Kristoffersen derzeit nicht besonders gut zu sprechen – genauer gesagt auf deren Präsidenten.
Denn US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt in einem Fox-News-Interview mit abfälligen Äusserungen über die Nato-Truppen in Afghanistan für Aufruhr gesorgt. Er spielte zudem die Rolle der Nato-Partner im Afghanistan-Krieg massiv herunter.
Trump behauptete: Die USA hätten das Verteidigungsbündnis nie gebraucht. Mehrere Nato-Staaten wären «etwas abseits der Frontlinien» geblieben und hätten sich «zurückgehalten».
Das kam in Grossbritannien, Deutschland und Dänemark gar nicht gut an. Selbst Prinz Harry schoss scharf gegen den US-Präsidenten.
Kristoffersen war selbst in Afghanistan: «Habe Trump nie gesehen»
Kristoffersen hat selbst mehrfach in Afghanistan gedient und positioniert sich im Gespräch mit dem «Guardian» klar: «Ich habe Trump nie in Afghanistan gesehen. Er hat keine Ahnung, wovon er spricht. Mich hat das nicht direkt getroffen. Aber meine Sorge gilt den norwegischen Veteranen und den Familien der Soldaten, die wir verloren haben.»
















