Bei Hitze: Sitzen wir in der Arbeitspause bald im Kühlschrank?

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Japan,

Ein japanisches Unternehmen hat eine Kühlkabine entwickelt, die den menschlichen Körper innerhalb von zehn Minuten vollständig abkühlen soll.

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Diesen begehbaren Kühlschrank gibt es seit kurzem bei einer japanischen Firma zu kaufen. - Youtube/@trusco1101

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein begehbarer Kühlschrank könnte in Japan bald Klimaanlagen ersetzen.
  • Die Erfindung wurde kürzlich von einem japanischen Unternehmen vorgestellt.
  • Sie soll den menschlichen Körper in kürzester Zeit vollständig abkühlen.

Die Schweiz erlebte in diesem Jahr einen besonders heissen Sommerstart mit mehreren Hitzewellen. Und es kühlt kaum ab: Bereits die nächste Hitzewelle steht bevor, sie soll Anfang nächster Woche starten.

Auch in Japan kommt es seit Jahren immer wieder zu extremen Hitzewellen. Auch aktuell ist es in einigen Regionen glühend heiss: Am Mittwoch wurden an vier Messstationen über 40 Grad Celsius gemessen.

Der japanische Industrieausrüster Trusco Nakayama bietet nun eine kuriose Lösung für das Hitze-Problem: Ein begehbarer Kühlschrank, der den menschlichen Körper innerhalb kurzer Zeit spürbar abkühlen soll.

Durch das Gerät sollen Unternehmen die strengen Regeln zum Hitzeschutz an Arbeitsplätzen besser einhalten können. Konkret ist von Beschäftigten auf Baustellen, in Fabriken und Lagerhallen die Rede.

So funktioniert der Kühlschrank für Menschen

Die Kühlkabine bietet Platz für eine Person und soll in einer zehnminütigen Arbeitspause ideal genutzt werden können, so das Unternehmen. Während dieser Zeit strömt rund fünf Grad kalte Luft auf Kopf, Nacken, Schultern und Rücken des Benutzers.

Bereits nach fünf Minuten spüren Nutzer gemäss Herstellerangaben die Abkühlung. Nach 20 Minuten schaltet die Maschine automatisch ab, um eine zu starke Abkühlung des Körpers zu vermeiden.

Die Installation des Gerätes ist simpel. Ein einfacher 100-Volt-Stromanschluss, wie er in Japan üblich ist, genügt, um die Kabine zu betreiben. Zudem sollte die Maschine sowohl hinten als auch auf den Seiten 20 Zentimeter Freiraum für die warme Abluft haben.

Die Kühlbox kostet so viel wie ein Kleinwagen

Was nach einer angenehmen Pausenbeschäftigung klingt, hat jedoch auch Nachteile. So wiegt die Maschine fast 300 Kilogramm und ist mit rund zwei Metern Höhe ziemlich sperrig. Immerhin: Das Gerät ist mit Rollen versehen und lässt sich so leicht verschieben.

Hinzu kommt der stattliche Preis von umgerechnet rund 7'500 Schweizer Franken. Allerdings spricht das Unternehmen von Betreibungskosten von 16 Yen pro Stunde, was umgerechnet knapp einem Rappen entspricht. Somit ist der Betrieb der Kühlbox äusserst kostengünstig.

Auch in der Schweiz gibt es innovative Ansätze

An der Hochschule Luzern (HSLU) arbeitet man ebenfalls an einer Alternative zu herkömmlichen Kühlvarianten. Urs-Peter Menti, Leiter des Instituts für Gebäudetechnik und Energie IGE an der HSLU, sieht in der Bettenkühlung eine «valable Option».

An der HSLU sei bereits ein erster Prototyp dafür entwickelt worden. Er erklärt: «Das gekühlte Bett funktioniert mit Aussenluft, die über einen Schlauch von aussen zum Bett geführt wird.»

Die Luft werde in eine dafür konzipierte Bettdecke geblasen, was bei Versuchspersonen zu einer sehr angenehmen kühlenden Wirkung geführt habe.

Der Kühlschrank für Menschen kommt zum richtigen Zeitpunkt

Gemäss der «Japan Times» will die japanische Regierung die Zahl der jährlichen Hitzetoten auf unter 1000 reduzieren. Aktuell gibt es pro Jahr über 1500 Hitzetote. Für Arbeiten bei hohen Temperaturen müssen Arbeitgeber seit Juni 2025 deshalb strengere Vorschriften einhalten.

Würdest du dir einen begehbaren Kühlschrank am Arbeitsplatz wünschen?

Dazu gehören feste Melde- und Notfallabläufe für Arbeiten bei einer Lufttemperatur ab 31 Grad. Dies gilt, sofern die Tätigkeit über eine Stunde am Stück oder insgesamt über vier Stunden am Tag dauert.

Kommentare

User #4295 (nicht angemeldet)

Industrie-Schockfroster gibt es bereits ab 6'000 Franken. - 20 Sekunden bei -40°C reichen aus. Maximale Zeitersparnis!

User #3351 (nicht angemeldet)

Jeder der arbeiten geht, checkt eh nichts. In und aus dem Kühlschrank. Gibt es gekühlte Hamsterräder?

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