Die Regierung im westafrikanischen Mali verbietet den Aufenthalt ausländischer Soldaten auf einem Teil des Flughafens in der Hauptstadt Bamako, auf dem sich auch ein UN-Stützpunkt befindet. Das schrieb das Verkehrsministerium in einer Mitteilung, die am Dienstag bekannt wurde. Das Verbot der «Aufnahme und Unterbringung» ausländischer Soldaten richtet sich demnach gegen das Unternehmen «Sahel Aviation Services», auf dessen Betriebsgelände sich ein Stützpunkt der Vereinten Nationen befindet. Dort sind auch Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Friedensmission Minusma im Einsatz.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Sämtliche ausländische Soldaten müssten innerhalb von 72 Stunden die Örtlichkeiten der Firma «SAS» verlassen, hiess es weiter.

Sämtliche ausländische Soldaten müssten innerhalb von 72 Stunden die Örtlichkeiten der Firma «SAS» verlassen, hiess es weiter.

Das Unternehmen verstosse gegen vertragliche Vereinbarungen und gefährde damit die Sicherheit Malis. Ob das Verbot praktisch die Auflösung des UN-Stützpunktes bedeutete, war zunächst nicht klar. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte, Kenntnis von dem Schreiben an «SAS» zu haben. Welche Auswirkungen es auf den Bundeswehreinsatz in Mali habe, würde nun vom Einsatzführungskommando geprüft.

Am Mittwoch wollte der Verteidigungsausschuss in Berlin über die aktuelle Lage in Mali beraten. Unter der Militärregierung von General Assimi Goita nahmen die Spannungen mit den Staaten wie Deutschland, die sich an der UN-Mission beteiligen, zuletzt deutlich zu.

Ein Soldat aus Mali geht nimmt Schutz während eines Feuergefechts.
Ein Soldat aus Mali geht nimmt Schutz während eines Feuergefechts. - Keystone

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als äusserst instabil. In Teilen des Landes sind auch islamistische Terrorgruppen aktiv.

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