Hinrichtung

    Verboten: 19-Jährige will bei Hinrichtung ihres Vaters dabei sein

    Julian Blatter
    Julian Blatter

    USA,

    Die 19-jährige Khorry Ramey will ihrem Vater beim Sterben zusehen. Das Gesetz im US-Bundesstaat Missouri verbietet das. Ramey will vom Gericht nun Erlaubnis.

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    Eine Hinrichtungskammer in den USA (Archivbild). - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine 19-jährige US-Amerikanerin möchte bei der Hinrichtung ihres Vaters dabei sein.
    • Im Bundesstaat Missouri ist ihr das allerdings untersagt. Sie müsste dafür 21 sein.
    • Sie bittet nun vor Gericht um Erlaubnis. Das sei für sie selbst und ihren Vater wichtig.

    Die 19-jährige US-Amerikanerin Khorry Ramey möchte der Hinrichtung ihres Vaters beiwohnen. Aber sie darf nicht. Im Bundesstaat Missouri ist dies allen Personen unter 21 Jahren untersagt. Ramey bittet nun ein Bundesgericht, an der Hinrichtung teilnehmen zu dürfen.

    Ihr Vater sei «die wichtigste Person in meinem Leben», heisst es in der Erklärung der 19-Jährigen. «Wenn mein Vater im Krankenhaus im Sterben läge, würde ich an seinem Bett sitzen, seine Hand halten und bis zu seinem Tod für ihn beten», wird sie von der Nachrichtenagentur AP zitiert.

    Die Hinrichtung sei für sie ein notwendiger Teil des Trauerprozesses. Den Eilantrag hat Ramey zusammen mit einer Bürgerrechtsorganisation am Montag eingereicht. Das Gesetz, das Personen unter 21 Jahren die Teilnahme an Hinrichtungen verbietet, sei verfassungswidrig, heisst es darin.

    Vater soll am 29. November hingerichtet werden

    Der zum Tode verurteilte Häftling ist 37 Jahre alt. Kevin Johnson hatte 2005 – im Alter von 19 Jahren – einen Polizisten erschossen. Damals war seine Tochter gerade einmal zwei Jahre alt.

    Johnson soll laut AP am 29. November durch die Giftspritze getötet werden.

    Ob die Hinrichtung auch vollstreckt wird, ist derzeit unklar. Die Anwälte Johnsons haben Berufung eingelegt. Sie zweifeln keinesfalls an der Schuld ihres Mandanten, wollen aber zumindest die Todesstrafe abwenden.

    Der Verteidigung zufolge soll Rassismus beim Todesurteil eine Rolle gespielt haben. Johnson ist schwarz – sein Opfer war weiss. Auch wegen Johnsons Alter zur Tatzeit fordern die Anwälte ein neues Urteil. US-Gerichte seien dazu übergegangen, jugendliche Straftäter nicht mehr hinrichten zu lassen.

    Die Generalstaatsanwaltschaft argumentiert hingegen, dass die Hinterbliebenen «lange genug auf Gerechtigkeit gewartet» hätten. Mit jedem verstrichenen Tag würde ihnen die Chance genommen, endlich mit ihrem Verlust abzuschliessen.

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