Neue Hinrichtung im Iran nach Spionagevorwürfen
Irans Justiz hat erneut einen Mann nach Spionagevorwürfen hingerichtet.

Wie das Justizportal «Misan» berichtete, sei dem Mann vorgeworfen worden, Personen für den israelischen Geheimdienst angeworben zu haben. Das Urteil sei nach Bestätigung durch den Obersten Gerichtshof durch Erhängen vollstreckt worden.
Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen sprach hingegen von einem 34-jährigen ehemaligen Sportler und politischen Gefangenen. Der aus der iranischen Stadt Ardabil stammende Mann habe eigentlich in der Türkei gelebt und sei während einer Reise im Irak von iranischen Sicherheitskräften festgenommen worden.
Die Organisation kritisierte, er habe keinen Zugang zu einem Anwalt seiner Wahl gehabt. Das Gerichtsverfahren sei intransparent verlaufen. Sein Bruder sei ebenfalls im Iran inhaftiert, hiess es in dem Bericht von vergangener Woche weiter.
In den vergangenen Monaten wurden wiederholt Männer hingerichtet, denen Irans Justiz eine Verbindung zum israelischen Geheimdienst vorwirft. Zudem hält eine Hinrichtungswelle in Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar weiter an.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete von mindestens 2.159 Hinrichtungen im Iran im vergangenen Jahr – einem neuen Höchstwert seit 1981. In der Islamischen Republik werde die Todesstrafe zur politischen Unterdrückung und Einschüchterung der Bevölkerung angewandt, schrieb die Organisation vergangene Woche in einem Bericht.














