Hughes meldet Insolvenz an und plant Neuausrichtung
Die Insolvenz von Hughes Satellite Systems soll der Satelliten-Internet-Sparte von EchoStar eine Neuaufstellung ermöglichen.

Die Satelliten-Internet-Sparte von EchoStar hat in den USA Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt. Hughes Satellite Systems will das Verfahren für eine finanzielle und operative Restrukturierung nutzen.
Wie «Heise» berichtet, stellte das Unternehmen den freiwilligen Antrag beim Insolvenzgericht im südlichen Bezirk von Texas. Hughes strebt dabei eine geordnete Neuaufstellung seiner Geschäftsbereiche an.
Der Antrag erfolgte nach finanziellen Belastungen und sinkenden Kundenzahlen im Breitbandgeschäft. Zuletzt standen Schuldenzahlungen in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar an.
Wettbewerb durch Starlink setzt Hughes unter Druck
Hughes Network Systems steht wegen des wachsenden Wettbewerbs durch neue Satellitennetze in niedriger Erdumlaufbahn unter Druck. Anbieter wie SpaceX mit Starlink bieten Internetverbindungen mit geringerer Verzögerung und höheren Geschwindigkeiten an.
Nach Angaben von «Quartz» verlor Hughes innerhalb eines Jahres rund 21,7 Prozent seiner Breitbandkunden. Die Zahl der Nutzer sank demnach auf etwa 641'000 Kunden in Nord- und Südamerika.
Das Unternehmen sieht den Wettbewerb durch Anbieter wie SpaceX und Amazon als langfristige Veränderung des Marktes. Hughes erwartet demnach keine schnelle Erholung des bisherigen Privatkundengeschäfts.
Hughes will sich nach Insolvenz neu ausrichten
Das Unternehmen plant deshalb eine stärkere Ausrichtung auf Geschäftskunden, Behörden und Verteidigungsaufträge. Dabei verweist Hughes auf eine geplante Vertrags-Pipeline mit einem Volumen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar.
Das Chapter-11-Verfahren ermöglicht Unternehmen in den USA eine gerichtliche Umstrukturierung und schützt sie vor Gläubigern. Hughes erklärte laut «Heise», dass ausreichend finanzielle Mittel für den laufenden Betrieb während des Verfahrens vorhanden seien.
Die internationalen Tochtergesellschaften von Hughes sowie weitere Geschäftsbereiche von EchoStar sind nicht Bestandteil des Insolvenzverfahrens. Diese Bereiche sollen durch den Antrag nicht direkt betroffen sein.
EchoStar verkauft Lizenzen und baut Zusammenarbeit mit SpaceX aus
Die Insolvenz ist bereits der zweite vergleichbare Schritt innerhalb des EchoStar-Konzerns. Im Juni hatte die Tochtergesellschaft Dish DBS ebenfalls einen Antrag nach Chapter 11 eingereicht.
EchoStar hatte zuvor Mobilfunklizenzen im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar verkauft. Dabei steht auch die Zusammenarbeit mit SpaceX im Zusammenhang mit zukünftigen Satelliten-Diensten.

Während Hughes sein Geschäftsmodell neu ausrichtet, investiert Ark Invest weiterhin in SpaceX. Die «Börse Express» berichtet, dass das Unternehmen Ende Juli zusätzliche SpaceX-Anteile über seine Fonds erworben habe.











