US-Soldat: So spielte sich die Rettung des US-Soldaten im Iran ab
Zu dem US-Soldaten, der nach dem Niedergang eines Kampfjets im Iran erfolgreich gerettet werden konnte, gibt es neue Details.

Das Wichtigste in Kürze
- Der nach dem Jet-Abschuss über dem Iran vermisste US-Soldat wurde gerettet.
- Der verletzte Colonel überlebte laut US-Behörden mehr als 24 Stunden in felsigem Gelände.
- Donald Trump kündigte an, am Montag weitere Details zur Rettung zu veröffentlichen.
«We got him!», vermeldete Donald Trump am Sonntag auf Social Media und berichtete, dass der zuvor im Iran abgestürzte und vermisste US-Soldat gefunden worden sei. Der Präsident lobte die «unglaubliche Tapferkeit und das Talent» aller Beteiligten und sprach von «einer der waghalsigsten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der USA».
Allzu viel wollte Trump in seinem Post aber offenbar zunächst nicht verraten und kündigte an, bei einer Pressekonferenz am Montag (Ortszeit) mehr Informationen preiszugeben. Dem US-Präsidenten zuvor kommen jedoch mehrere US-Medien, die neue Details zur Rettungsaktion liefern.
So berichtet etwa «CNN», dass sich der Mann nach dem Absturz über 24 Stunden in einer Bergspalte hinter feindlichen Linien versteckte, um einer Gefangennahme zu entgehen. Ausgerüstet mit nur einer Pistole, einem Funkgerät und einem Ortungsbuzzer. Laut Berichten von «Fox News» ist der Soldat speziell für solche Extremsituationen ausgebildet worden.
An einem Punkt kletterte er in das zerklüftete Gelände auf einen Grat in rund 2100 Metern Höhe, um sich in Sicherheit zu bringen. Laut «Axios» befürchteten die USA zunächst eine Falle, als der Soldat im Funkgerät etwas sagte, «das wie etwas klang, das ein Muslim sagen würde», wie Trump berichtete.
US-Rettungskräfte zerstörten eigene Sondertransportflugzeuge
Die eigentliche Rettungsaktion war eine komplizierte Operation mit hunderten beteiligten US-Militär- und Nachrichtendienstleuten. Laut «CNN» waren unter anderem Spezialkräfte der Army Delta Force und Navy SEAL Team Six im Einsatz.
CIA-Operative hatten zuvor eine Täuschungsaktion gestartet, um iranische Truppen in die Irre zu führen. Dabei mussten auch zwei beschädigte MC-130J-Sondertransportflugzeuge in Iran vor Ort zerstört werden, um zu verhindern, dass sie in die Hände der Gegner fallen.
Die Bergung selbst erfolgte auf einem provisorischen Landefeld tief im iranischen Gebiet, rund 50 Kilometer von Esfahan entfernt, wie «CNN» nach Satellitenanalysen und Geolokalisierung von Videomaterial berichtete.
Israel habe geplante Angriffe auf Iran verschoben, um die Rettung nicht zu gefährden, und den USA zudem Geheimdienstinformationen geliefert. US-Flugzeuge hätten den Einsatzbereich überwacht und bei Bedarf gezielt Bomben abgeworfen, um den Weg für die Rettungskräfte zu sichern.
Irans Regime hatte ein Kopfgeld ausgesetzt
Auch zum geretteten Soldaten selbst gibt es neue Details. Dieser war der demnach als Waffensystemoffizier im hinteren Cockpit der abgestürzten F‑15E Strike Eagle im Einsatz und für die Zielsteuerung der Bomben verantwortlich, berichtet «Fox News». Wie «Axios» schreibt, wurde der Jet vermutlich von einem tragbaren Raketenwerfer getroffen.
Sowohl der Pilot als auch der Waffensystemoffizier konnten sich den Berichten zufolge per Schleudersitz retten. Der Pilot konnte rasch geborgen werden, während der Waffensystemoffizier zunächst vermisst blieb und die gross angelegte Such- und Rettungsaktion auslöste.

Laut «CNN» überwachte Trump die Mission aus dem White House Situation Room und blieb am Samstag zuhause, um den Einsatz persönlich zu koordinieren. Die USA waren bemüht, den Soldaten möglichst schnell zu finden, da iranische Stellen die Bevölkerung dazu aufgerufen hatten, den «Feindpiloten» zu finden. Berichten zufolge wurde auch ein Kopfgeld ausgesetzt.
Wie die «New York Times» schreibt, handelt es sich beim geretteten Soldaten um einen hochrangiger Colonel. Er befinde sich in medizinischer Behandlung, da er schwer verletzt sei. Wie Trump schon in seinem Social-Media-Post erwähnte, dürfte sich der Mann aber vollständig erholen.
Noch viele Fragen ungeklärt
Iranische Stellen bezeichneten die Operation als «Fehlschlag» und behaupteten, mehrere US-Fluggeräte, darunter Black Hawk-Hubschrauber und ein C‑130 Hercules, seien beschädigt oder zerstört worden. Diese Darstellung widerspricht den Angaben aus Washington, wo betont wird, dass keine US-Soldaten verletzt oder getötet wurden.
Zusätzliche Brisanz erhielt der Vorfall, weil am selben Tag offenbar ein weiteres US-Flugzeug, mutmasslich eine A‑10 Thunderbolt II, von iranischen Streitkräften abgeschossen wurde. Ein US-Beamter bestätigte den Vorfall anonym, Details blieben jedoch offen.
Auch weitere Fragen zur Rettungsaktion sind bislang ungeklärt. So ist unklar, welchen Risiken der Soldat während seiner Flucht ausgesetzt war und ob lokale Unterstützer geholfen haben. Der Absturz ereignete sich Berichten zufolge in einer Region, die als regierungsfeindlich gilt.
Einige Antworten auf diese Fragen, dürfte Donald Trump am Montag (Ortszeit) bei seiner angekündigte Pressekonferenz zu der Rettungsaktion liefern.












