Bis Dienstagabend: Trump bleibt bei Frist für den Iran
Der Krieg zwischen dem Iran und den USA, Israel sowie den Golfstaaten dauert an. Wie und wann Donald Trump den Krieg zu beenden gedenkt, ist unklar.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und Israel greifen weiterhin Ziele im Iran an.
- Teheran hält derweil die Strasse von Hormus geschlossen, die Ölpreise steigen.
- Mit dem Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.
Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an. Das Land reagiert mit Gegenschlägen, auch auf die Golfstaaten und der Sperrung der Strasse von Hormus. Das führt zu höheren Ölpreisen und grosser Unsicherheit.
Am Sonntag hat Donald Trump erneut der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis um 2 Uhr am Mittwochmorgen (Schweizer Zeit) nicht einlenken.
Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Strasse von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben. Doch die Drohungen werden schärfer.
Die Ölpreise sind wegen der Drohungen mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter).
Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges.
Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung im Nahen Osten:
Trump: Fehlende Nato-Hilfe wird ewiger Makel sein
22.43: Wenige Tage vor einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik am Bündnis bekräftigt. «Ich glaube, das ist ein Makel für die Nato, der niemals verschwinden wird», sagte er bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus mit Blick auf die Haltung der Partner zum Iran-Krieg. Er warf Verbündeten vor, zu spät Unterstützung in Aussicht gestellt zu haben. «Ich brauche keine Hilfe, nachdem wir gewonnen haben», sagte er weiter.
Der Republikaner hatte die Nato-Alliierten kurz nach Beginn des Krieges mit dem Iran gedrängt, den USA bei der Sicherung der Strasse von Hormus zu Hilfe zu kommen. Damit sollte der freie Warenhandel auf der für den globalen Öltransport wichtigen Schiffsroute gewährleistet werden. Wegen des Krieges ist die Strasse faktisch fast vollständig blockiert, das hat dramatische Folgen für die Ölpreise.
Trump dringt auf Deal
22.04: Diplomatische Bemühungen für einen Ausweg aus dem Krieg laufen nach Darstellung Trumps unterdessen weiter. Man verhandele mit dem Iran – er denke, es laufe gut, sagte er. Zu Bemühungen um eine Waffenruhe könne er nichts sagen. Er könne jedoch sagen, dass der Iran gerne eine Einigung erzielen wolle.
Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit bereits häufiger von guten und produktiven Gesprächen gesprochen und betont, dass der Iran einen Deal wolle. Teheran hatte die US-Angaben teilweise zurückgewiesen.
Über seine angedrohte Zerstörung iranischer Brücken und Kraftwerke sagte Trump, man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich: «Wir haben einen Plan.» Jedes Kraftwerk werde in diesem Fall vom Netz gehen, brennen, explodieren und niemals mehr genutzt werden können.
Hegseth: Heute grösste Zahl an Angriffen seit Beginn des Iran-Kriegs
21.00: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat eine deutliche Ausweitung der amerikanischen Luftangriffe im Krieg gegen den Iran angekündigt. «Heute wird – auf Anweisung des Präsidenten – der grösste Umfang an Angriffen seit Beginn des Einsatzes geflogen», sagte Hegseth während einer Pressekonferenz am frühen Montagnachmittag (Ortszeit) im Weissen Haus. «Und dann hat Iran eine Wahl.» Für den folgenden Tag kündigte er eine weitere Intensivierung an: «Morgen sogar noch mehr als heute.»

Trump gibt Pressekonferenz
19.40: «Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein», sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz zum Iran-Krieg im Weissen Haus.
Er droht mit der massiven Zerstörung von Kraftwerken und Brücken im Iran, falls die Strasse von Hormus nicht bis zum Ende seines Ultimatums geöffnet wird. Andernfalls werde es im Iran bald keine Brücken und keine Kraftwerke mehr geben. «Sie werden gar nichts mehr haben», so der US-Präsident.
Am Sonntag schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social: «Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben.»
Trump will Iran «auslöschen»
17.24 Uhr: Bei einem traditionellen Oster-Event vor dem Weissen Haus hat US-Präsident Donald Trump einen weiteren Aufschub der Deadline für den Iran zur Öffnung der Strasse von Hormus ausgeschlossen. Dienstabend um 20 Uhr (Mittwoch um 2 Uhr Schweizer Zeit) laufe die Frist endgültig ab.

Donald Trump sagte gegenüber den Reportern, die USA würden den Iran «auslöschen». «Und ich tue das nur ungern – aber wir vernichten ihn», so Trump. Zudem bekräftigte der US-Präsident seinen Wunsch, das iranische Öl zu beschlagnahmen. «Was würde ich gerne tun? Das Öl mitnehmen», sagte Trump. Er ergänzte: «Weil es zum Greifen nah ist, können sie nichts dagegen tun.»
Der US-Präsident fügt an: «Leider möchte das amerikanische Volk, dass wir nach Hause kommen. Wenn es nach mir ginge, würde ich das Öl mitnehmen, ich würde das Öl behalten, ich würde viel Geld verdienen.»
Iran lehnt Feuerpause mit den USA ab
17.14: Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur «IRNA» hat der Iran eine von den USA vorgeschlagene Feuerpause abgelehnt. Vor Beginn der Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatten die Iraner bereits einen 10-Punkte-Katalog mit Forderungen vorgelegt, zu dem unter anderem die Aufhebung der Sanktionen gehört. «Wir fordern ein Ende des Krieges und die Verhinderung seiner Wiederholung», wurde der Sprecher des Aussenministeriums, Esmail Baghaei, von der iranischen Staatsnachrichtenagentur «IRNA» zitiert.
Ein US-Beamter bezeichnete diese Forderungen gegenüber dem Nachrichtenportal Axios als «maximalistisch». Und äusserte Zweifel daran, dass auf dieser Grundlage eine diplomatische Lösung erreichbar sei.

16.10: Israel ist gleichzeitig aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen angegriffen worden. Im Grossraum Tel Aviv heulten bei Raketenangriffen aus dem Iran erneut die Warnsirenen, Menschen hielten sich in Schutzräumen auf.
Die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes wurde derweil nach Medienberichten von Drohnen angegriffen, die aus dem Jemen geschickt worden waren. Dabei sei niemand verletzt worden. Die Huthi im Jemen reklamierten den Angriff für sich. Zudem habe es auch im Norden des Landes Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz gegeben, hiess es in den Medienberichten weiter.
Iran meldet Angriffe auf Industrie im Landeszentrum
15.35: Der Iran hat nach israelischen Luftangriffen auf die Gasindustrie am Persischen Golf weitere Bombardierungen im Landeszentrum gemeldet. Ziel sei ein petrochemischer Komplex in der Stadt Marwdascht rund 45 Kilometer nordöstlich der Metropole Schiras gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Ein Feuer sei ausgebrochen, aber bereits unter Kontrolle, hiess es.
Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz Angriffe auf Anlagen in der Küstenstadt Asalujeh bestätigt.

Ein Iran-Experte schrieb auf X, die Angriffe der USA und Israels auf iranische Infrastruktur zielten auf eine «Deindustrialisierung» des Landes. «Das letztendliche Ziel besteht darin, den Wiederaufbau zu erschweren und Unruhen in der Nachkriegszeit zu schüren, indem ein Szenario eines «gescheiterten Staates» herbeigeführt wird«, schrieb Mohammad Ali Shabani.
Weiterer Raketenangriff auf Grossraum Tel Aviv
14.49: Bei einem weiteren Raketenangriff des Irans auf den Grossraum Tel Aviv ist es nach Angaben von Sanitätern zu mehreren Einschlägen gekommen.
Der israelische TV-Sender N12 berichtete von insgesamt 30 Einschlagsorten. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden.
Iran meldet Angriffe auf Gasindustrie am Persischen Golf
13.52: Der Iran hat einen neuen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf gemeldet.
Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asalujeh. Die Provinz gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe.

Das Gasfeld «South Pars», das der Iran und Katar ausbeuten, ist die weltweit grösste bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung.
Iran wirft UN-Atomwächtern Untätigkeit vor
13.01: Der Iran wirft der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nach wiederholten Angriffen in der Nähe des einzigen Kernkraftwerks des Landes Untätigkeit vor.

In einem Brief an IAEA-Chef Rafael Grossi kritisierte Irans Atomchef Mohammed Eslami, dieser habe die jüngste Attacke nahe dem iranischen Kernkraftwerk Buschehr nicht ausreichend kritisiert.
Dies könne die «Aggressoren» zu einer Wiederholung dieser Angriffe ermutigen, schrieb Eslami einem Bericht der Staatsagentur Irna zufolge.
Türkisches Schiff passiert Strasse von Hormus
12.50: Ein weiteres türkisches Frachtschiff hat die faktisch durch den Iran blockierte Strasse von Hormus passieren dürfen.
Damit konnten seit Beginn des Krieges insgesamt drei Schiffe mit türkischem Besitzer die wichtige Meerenge durchfahren, wie der türkische Verkehrsminister Abdülkadir Uraloglu auf X schrieb. Das sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen.

Das Schiff habe die Meerenge in der Nacht passiert. Er habe Rohöl geladen und sei vom Irak aus unterwegs nach Malaysia. Acht weitere Schiffe mit türkischem Besitzer warteten noch auf die Durchfahrt.
Iran lehnt US-Forderungen ab
11.56: Der Iran hat eigenen Angaben zufolge eine Antwort auf die US-Forderungen für ein Kriegsende übermittelt.
Teheran habe seine «Forderungen und Ansprüche» ausgearbeitet und diese den Vermittlern mitgeteilt, sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Die Forderungen der USA bezeichnete Baghai demnach als «überzogen und inakzeptabel». Verhandlungen seien mit Ultimaten und Drohungen unvereinbar.
Der Sprecher bezog sich auf einen 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende. Bereits zuvor hatte der Iran darauf geantwortet. Unter anderem Pakistan vermittelt zwischen Teheran und Washington.
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter
11.05: Fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter.
In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt.
In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag im Norden des Landes Geschosse aus dem Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.
Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe.
Iranischer Geheimdienstchef bei Angriff getötet
In einer Mitteilung erklärten die mächtigen Revolutionsgarden, dass der Leiter ihrer Geheimdienstabteilung, Generalmajor Madschid Chademi, in den früheren Morgenstunden getötet worden sei. Weitere Details nannten die Revolutionsgarden nicht.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee Chademi «ausgeschaltet» habe.
Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten. «Die Revolutionsgarden schiessen auf Zivilisten, und wir eliminieren die Köpfe der Terroristen», sagte Katz nach Angaben seines Büros.
Iran soll Streumunition eingesetzt haben
08.55: Bei einem neuen Raketenangriff auf den Grossraum Tel Aviv am Morgen hat der Iran nach israelischen Medienberichten erneut Streumunition eingesetzt.

Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer.
In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handele sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.
Letzter Versuch für Waffenstillstand?
07.35: Die USA, der Iran und regionale Vermittler unternähmen einen «letzten Versuch», die Bedingungen für einen möglichen 45-tägigen Waffenstillstand auszuhandeln, berichtete das US-Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf Aussagen von vier US-amerikanischen, israelischen und regionalen Quellen.
Es sei die einzige Chance, eine dramatische Eskalation noch zu verhindern.

Massive US-Angriffe auf die iranische Zivilinfrastruktur hätten Vergeltungsschläge gegen Energie- und Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten zur Folge.
Die Chancen auf eine Teilvereinbarung innerhalb der nächsten 48 Stunden schätzen die von «Axios» zitierten Quellen jedoch als gering ein.
Südkorea verhandelt über alternative Rohölrouten
05.48: Südkoreas Regierung hat angesichts der weitgehend blockierten Strasse von Hormus ihre diplomatischen Anstrengungen zur Sicherung alternativer Ölrouten verstärkt. So werde man unter anderem Sondergesandte nach Saudi-Arabien, Oman und Algerien schicken, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.
Iran: Strasse von Hormus öffnet erst nach Kriegsentschädigung
03.38: Der Iran hat nach dem jüngsten Ultimatum von Trump zur Öffnung der Strasse von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert.
Die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge werde erst dann wieder geöffnet, «wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden», schrieb Mehdi Tabatabaei, für Kommunikation zuständiger Beamter im Büro des iranischen Präsidenten.

Das Marinekommando der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, wurde von iranischen Medien mit den Worten zitiert, die Strasse von Hormus werde «niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel.» Der Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.
Bericht: Tote bei Angriff auf Wohngebäude im Iran
03.15: Bei einem Luftangriff auf ein Wohngebäude im Iran sind amtlichen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Der amerikanisch-israelische Angriff sei im Morgengrauen in der Stadt Qom im Zentrum des Landes erfolgt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen leitenden Sicherheitsbeamten der gleichnamigen Provinz.
Die Bergungsarbeiten dauerten am frühen Morgen an. Die Zahl der Todesopfer könne daher noch weiter ansteigen, berichtete die Agentur weiter.
Ölpreise klettern nach Trumps Drohungen weiter
02.46: Die Ölpreise sind nach den jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Aufschlägen in die Woche gestartet. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Auch die US-Sorte West Texas Intermediate legte zu.

Trump hatte der iranischen Führung zuvor erneut mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr MESZ am Mittwoch) nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Strasse von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben. Doch die Drohungen werden schärfer.












