Die Behörden in den USA haben Dokumente zu 9/11 freigegeben. Ein Memo zeigt eine Verbindung von mutmasslichem saudiarabischem Geheimagenten zu den Terroristen.
USA
Ein Flugzeug rast am 11. September 2001 in einen der Twin Towers. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gestern vor zwanzig Jahren wurde das World Trade Center von Terroristen zerstört.
  • Anlässlich des traurigen Jubiläums haben die USA neue FBI-Dokumente veröffentlicht.
  • Sie zeigen eine mögliche Verbindung von saudi-arabischen Geheimagenten zu den Terroristen.

Die US-Regierung hat ein Dokument zu den Ermittlungen des FBI rund um eine mögliche Verwicklung Saudi-Arabiens in die Terroranschläge vom 11. September 2001 freigegeben.

Das am Samstag freigegebene Memo der Bundespolizeibehörde legt Verbindungen zwischen einem mutmasslichen saudiarabischen Geheimagenten und zwei am Anschlag beteiligten Mitgliedern des Terrornetzwerks Al-Kaida offen. Das zensierte Memo zeigt allerdings keine direkte Verbindung zwischen der saudiarabischen Regierung und den Terroristen.

9/11
Rauchwolken steigen nach dem Terror-Anschlag vom 11. September 2001 über New York auf. - Keystone

Hintergrund der Veröffentlichung sind Forderungen von Opferfamilien, die Saudi-Arabien eine Komplizenschaft bei den Anschlägen vom 11. September vorwerfen. Sie haben Saudi-Arabien verklagt und erhoffen sich von einer Veröffentlichung bislang unter Verschluss gehaltener Ermittlungsunterlagen neue Erkenntnisse.

Geheimagent soll Terroristen unterstützt haben

Das Geheimdienst-Memo ist auf den 4. April 2016 datiert und basiert auf Gesprächen mit einer ungenannten Quelle in den Jahren 2009 und 2015. In dem Dokument geht es unter anderem um den zur Zeit der Anschläge offiziell als Student in den USA lebenden Omar al-Bajumi, der in Wahrheit einen «sehr hohen Rang» im saudiarabischen Konsulat in Kalifornien gehabt haben soll.

Joe Biden
US-Präsident Joe Biden bei einer Ansprache. - dpa

Al-Bajumi soll die beiden späteren Flugzeug-Entführer Nawaf al-Hasmi und Chalid al-Mihdhar nach ihrer Ankunft in Kalifornien im Jahr 2000 unterstützt haben. Laut Memo half er ihnen mit «Übersetzung, Reisen, Unterkunft und Finanzierung». Der Frau der ungenannten Quelle zufolge soll al-Bajumi oft vom «Dschihad» gesprochen haben.

Neben Bajumi sollen die beiden Terroristen auch mit Fahad al-Thumairi, einem Imam und Mitarbeiter des saudiarabischen Konsulats in Los Angeles, Kontakt gehabt haben. Al-Bajumi und Thumairi sollen wiederum mit dem US-jemenitischen Prediger Anwar al-Aulaki in Kontakt gestanden haben, der 2011 bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet wurde.

Joe Biden ordnete Dokumenten-Freigabe an

Die US-Behörden hatten das Memo auf Anweisung von Präsident Joe Biden freigegeben, der von den Familien der Opfer des Terroranschlags unter Druck gesetzt wird.

Diese hatten schon lange die Freigabe von US-Geheimdienstdokumenten gefordert, die ihrer Ansicht nach aus Rücksicht auf die diplomatischen Beziehungen der USA zu Saudi-Arabien geheimgehalten wurden.

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