Tote Steinadler: Viraler Post sorgt für Empörung
Ein Fall um vergiftete Steinadler sorgt derzeit online für Empörung. Der Kanton Schwyz bestätigt den Kern, widerspricht aber Teilen der Darstellung.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Facebook-Post über tote Steinadler geht derzeit viral.
- Der Kanton Schwyz bestätigt eine Vergiftung – der Vorfall geschah aber bereits 2016.
- Es wird spekuliert, ob die Giftköder für Wölfe gedacht waren. Das ist aber unklar.
Ein trauriges Bild geht gerade durch die sozialen Medien: Zwei Steinadler liegen leblos auf dem Waldboden. Der dazugehörige Facebook-Post behauptet, die Tiere seien im Kanton Schwyz an vergiftetem Ziegenfleisch verendet.
Dieses sei für Wölfe ausgelegt worden. Zudem wird dem Kanton vorgeworfen, den Fall vertuscht zu haben.
Der Post löst online breite Empörung aus. Er wird tausendfach geteilt, über 2000 Personen haben darauf reagiert.

Veröffentlicht wurde der Beitrag von Steven Diethelm. Er betreibt in Galgenen SZ eine Falknerei und Pflegestation für Greifvögel.
Nau.ch hat nachgefragt. Das Ergebnis: Der Kern des Facebook-Posts stimmt, aber die Geschichte ist komplizierter.
Was der Kanton bestätigt
Wie sich herausstellt, ist der Fall schon einige Jahre her.
Remo Bianchi, Vorsteher des Amts für Wald und Natur des Kantons Schwyz, sagt auf Anfrage von Nau.ch: «Wir können einen Vorfall mit einer Vergiftung von zwei Steinadlern aus dem Jahr 2016 bestätigen.»
Die beiden Adler wurden damals im Raum Einsiedeln SZ gefunden. Fachkundige hätten den Sachverhalt aufgenommen und untersucht.

Tatsächlich fielen die Raubvögel Giftködern zum Opfer. Dass es sich um vergiftetes Ziegenfleisch handelte, könne der Kanton nicht bestätigen. Ebenfalls offen bleibt, ob die Köder gezielt gegen Wölfe ausgelegt wurden.
«Man konnte nicht feststellen, für welches Tier die vergifteten Köder ausgelegt wurden», so Bianchi.
Anzeige – aber kein Täter
Damals wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. «Bei solchen Anzeigen ist es erfahrungsgemäss oft äusserst schwierig, die Verursacher zu ermitteln», erklärt Bianchi. Die Abklärungen blieben auch in diesem Fall ergebnislos.
Den Vorwurf einer Vertuschung, wie ihn der Falkner in seinem Facebook-Post erhebt, weist der Kanton zurück.
Und: Die Behörden selbst setzen solche Giftköder nicht ein, wie Bianchi betont. Das sei «damals wie heute» so.
Das Auslegen von Giftködern ist in der Schweiz verboten und strafbar. Solche Köder können nicht nur das eigentliche Zieltier treffen, sondern auch andere Wildtiere gefährden.
Dass der Fall nun wieder die Runde macht, zeigt, wie emotional die Debatte rund um Jagd und Wildtierschutz geführt wird.
In den Kommentaren äussern zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer ihre Empörung. «Tiere vergiften ist das Feigste, was man einer Kreatur antun kann», schreibt ein Nutzer. Eine andere Userin kommentiert: «Und dann reden sie vom bösen Wolf.»
Der Urheber des viel geteilten Facebook-Posts, Steven Diethelm, war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.












