US-Journalist nach Festnahme: «Sie wollen Angst verbreiten»
Der US-Journalist Don Lemon hat seine Festnahme auf Anweisung des Justizministeriums im Zusammenhang mit einem Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE als Einschüchterung kritisiert.

«Sie wollen einen blossstellen. Sie wollen einen einschüchtern. Sie wollen Angst verbreiten», sagte der frühere Moderator des Senders CNN in der Late-Night-Show «Jimmy Kimmel Live» am Montagabend (Ortszeit).
Der 59-Jährige war in der vergangenen Woche von Einsatzkräften in Los Angeles festgenommen worden, nachdem er nach Angaben seines Anwalts über einen Protest gegen ICE in einer Kirche im Bundesstaat Minnesota berichtet hatte.
US-Justizministerin Pam Bondi sprach von einer «koordinierten Attacke» auf die Kirche. Lemon wird unter anderem Verschwörung zur Verletzung von Bürgerrechten sowie die Behinderung der Religionsfreiheit vorgeworfen.
In der Sendung betonte Lemon erneut, er sei als Journalist vor Ort gewesen, nicht als Demonstrant. Darin bestehe ein Unterschied, betonte er.
Lemon nutzte die Sendung auch, um die US-Medien zu kritisieren. Medienhäuser seien aus Angst vor politischem Druck «gelähmt» – etwa aus Sorge, den Zugang zur Regierung zu verlieren oder verklagt zu werden, sagte er. Es sei nicht die Zeit für falsche Ausgewogenheit, sagte Lemon. «Manche Dinge sind objektiv falsch.»
Moderator Kimmel machte selbst Erfahrungen mit politischem Gegenwind. Der bekannte Kritiker Trumps musste im vergangenen September eine einwöchige Zwangspause seiner Show einlegen. Der US-Präsident hatte die vorübergehende Absetzung öffentlich begrüsst.










