Transatlantik-Koordinator hofft auf Scheitern des US-Truppenabzugs

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    Donald Trump kündigt an rund 10'000 US-Soldaten aus Deutschland zurückzuziehen. Deutschland wurde kaum informiert und hofft, dass dieser Plan scheitern wird.

    US-Soldaten
    Mit 35 000 US-Soldaten gilt Deutschland als wichtigster Stützpunkt der USA in Europa. Foto: Frank May/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Donald Trump will 10'000 Soldaten aus Deutschland zurückziehen.
    • Der Grund für den Abzug sei die zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands.

    Peter Beyer ist der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung. Er hofft darauf, dass die Pläne von US-Präsident Donald Trump für einen Abzug der US-Truppen aus Deutschland noch scheitern. Die angekündigte Reduzierung von fast 35'000 auf 25'000 Soldaten liege «nicht im Sicherheitsinteresse Deutschlands oder der Nato. Und sie macht auch geopolitisch für die USA keinen Sinn», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

    «In Washington gibt es viele Gegner, nicht nur bei den Demokraten, sondern auch bei den Republikanern und im Pentagon. Es ist möglich, dass diese Pläne noch scheitern.»

    Demokraten wollen Truppenabzug stoppen

    Trump hatte den Abzug im Juni angekündigt und ihn mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Es wird erwartet, dass sein Verteidigungsminister Mark Esper an diesem Mittwoch die Einzelheiten in Washington vorstellt. Führende Demokraten im US-Kongress wollen den Truppenabzug per Gesetz stoppen. Aber auch in Trumps Republikanischer Partei gibt es Skeptiker.

    George Floyd
    Der damalige US-Verteidigungsminister Mark Esper und Donald Trump. - AFP

    Beyer übte scharfe Kritik daran, wie der Truppenabzug von den USA bisher vorbereitet wurde. «Im negativen Sinne beispiellos war, dass die Bundesregierung von den Abzugsideen zunächst nur aus der Zeitung erfahren hat.» Dies sagte er der dpa.

    Bundesregierung wurde kaum informiert

    «Anschliessend wurden wir eine Woche lang hingehalten, es gab keine weiteren Informationen. Dies, obwohl sich die Bundesregierung auf allen Kanälen darum bemühte, mehr in Erfahrung zu bringen. So etwas sollte in der eigentlich sehr guten und vitalen deutsch-amerikanischen Freundschaft nicht wieder vorkommen.» Alle weiteren Details sollten jetzt «in einem abgestimmten und durchgängig transparenten Verfahren bekannt und weiterbehandelt werden».

    Nato Hauptquartier
    Bündnisflagge im Nato-Hauptquartier in Brüssel. - AFP

    Auch der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Henning Otte, forderte eine enge Abstimmung der US-Pläne in der Nato. «Wenn Präsident Trump dies zum Gegenstand seiner sprunghaften Politik und im Rahmen seines Wahlkampfes entscheiden sollte, wäre dies unter der Berücksichtigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen auch für die USA und das gesamte Nato-Bündnis nachteilig», sagte er der dpa.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Donald Trump
    Für Berlin
    Generalbundesanwalt der Vereinigten Staaten
    1 Interaktionen
    In Portland
    Donald Trump in Ramstein
    1 Interaktionen
    US-Truppen-Abzug

    MEHR IN NEWS

    Trump
    24 Interaktionen
    Midterms-Niederlage
    1 Interaktionen
    Krakau

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Bundesliga Bayern München BVB
    Bundesliga
    laschet
    8 Interaktionen
    Wie Meloni
    schah
    12 Interaktionen
    Demonstrationen
    Miro Muheim HSV
    6 Interaktionen
    Hammer-Tor