Barack Obama

Ticker – Barack Obama: «Weckruf» für jeden Amerikaner

Redaktion
Redaktion, Keystone-SDA

USA,

In den USA nehmen die Proteste gegen die Einwanderungsbehörde ICE nach einem weiteren Todesfall zu. Im Ticker liest du die neusten Updates.

Minneapolis
In Minneapolis ist die Empörung nach einem weiteren Todesfall sehr gross. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Bundesagenten erschiessen bei einem Einsatz in Minneapolis einen Amerikaner (†37).
  • Videos widerlegen die Erklärungen der Regierung – der Unmut nimmt weiter zu.
  • Die wichtigsten Updates zur Lage in Minnesota liest du hier im Ticker.

In Minneapolis wurde am Samstag der 37-jährige US-Amerikaner Alex Pretti erschossen. Der Krankenpfleger kam bei einem Einsatz von US-Bundesbeamten ums Leben.

Auf Videos ist zu sehen, wie er den Einsatz der Agenten filmte und einer Frau helfen wollte, ehe er zu Boden gedrückt und erschossen wurde.

Die Vorgänge in den USA ...

Bereits vor wenigen Wochen wurde die ebenfalls 37-jährige Renee Good erschossen. Die Mutter befand sich ebenfalls an der Stelle eines Einsatzes der Behörde ICE und wurde in ihrem Auto am Kopf getroffen.

Beide Male sprach die Regierung von Notwehr der Beamten, die Todesopfer werden von einigen Vertretern als «inländische Terroristen» bezeichnet. Doch beide Male gibt es Videos, die am Narrativ der Trump-Regierung erhebliche Zweifel aufkommen lassen.

Letzte Woche machte auch die Verhaftung eines Fünfjährigen Buben Schlagzeilen. Der Junge lebte im US-Bundesstaat Minnesota und sitzt mit seinem Vater nun in einer Hafteinrichtung in Texas.

Der Unmut in der Bevölkerung wird immer grösser. Tausende Menschen gehen auf die Strasse – besonders im betroffenen Minneapolis.

Im Ticker liest du die neusten News zum Thema.

05.45 Uhr: Demokraten wollen ICE-Gelder blockieren

Nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis breitet sich der Protest gegen die Regierung von Präsident Donald Trump aus. Neben den Demonstrationen auf der Strasse wollen nun die Demokraten im Kongress Druck aufbauen und Haushaltsmittel blockieren, die für ICE vorgesehen sind.

Damit droht den USA Ende der Woche erneut ein teilweiser Regierungsstillstand – wenn das Gesetzesvorhaben zu den Haushaltsmitteln im Parlament wie von den Demokraten angedroht platzen sollte. Der Übergangshaushalt, der im November nach dem längsten Shutdown der US-Geschichte auf den Weg gebracht wurde, läuft am Freitag aus.

Minneapolis ICE
In Minneapolis und anderen Städten der USA fordern Bürgerinnen und Bürger das Ende der ICE-Einsätze. - keystone

Um eine Abstimmung für das Gesetzespaket zu den Haushaltsmitteln im Senat zu erzwingen, bräuchten die Republikaner, die derzeit 53 der 100 Senatoren stellen, laut US-Medien 60 Stimmen – wären also auf parteiübergreifende Unterstützung angewiesen. Schaffen sie das nicht, hätten die Demokraten die Chance, eine Abstimmung hinauszuzögern.

04.15 Uhr: Kampf um visuelle Deutungshoheit

Die Verbreitung mehrerer Handyaufnahmen von dem tödlichen Einsatz von US-Bundesbeamten in Minneapolis hilft einer Expertin zufolge bei der Aufklärung der Tat.

Es gebe einen «Kampf um visuelle Deutungshoheit», sagte die österreichische Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig, die sich insbesondere auch mit dem Umgang mit Desinformation befasst, der Deutschen Presse-Agentur. Das vorliegende Material stehe deutlich in Kontrast zu der von der US-Regierung verbreiteten Version zum Tathergang.

Minneapolis
Videoaufnahmen scheinen zu zeigen, wie ein Beamter die Waffe des 37-Jährigen wegbringt, bevor der erste Schuss fällt. - X/@Breaking_4_News

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe «hier argumentativ und inhaltlich folgendes Problem: Sie nutzen Worte, um den Erschossenen Alex Pretti zu diskreditieren, ihn als angeblich gefährlich darzustellen», sagte Brodnig.

«Oft wirken aber Bilder eindrucksvoller als Worte. Und man sieht auf den vielfach geteilten Videos, dass dieser Mann nur ein Smartphone in der Hand hielt. Hier ist das Bild die stärkere Botschaft.»

04.00 Uhr: Obamas rufen zu friedlichem Protest auf

Ex-US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle rufen nach dem Tod des US-Bürgers Alex Pretti in Minneapolis zu öffentlichem Protest auf.

Jede Amerikanerin und jeder Amerikaner sollte die Welle friedlicher Proteste in der Stadt im Norden der USA und anderen Teilen des Landes unterstützen und daraus Inspiration schöpfen, schrieb das Ehepaar in einem gemeinsamen Statement.

Barack Obama
Ex-US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle warnen vor den jüngsten Entwicklungen in Minneapolis. - keystone

«Sie sind eine zeitgemässe Erinnerung daran, dass es letztlich an jedem und jeder von uns als Bürgerinnen und Bürgern liegt, gegen Ungerechtigkeit aufzustehen, unsere grundlegenden Freiheiten zu schützen und unsere Regierung zur Rechenschaft zu ziehen.»

Die Obamas schrieben: «Die Tötung von Alex Pretti ist eine herzzerreissende Tragödie.» Es sollte ein «Weckruf» für jeden Amerikaner unabhängig von der Parteirichtung sein, dass viele der Kernwerte als Nation gerade zunehmend unter Beschuss gerieten.

Die Bundesseite sollte eigentlich mit lokalen Behörden und denen des Bundesstaates zusammenarbeiten, um öffentliche Sicherheit herzustellen, schreiben die Obamas. «Genau das sehen wir in Minnesota nicht. Tatsächlich erleben wir das Gegenteil.»

Kommentare

User #2918 (nicht angemeldet)

Fakt ist doch dass man auf keinem Video sieht was wirklich passiert ist. Selbst wenn eine Waffe entfernt wurde kann er nach der eines Beamten gegriffen haben oder eine weitere Pistole, Messer o.ä. gezückt haben, wir wissen es einfach nicht.

User #5735 (nicht angemeldet)

Wer etwas Geschichte und Menschenkenntnis hat, der hat das alles vorausgesagt. Aber eine knappe Mehrheit hat ihn gewählt. Andere Kandidaten beider Parteien gab es nicht, auch, weil Kandidaten bedroht worden waren, sowie Wählerinnen und Wähler in konservativen Hochburgen der USA. Wie einst vor

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