Sorge vor El Niño: Wird 2027 das heisseste Jahr der Geschichte?
Das El-Niño-Wetterphänomen ist im Juni offiziell eingetreten. Da ein besonders starker Verlauf erwartet wird, könnte 2027 das wärmste Jahr jemals werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine neue Prognose einer US-Behörde vermutet: 2027 wird das heisseste Jahr jemals.
- Zudem ist das aktuelle El-Niño-Wetterphänomen wahrscheinlich das heftigste aller Zeiten.
- Viel stärkere Auswirkungen als bei einem normalen El Niño seien jedoch nicht zwingend.
Schon zu Beginn des Jahres wurde vermutet: Das El-Niño-Wetterphänomen, das im Juni nun offiziell eingetreten ist, wird wohl einen starken Verlauf nehmen.
Eine neue Prognose, die am Donnerstag von der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA) veröffentlicht wurde, stärkt diese Vermutung.
Die Prognose geht sogar noch weiter: Laut der Behörde besteht eine fast 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass der sich entwickelnde Super-El-Niño der stärkste jemals registrierte sein wird. Die diesbezüglichen Aufzeichnungen der NOAA reichen bis ins Jahr 1950 zurück.
Als Grund für die besorgniserregende Prognose gilt die rasante Intensivierung des aktuellen Phänomens. Wie «CNN» berichtet, zeigen Computermodelle beinahe einstimmig, dass der Höhepunkt im Spätherbst und Frühwinter erreicht werden wird.
2027 wird nahezu sicher das heisseste Jahr der Geschichte
El Niño treibt normalerweise die globalen Durchschnittstemperaturen an. Aufgrund der Stärke des Phänomens ist es laut der Zeitung nahezu sicher, dass 2027 das heisseste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn wird. Möglicherweise werde dies auch für 2026 gelten.
Die Intensität eines El Niño wird durch den Anstieg der Meeresoberflächentemperatur im Vergleich zum Durchschnitt in einer Referenzregion bestimmt. Konkret erwarten die NOAA-Prognostiker in der Referenzregion im tropischen Pazifik einen Anstieg um mehr als 2,5 Grad Celsius.
Da durch den langfristigen Klimawandel die tropischen Ozeane grundsätzlich wärmer geworden sind, verwendet die NOAA einen neuen El-Niño-Index. Doch auch unter Berücksichtigung dessen dürfte dieser El Niño beispiellos sein.
«Wir befinden uns bereits im Rekordbereich»
Der Klimaforscher Daniel Swain von der University of California bezeichnet das Ereignis in einer Pressekonferenz als «wahrhaft bemerkenswert». «Wir befinden uns bereits im Rekordbereich und die Werte werden voraussichtlich noch rasant ansteigen», so Swain.
Dass der Super-El-Niño rekordverdächtig stark sein wird, heisst nicht direkt, dass seine Auswirkungen deutlich schlimmer ausfallen werden als sonst. Die Auswirkungen jedes El Niño sind einzigartig. Gemeinsam mit der Erderwärmung könnten sie jedoch Hitzewellen und andere Naturkatastrophen verstärken.
El Niño führt in den USA üblicherweise zu feuchten Bedingungen von Kalifornien über den südlichen Teil des Landes nach Florida.
Zudem sind El-Niño-Winter in Teilen des Mittleren Westens tendenziell milder und trockener als üblich. In der Schweiz sind die Auswirkungen üblicherweise gering.

















