Wetter

    Wetter: Forscher warnen für 2026 vor starkem El-Niño-Phänomen

    Laurin Zaugg
    Laurin Zaugg

    Zürich,

    Da braut sich was zusammen: Im tropischen Pazifik entwickelt sich ein wohl starkes El-Niño-Phänomen. Die Folgen für Wetter und Umwelt können verheerend sein.

    El-Niño-Phänomen wetter
    Das Wetterphänomen El Niño sorgt für extreme Wetterverhältnisse. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach drei Jahren baut sich im tropischen Pazifik wieder ein El-Niño-Phänomen auf.
    • Forscher rechnen mit einer stark ausgeprägten Version mit globalen Auswirkungen.
    • Auf das Schweizer Wetter hat das Phänomen gemäss Forschenden nur einen kleinen Einfluss.

    Dürren, Überschwemmungen, warmes Wasser und ein globaler Temperaturanstieg: All das sind Folgen des Wetterphänomens El Niño. Und genau das erwarten Experten für dieses Jahr.

    Die Auswirkungen des globalen Phänomens werden besonders in Südamerika, Australien, Südostasien und Afrika spürbar sein.

    Auf die Schweiz hat El Niño nur geringe Auswirkungen, erklärt Nicolas Gruber, Klimaforscher und Professor der ETH Zürich, beim «Tagesanzeiger».

    Prognosedaten verschiedener Wettermodelle zeigen: Im tropischen Pazifik wird die Durchschnittstemperatur des Wassers in Oberflächennähe bis zum nächsten Winter erheblich ansteigen. Genaue Zahlen können laut Nicolas Gruber nicht genannt werden.

    Zwischen ein bis drei Grad seien je nach Szenario realistisch – ein klares Indiz für El Niño, heisst es. Liege die Erwärmung mehr als drei Grad über der mehrjährigen Klimanorm, sei sogar von einem Super-El-Niño die Rede.

    Dies sei laut Gruber unwahrscheinlich und ist letztmals 1997/1998 vorgekommen. Dennoch erwartet er einen relativ starken El Niño. Das Phänomen sorge üblicherweise für eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur um 0,1 bis 0,2 Grad.

    2026 möglicherweise wärmstes Jahr seit Messbeginn

    Deshalb sei es gut möglich, «dass wir 2026 oder dann 2027 global das wärmste Jahr seit Messbeginn erleben werden». Die stärksten Folgen des Phänomens auf das Wetter und die Umwelt sind teilweise verheerend.

    El Niño sorgt oft für Sintfluten an der südamerikanischen Pazifikküste und Trockenheit in der Region Südostasien-Australien. In Äthiopien und im Süden Afrikas können zudem starke Dürren entstehen.

    Wetter: Dieses Jahr ist El Niño besonders früh dran

    El-Niño-Ereignisse dauern üblicherweise etwas mehr als ein Jahr an. Während die ersten Anzeichen im Normalfall ab April auftreten, sind laut Gruber dieses Jahr bereits jetzt erste Andeutungen erkennbar. Der Höhepunkt liegt historisch gesehen oft in der zweiten Jahreshälfte.

    Bereitet dir die Klimaerwärmung Sorgen?

    Europa sei üblicherweise kaum betroffen, da die allermeisten El-Niño-Signale «in der Wetterküche des Atlantiks» verschwinden, so Nicolas Gruber.

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    Kommentare

    User #3180 (nicht angemeldet)

    Es ist erschreckend wie die Menschen auf diese Zeichen reagieren… nämlich nicht. Ja es ist so, wir werden gezwungen sein unsere Gewohnheiten zu ändern und… uns neu zu orientieren.

    User #2092 (nicht angemeldet)

    Also ein paar Grad ( meht ) Wärme kann El Niño schon auch in die CH schicken. Würde mich auf einen warmen, langen Sommer freuen (müsste ich der Sonne nicht hinterher fliegen).

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