Tod

Zürcher Fischer: «Jede Begehung des Wassers ist der Tod der Fische»

Fische sterben in Massen. Trotz Hinweisen, es nicht zu tun, gehen Leute in der Eulach baden. Ein Bach-Pächter möchte in einer Videobotschaft sensibilisieren.

Schild
Fische haben keinen Rückzugsort mehr. Man soll nicht mehr ins Wasser gehen. Und trotzdem gehen die Leute baden. - Instagram/@__toppie__

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen hoher Wassertemperaturen und niedriger Pegel sterben Fische – es gibt für sie keine Rückzugsorte mehr.
  • Trotz Hinweisen gehen Leute immer noch in Gewässern wie der Eulach in Winterthur baden.
  • Der Bach-Pächter Robin macht auf die Problematik aufmerksam: «Fische kämpfen ums Überleben.»

Verschiedene Kantone und Fischereiverbände warnen vor dem Betreten von Gewässern. Hohe Wassertemperaturen und niedrige Pegel bedeuten grossen Stress für Fische und andere Lebewesen.

Auch private Fischer und Bach-Pächter kämpfen für das Wohl des Lebens im Wasser. So auch der Fischer und Bach-Pächter namens Robin: Er macht, unter anderem auf Instagram, auf die Problematik in den Gewässern aufmerksam.

An der Eulach-Mündung in Winterthur verschlägt es ihm die Sprache. Denn trotz Hinweistafeln gehen Leute immer noch baden.

Die Stelle sei einer der letzten Rückzugsorte für die Fische. Und trotzdem sei das Wasser voller Leute.

Robin sagt: «Ich weiss wirklich nicht, was wir noch machen sollen.» Es stünden schon überall Tafeln, die auf die prekäre Lage der Gewässer und der Fische hinweisen.

Fische kämpfen ums Überleben

Mit einem Video möchte der Bach-Pächter noch zusätzlich sensibilisieren: «Die Fische kämpfen ums Überleben.» In so warmen Gewässern wie der Eulach mit 25 Grad habe es fast keinen Sauerstoff mehr im Wasser. «Jede Begehung ist der hundertprozentige Tod für die Fische.»

Robin weiss, dass die Leute sich abkühlen wollen, aber ruft dazu auf: «Geht in die Badi, dort gibt es noch Wasser oder nehmt eine kalte Dusche! Bitte, wir Menschen sind nicht das Wichtigste.»

Man könne die Fische nicht mehr umsiedeln, denn es gebe keine Orte mehr, wo sie hin könnten. «Es tut weh», sagt Robin. Ein anderer Bach, den er pachte, sei ein «Totalausfall».

Einige Fische, die noch fit genug gewesen seien, hätten sie umsiedeln können. «Da aber in den meisten Pools schon der Sauerstoff ausging, sind die restlichen Fische tragisch verendet», berichtet er gegenüber Nau.ch.

«Es ist 1 vor 12»

Wenn zum Beispiel Forellen nicht mehr da wären, könnten sie nicht einfach wieder ausgesetzt werden, sagt der er. Denn die Fische im Bach hätten eine eigene Genetik, die auf das jeweilige Gewässer angepasst sei. «Wenn sie weg ist, ist sie weg. Es ist 1 vor 12!»

Die Fischer und Bach-Pächter versuchen für das Ökosystem der Gewässer zu sensibilisieren, um die Fische zu erhalten. Trotzdem werden Fischer laut Robin oft als Tierquäler abgetan. «Zudem bezahlen wir hohe Pachtzinsen, angeln aber schon längst nicht mehr.»

Verzichtest du aufs Baden in öffentlichen Gewässern, um die Fische zu schützen?

Längerfristig hoffen die Bach-Pächter, dass sich auch politisch etwas tut, um die Gewässer und die Fische zu schützen. Aber kurzfristig sei es wichtig, dass die Bevölkerung auf den Notstand der Fische aufmerksam wird. Und nicht mehr ins Wasser geht.

Kommentare

User #6465 (nicht angemeldet)

Verbietet endlich dieses blöde und schändliche "Hobby" Fischen.

User #4474 (nicht angemeldet)

Als mein Balu und ich bisschen Gassi gingen, er etwas sich im Flüsschen erfrischte, fauchte uns so ein gehässiger Fischer an. "Betreten des Flusses verboten!!!" Und er steht mitten im Fluss 🙄. Auch nicht die hellste Spezies, diese Fischer.

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