Gegen zahlreiche Teilnehmer besonders heftiger Proteste gegen die kubanische Regierung sind langjährige Haftstrafen verhängt worden.
Havanna Protest
Eine Frau schreit Pro-Regierungs-Parolen, in Havanna, Kuba. Erstmals seit Jahren gingen Demonstranten in grosser Zahl gegen die sozialistische Regierung auf die Strassen. Foto: Ismael Francisco/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Juli 2021 demonstrierten in Kuba tausende Menschen gegen die Regierung.
  • Nun hat ein Gericht 128 der Demonstranten zu Haftstrafen verurteilt.
  • Wegen Vandalismus müssen einige bis zu 30 Jahren ins Gefängnis.

Im Juli 2021 hatten in etwa 50 kubanischen Städten tausende Menschen demonstriert. Sie riefen «Freiheit!» und «Wir haben Hunger!» Damit reagierten sie auf Kubas schwerste Wirtschaftskrise seit fast 30 Jahren. Diese hält immer noch an und treibt zahlreiche Bewohner des Landes zur Flucht.

Nun wurden 128 Angeklagte zu Gefängnisstrafen zwischen sechs und 30 Jahren verurteilt. Dies teilte der oberste Gerichtshof des kommunistischen Inselstaates am Mittwoch auf seiner Website mit.

Die Urteile richteten sich gegen Demonstranten in zwei Vierteln der Hauptstadt Havanna. Die Prozesse hatten vom 14. Dezember bis zum 3. Februar stattgefunden.

Vorwurf von Vandalismus und Unruhen

Den 129 Angeklagten wurde die Verursachung schwerer Unruhen sowie Vandalismus zur Last gelegt. Nur ein Angeklagter wurde freigesprochen. Die höchsten Haftstrafen von 30 Jahren erhielten zwei Männer. Gegen alle Urteile kann aber noch Berufung eingelegt werden.

Protesten in Kuba Mexiko
Eine Gruppe von Demonstranten protestiert vor der kubanischen Botschaft in Mexiko gegen die kubanische Regierung. Foto: Jacky Muniello/dpa - dpa

Nach Angaben des Gerichts hatten die Verurteilten Fahrzeuge, insbesondere Patrouillenfahrzeuge der Ordnungskräfte, umgeworfen.Zudem hatten sie Steine, Flaschen und Molotow-Cocktails auf Einrichtungen der Polizei und Beamte des Innenministeriums geworfen.

1300 Festnahmen bei Protesten

Die Polizei ging gewaltsam gegen die Proteste vor. Es gab einen Toten und Dutzende Verletzte sowie mehr als 1300 Festnahmen.

Die in Miami im US-Bundesstaat Florida ansässige Menschenrechtsorganisation Cubalex kritisierte die Strafen als übertrieben hoch. Ausserdem sei in mehreren Fällen das Recht auf ein faires Verfahren verletzt worden.

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