Oscar-Star Hanks feiert Geburtstag – und träumt vom All
Er war Forrest Gump, Captain Miller und die Stimme von Sheriff Woody in Toy Story: Tom Hanks hat einigen der bekanntesten Filmfiguren der vergangenen Jahrzehnte Leben eingehaucht. Nun feiert der zweifache Oscarpreisträger seinen 70. Geburtstag – und strebt im wahrsten Sinne des Wortes nach den Sternen.

Thomas J. Hanks wird 1956 im kalifornischen Concord geboren. Er weiss schnell, wo er hin will. Mit 18 Jahren schreibt Hanks einen Brief an den Regisseur George Roy Hill, nachdem er einen seiner Filme mit Robert Redford gesehen hat. Er finde, es sei an der Zeit, dass der renommierte Filmemacher nun ihn entdecke – auch wenn er «ein Niemand» sei.
«Niemand ausserhalb der Skyline High School kennt mich. Ich sehe nicht umwerfend aus. Ich bin nicht gebaut wie ein griechischer Gott und kann mir nicht einmal einen Schnurrbart wachsen lassen», heisst es in dem Brief. Für seinen Weg zum Ruhm liefert er dennoch ein Rezept: «Ich sitze auf einem Barhocker in einem Eiscafé, du kommst rein, bemerkst mich und – BANGO – ich bin ein Star.»
Ganz so lief es nicht für Hanks. Er studiert an der California State University Schauspiel. Sein Durchbruch liess noch einige Jahre auf sich warten. 1989 bringt ihm dann seine Rolle im Film «Big» eine erste Oscar-Nominierung ein und markiert den Beginn eines herausragenden Aufstiegs.
In den 90er-Jahren spielt er in «Philadelphia» oder «Forrest Gump» Rollen, mit denen er Filmgeschichte schreibt. Für beide gewinnt er 1994 und 1995 jeweils den Oscar als bester Hauptdarsteller. Es folgten zig weitere Filme, von «Apollo 13» über «Cast Away – verschollen» bis «Sully». Über sein unvergleichliches Gesamtwerk schreibt Hanks in seiner Instagram-Biografie selbstironisch: «Ich bin dieser Schauspieler aus einigen Filmen, die Du mochtest und einigen, die Du nicht mochtest».
Die Rolle in «Philadelphia» würde er aber heute nicht mehr spielen. «Könnte ein Heterosexueller das, was ich in «Philadelphia» gemacht habe, heute tun? Nein, und das zu Recht«, sagte er einmal im Interview des «New York Times Magazine». Hanks spielte einen homosexuellen Rechtsanwalt, der an AIDS erkrankt ist. «Ich glaube nicht, dass die Leute die fehlende Authentizität eines Heteros, der einen Schwulen spielt, akzeptieren würden», sagte Hanks weiter. «Es ist kein Verbrechen, kein Buh-Ruf, wenn jemand sagt, dass wir mehr von einem Film verlangen in der modernen Welt der Authentizität.»
In dem Film «Cast Away» ist der Ball namens Wilson Tom Hanks' treuester Begleiter. Im wirklichen Leben trägt die wichtigste Konstante an seiner Seite denselben Nachnamen: mit Schauspiel-Kollegin Rita Wilson ist er seit 1988 verheiratet, das Paar hat zwei Kinder.
Anlässlich eines Geburtstags lobte ihn Frau Rita einmal als einen der klügsten Menschen, die sie kenne und für seine Fähigkeit, «überall und jederzeit ein Nickerchen machen» zu können.
Ruhe scheint ihm eingeschrieben. Der Regisseur Marc Forster sagte über ihn, am Filmset sei er «wie ein Buddha» und sehr meditativ. «Er kommt am Morgen und geht nie weg. Andere Stars verschwinden in ihrem Trailer, er bleibt sitzen. Wenn wir sagen, wir seien nun bereit, ist er schon da, und alles ist perfekt.» Hanks nannte er den besten Schauspieler, mit dem er je gedreht habe. Die beiden haben für den Film «Ein Mann namens Otto» zusammengearbeitet.
Hanks, selbst Sohn eines Soldaten im Zweiten Weltkrieg, engagiert sich ausserdem mit einer Kaffeemarke für US-Veteranen. Die Nettogewinne gehen nach Angaben des Unternehmens vollständig an Organisationen, die ehemalige US-Soldaten und ihre Familien unterstützen. Hanks führt auch durch eine 20-teilige Doku-Serie über den Zweiten Weltkrieg, die in diesem Jahr erschienen ist.
Politisch hat sich Hanks öffentlich immer wieder dem demokratischen Lager angeschlossen. Den Wahlsieg Trumps hielt Hanks 2016 für genauso wahrscheinlich wie dass «Raumschiffe mit Dinosauriern in roten Umhängen landen», wie er in einem Interview des Senders «Sky News» sagte. Er sprach sich bei der Wahl für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton aus. Für viel Kritik sorgte 2025 ein Auftritt Hanks' bei der Show «Saturday Night Live», bei dem er mit einer roten Trump-Kappe einen scheinbar etwas einfach gestrickten Fan des US-Präsidenten imitierte, der einem schwarzen Mann den Handschlag verweigerte.
Hanks gilt zudem als Raumfahrt-Enthusiast, hat gleich mehrere Dokumentationen zu dem Thema gedreht und von sich gesagt, er würde sofort auf den Mond ziehen, «wenn mich meine Frau lässt». Wäre er Teil einer Mondmission, «wäre ich der Typ, der sauber macht, Witze reisst, Geschichten erzählt und alle bei Laune hält», sagte Hanks der britischen Zeitung «Daily Telegraph» – sofern sie ihm einen Platz überliessen. Hanks spielte in dem Hollywood-Streifen «Apollo 13» den Astronauten Jim Lovell und schrieb in der Rolle mit dem Satz «Houston, wir haben ein Problem!» Filmgeschichte.














