Ein Gericht in New York hat den Milliardenausgleich zwischen dem Pharmakonzern Purdue und Tausenden Klägern vorerst gekippt.
Purdue und der Eigentümerfamilie Sackler wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren aggressiv vermarktet zu haben. (Archivbild)
Purdue und der Eigentümerfamilie Sackler wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren aggressiv vermarktet zu haben. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/Carolyn Kaster

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pharmakonzern Purdue handelte mit Tausenden Klägern einen Milliardenvergleich aus.
  • Dieser wurde von einem Gericht in New York aber vorerst gekippt.
  • Nun muss ein Berufingsgericht entscheiden.

Ein Gericht in New York hat einen monatelang ausgehandelten Milliardenvergleich um die massenhafte Verschreibung von Schmerzmitteln vorerst gekippt. Ein Insolvenzrichter hatte dem Kompromiss zwischen dem US-Pharmakonzern Purdue und Tausenden Klägern im September zugestimmt.

Dieser entlaste jedoch die Eigentümerfamilie Sackler zivilrechtlich, sagte die New Yorker Richterin Colleen McMahon am Donnerstag. Dem könne sie nicht zustimmen. Nun muss ein Berufungsgericht entscheiden.

Purdue soll 4,5 Millionen Dollar zahlen

Der vorgeschlagene Vergleich sah vor, dass Purdues Eigentümerfamilie Sackler rund 4,5 Milliarden Dollar zahlt. Purdue und den Sacklers wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren mit rücksichtslosen und aggressiven Methoden vermarktet zu haben. Damit wurde aus Sicht der Kläger ein wesentlicher Grundstein für die verheerende Opioid-Verbreitung in den Vereinigten Staaten gelegt, die in den vergangenen Jahren laut US-Behörden zu Hunderttausenden Toten durch Überdosierungen führte.

Opioide wie Oxycontin sind Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften, bei denen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial bestehen.

Mehr zum Thema:

Dollar Gericht