Mit-Häftlinge werden nach Aussagen über Ghislaine Maxwell bestraft
Wer im Knast über Ghislaine Maxwells Sonderbehandlung spricht, wird bestraft. Das berichten mehrere Mitinsassinnen der Epstein-Komplizin.

Das Wichtigste in Kürze
- Ghislaine Maxwell sitzt in einem Lager, das für Sexualstraftäter eigentlich verboten ist.
- Ex-Häftling Julie Howell wurde bestraft, weil sie mit den Medien über Maxwell sprach.
- Mehrere Insassinnen berichten von Druck und Sonderbehandlung für Maxwell.
Julie Howell sass wegen Betrugs in einem Niedrigsicherheitsgefängnis in Texas. Als Ghislaine Maxwell dorthin verlegt wurde, sprach sie mit einem britischen Journalisten. Sie schilderte die Stimmung unter den Insassinnen.
Wenige Tage später stand sie vor der Gefängnisdirektorin. Die soll ihr gesagt haben, sie habe ihr Wochenende ruiniert.
Kurz darauf wurde Howell in eine Anstalt mit höherer Sicherheitsstufe verlegt. Offiziell lautete der Vorwurf: unerlaubter Kontakt mit der Öffentlichkeit.
Mehrere Insassinnen berichten von Sonderbehandlung
Howell ist kein Einzelfall. Mehrere ehemalige Mitinsassinnen berichten Ähnliches. Eine von ihnen sprach mit «CNN», wollte aber anonym bleiben. Auch sie wurde verlegt, nachdem sie mit einem Journalisten gesprochen hatte.
Die Frau schildert, wie die Direktorin sie vor der Cafeteria anschrie. Sie habe die Sicherheit des Personals gefährdet, so der Vorwurf. Von einer laufenden FBI-Ermittlung habe sie nichts gewusst.
Mehrere Insassinnen berichten von deutlicher Bevorzugung Maxwells. Mahlzeiten wurden ihr gebracht. Bewaffnete Wachen eskortierten sie überall hin. Sie hatte zudem Zugang zu Privaträumen wie der Gefängniskapelle.
Maxwells Verlegung in das Minimalsicherheitslager gilt als höchst ungewöhnlich. Verurteilte Sexualstraftäterinnen sind dort normalerweise nicht erlaubt. Gefängnisberater sprechen vom aussergewöhnlichsten Fall überhaupt.
Maxwell wurde 2021 verurteilt, weil sie dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein half, minderjährige Mädchen zu missbrauchen. Epstein starb 2019 in Untersuchungshaft, sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft. Der Fall beschäftigt die Öffentlichkeit bis heute.
Justizministerium weist Vorwürfe zurück
Spekulationen über Sonderbehandlung weist das Justizministerium zurück. Maxwell hat öffentlich angedeutet, Trumps Namen reinwaschen zu können. Voraussetzung wäre eine Begnadigung durch den Präsidenten.

Trump selbst wird von Strafverfolgungsbehörden keiner Vergehen beschuldigt. Er taucht aber mehrfach in den Epstein-Akten des Justizministeriums auf. Maxwell hat erklärt, nie etwas Unangemessenes von ihm gesehen zu haben.
Howell ist inzwischen auf freiem Fuss.















