Krieg

Mehrheit der Amerikaner will den Iran-Krieg nicht

Nicolas Eggen
Nicolas Eggen

USA,

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist es in mehreren US-Städten zu Anti-Kriegs-Demos gekommen. Die Mehrheit der Amerikaner ist laut Umfragen gegen den Krieg.

Proteste Iran-Krieg
Demonstranten protestieren vor dem Weissen Haus in Washington am 28. Februar 2026 gegen die Bombardierung des Iran durch die USA und Israel. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Umfragen zeigen: Eine Mehrheit der US-Amerikaner lehnt den Iran-Krieg ab.
  • Seit Kriegsbeginn gibt es in mehreren Städten Anti-Kriegs-Proteste.
  • Sogar im MAGA-Lager gibt es Kritiker.

Seit den Angriffen der USA und Israel vor elf Tagen herrscht im Nahen Osten Krieg. Teheran reagierte umgehend mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel. Aber auch Staaten in der Region, in denen die USA Militärbasen unterhalten, wurden angegriffen.

Umfragen zeigen nun, dass eine Mehrheit der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner den Angriff auf den Iran ablehnt.

donald trump
Der Iran-Krieg bringt Donald Trump sogar Kritik aus dem eigenen Lager ein: Gilt plötzlich nicht mehr «America first»? - keystone

Die genauen Zahlen variieren je nach Umfrage. Unter demokratischen Wählern ist die Ablehnung deutlicher. Bei republikanischen Wählern gibt es mehr Unterstützung für die Militäraktion.

Aber selbst Befürworter der Luftangriffe lehnen Bodentruppen ab. Nur eine kleine Minderheit würde den Einsatz von US-Soldaten im Iran unterstützen.

Kurz: Auch, wenn die Zahlen nicht in jeder Umfrage gleich sind, alle ergeben, dass die meisten gegen den Iran-Krieg sind.

Anti-Kriegs-Proteste in mehreren US-Städten

Diese Ablehnung zeigt sich auch auf den Strassen: Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs protestierten in den USA Hunderte Menschen gegen die Angriffe auf den Iran. Diese Anti-Kriegs-Proteste fanden in mehreren Städten statt.

Auch vor dem Weissen Haus in Washington versammelten sich Demonstrierende. Die US-Korrespondentin von SRF war vor Ort und hat sich die Argumente der Demoteilnehmenden angehört.

Demo Iran-Krieg
Demonstranten protestieren vor dem Weissen Haus in Washington, DC, am 28. Februar 2026. - keystone

Die Protestierenden kritisierten unter anderem den Einsatz von Steuergeldern für militärische Aktionen: «Keinen Cent und keinen Dollar für Krieg und Gemetzel», rufen sie lautstark vor dem Weissen Haus. Viele Teilnehmende bezeichnen den Konflikt als unnötig.

Der 25-jährige Steve äussert seine Bedenken deutlich: «Es geht nur um Öl und um die Interessen von Milliardären.» Er wolle nicht, dass junge Menschen wie er deshalb in den Krieg geschickt werden.

Demonstrantin: Will Trump mit Krieg von Epstein-Akten ablenken?

Die 40-jährige Robin warnt vor einer Eskalation des Konflikts. Sie befürchtet im schlimmsten Fall sogar einen dritten Weltkrieg.

Das iranische Regime unterdrücke sein Volk, gibt sie zu. Aber Amerika hätte bei erzwungenen Regimewechseln im Ausland eine schlechte Erfolgsquote, sagt Robin.

Sie hat auch ein selbstgemachtes Plakat dabei. Darauf fordert sie die vollständige Freigabe der Epstein-Akten.

Donald Trump Jeffrey Epstein
Damals waren sie Freunde: Donald Trump und Jeffrey Epstein an einer Party in Mar-a-Lago im Jahr 1992. - CNBC

Robin vermutet nämlich einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Iran-Angriffs und den jüngsten Veröffentlichungen der Epstein-Dokumente.

Gegenüber SRF sagt sie: «Es sieht so aus, dass es eine glaubwürdige Aussage einer jungen Frau gibt, die von Trump vergewaltigt wurde.» Trump wolle mit den Angriffen im Iran davon ablenken, so ihre Vermutung.

Will Trump mit dem Iran-Krieg vom Epstein-Skandal ablenken?

Die Demonstrantin Mayleen kritisiert die Prioritäten der Regierung gegenüber SRF: «America First, sagt Donald Trump immer. Warum setzt er das nicht um?», fragt sie. Das Geld solle beispielsweise für eine Krankenversicherung für alle ausgegeben werden.

Aber auch in anderen Städten wie zum Beispiel in New York gab es Proteste. Die 40-jährige New Yorker Willie Cotton sagt gegenüber dem britischen «Guardian»: «Ich bin gegen US-Bombardements».

Und weiter: «Ich unterstütze die Demonstrationen und ich unterstütze die Tausenden, die dort vom Regime getötet wurden. Aber die USA gehen nicht dorthin, um ihnen zu helfen oder um der Region zu helfen. Sie gehen dorthin, um ihre eigenen Interessen und Ziele zu verfolgen.»

Auch Stimmen im MAGA-Lager kritisieren Iran-Krieg

Kritik kommt aber auch vom MAGA-Lager: Einige Fans werfen Donald Trump vor, ein zentrales Wahlversprechen gebrochen zu haben. Der frühere Fox-News-Moderator Tucker Carlson bezeichnet den Schlag als «absolut ekelhaft».

Die frühere Trump-Vertraute Marjorie Taylor Greene schreibt auf X: «Immer America Last. Aber es fühlt sich diesmal an wie der schlimmste Verrat. Weil es von genau dem Mann in der Regierung kommt, von dem wir alle dachten, er sei anders.»

Anti-Kriegs-Demonstrationen haben in den USA eine lange Tradition. Bereits während des Vietnamkriegs gingen Millionen Menschen auf die Strasse.

Diese Proteste trugen massgeblich zum Rückzug der US-Truppen bei. Auch gegen den Irak-Krieg protestierten Tausende Amerikaner.

Protestierst du gegen den Iran-Krieg?

Und vor zwei Jahren demonstrierten viele Studierende aus Solidarität mit Palästina. So wurden beispielsweise im April 2024 Gebäude der New Yorker Elite-Uni Columbia von Studenten besetzt. Die Demonstrierenden kritisierten das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg und forderten Solidarität mit den Palästinensern.

Kommentare

User #2805 (nicht angemeldet)

Trump hat die ganze Welt ins VErderben gestütz, wegen seiner unaussprechlichen Geldgier. Was hat er davon? Das letzt Hemd hat auch bei ihm keine Taschen.

User #3496 (nicht angemeldet)

Und wir wollen, das Urkis fertig machen! Und Ekensky verschwindet! Viel wichtiger für uns!

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