Kritik: Trump-Schwiegersohn Kushner bereichert sich
Milliarden aus dem Golf, Kontakte ins Weisse Haus: Jared Kushner baut sein Finanz-Imperium aus – und lässt Kritik an sich abprallen.

Das Wichtigste in Kürze
- Trump-Schwiegersohn Jared Kushner baut sein Milliarden-Imperium aus.
- Dank dem Saudi-Kronprinzen fliessen zwei Milliarden Dollar in seine Investmentfirma.
- Die externe Kritik an einem Interessenkonflikt wächst.
Jared Kushner macht mit seiner Finanzfirma Affinity Partners grosse Geschäfte. Der Schwiegersohn von Donald Trump hat sein Vermögen auf rund eine Milliarde Dollar ausgebaut. Dabei profitiert der 45-Jährige von seinen politischen Verbindungen.
Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Er reist regelmässig im Auftrag des US-Präsidenten um die Welt.
Offiziell arbeitet er ohne Bezahlung für die Regierung. Doch seine private Investmentfirma erhält Milliardenbeträge von ausländischen Staatsfonds.
Die enge Beziehung zu den Golf-Staaten bringt Kushners Investmentfirma erhebliche Einnahmen. Die Saudis zahlen eine jährliche Gebühr von 1,25 Prozent.
Das ergibt bei zwei Milliarden Dollar Investition 25 Millionen Dollar pro Jahr für Kushner. Auch die Staatsfonds aus Abu Dhabi und Katar pumpen Geld in seine Firma.
Kronprinz überstimmt eigene Berater
Laut der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» verwarf der Investmentausschuss des saudi-arabischen Staatsfonds PIF Kushners Firma zunächst. Die Experten schrieben das Unternehmen als «unerfahren» ab und bemängelten «exzessive» Gebühren.
Trotz der Ablehnung durch die Fachleute investierte Saudi-Arabien schliesslich doch. Zu verdanken hat das Kushner seinem «guten Freund», dem Kronprinzen Mohammed bin Salman.
Dieser überstimmte 2021 seine eigenen Berater. Er genehmigte eine Investition von zwei Milliarden Dollar in die Fonds von Trumps Schwiegersohn.
Kushner sieht keine Interessenkonflikte
Dass Kushner den saudischen Kronprinzen als Freund bezeichnet, stört viele. Der Kronprinz soll 2018 die Tötung von Regimekritiker Jamal Khashoggi in Auftrag gegeben haben.
Kushner hat den Fall Khashoggi nie erwähnt. Für seine Investoren dürfte sich das ausgezahlt haben: Nach ihrem Einstieg bei Kushner wurde Donald Trump erneut zum US-Präsidenten gewählt.

Kushner selbst weist jede Vermischung von privaten Geschäftsinteressen und Politik zurück.
Seine Antwort zu Interessenskonflikt-Kritik gegenüber der «Financial Times»: «Viele Leute sehen in allem einen Interessenkonflikt. Das soll mich nicht stoppen.» Trump selbst lobte die Geschäfte seines Schwiegersohns öffentlich.
Kushner geht dabei geschickter vor als andere Trump-Familienmitglieder. Er betont stets seine unbezahlte Tätigkeit für die Regierung. Gleichzeitig baut er im Hintergrund sein Imperium aus.
Rückzug nach politischem Druck
Doch mindestens in einem Fall war Kushner weniger waghalsig.
Bei der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery wollte sich Kushners Fonds beteiligen. Affinity Partners schloss sich dem Angebot von Paramount an. Das Studio sollte für 108 Milliarden Dollar übernommen werden.
Hinter Paramount steht Larry Ellison, ein Freund von Donald Trump. Die Demokraten protestierten lautstark gegen Kushners Beteiligung. Unter dem politischen Druck zog er sich schliesslich zurück.
Kushners Geschäfte reichen bis in unsere Nachbarländer. Seine Firma hat in die deutsche Sportabo-Firma Egym investiert.

















