Kämpfte für ihren Vater in ICE-Haft: Ofelia (†16) an Krebs gestorben
Mit nur 16 Jahren kämpfte Ofelia Torres nicht nur für die Freiheit ihres Vaters, sondern auch gegen den Krebs. Nun ist die Teenagerin verstorben.

Das Wichtigste in Kürze
- Ofelia kämpfte für ihren inhaftierten Vater – nun verlor sie mit 16 den Kampf gegen Krebs.
- Ihr Vater wurde bei einer ICE-Razzia rechtswidrig festgenommen.
- Kurz vor ihrem Tod gewährte ihm das Gericht die Freilassung und eine Aufenthaltserlaubnis.
Ofelia Giselle Torres Hidalgo aus Chicago ist mit nur 16 Jahren an einer seltenen Krebsart gestorben. Sie hatte sich monatelang für die Befreiung ihres Vaters aus der rechtswidrigen Inhaftierung durch die Einwanderungsbehörde ICE eingesetzt. Die Familie bestätigte ihren Tod am vergangenen Freitag, wie der «Spiegel» schreibt.
Im Dezember 2024 erhielt die US-Staatsbürgerin die Diagnose einer aggressiven Krebserkrankung.
Trotz Chemotherapie und Bestrahlung verschlechterte sich ihr Zustand zusehends. Während ihrer Behandlung kämpfte sie unermüdlich für ihren Vater.
Familie kämpft gegen unrechtmässige Inhaftierung
Im Oktober 2025 wird Ruben Torres Maldonado von ICE-Beamten in einem Baumarkt festgenommen. Die Festnahme erfolgt im Rahmen der Operation «Midway Blitz», einer grossangelegten Einwanderungsrazzia. Der Familie droht die Trennung durch Abschiebung.
Die 16-Jährige nimmt trotz ihrer schweren Krankheit öffentlich Stellung. Sie erscheint im Rollstuhl vor Gericht und spricht bei Pressekonferenzen.
Die Anwälte der Familie legen Widerspruch gegen die Inhaftierung ein. Sie argumentieren, dass die Festnahme rechtswidrig erfolgt sei. Ein Richter gibt ihnen Ende Oktober Recht.
Am 30. Oktober kommt Torres Maldonado wieder frei. Das Gericht stellt fest, dass seine Inhaftierung gegen geltendes Recht verstossen habe.
Bürgermeister kritisiert Trumps Einwanderungspolitik scharf
Inzwischen ist seine Tochter verstorben.
Chicagos Bürgermeister Brandon Johnson trauerte öffentlich um die Jugendliche. Er bezeichnete sie als mutige junge Frau, die für ihre Familie gekämpft habe. Johnson kritisierte dabei Donald Trumps Einwanderungspolitik.
Der Demokrat sprach von einer «grausamen, gezielten Kampagne» Trumps. Diese nehme Familien die Menschlichkeit, die Gemeinschaften ausmache. Die Geschichte der Familie Torres gleiche dem Terror unzähliger Familien.

Auch Maldonados Anwalt fand laut «Spiegel» bewegende Worte: «Ofelia war angesichts der Inhaftierung ihres Vaters durch die Einwanderungsbehörde ICE und der drohenden Abschiebung heldenhaft und mutig.» Er würdigte ihren Kampf für das Richtige bis zum letzten Atemzug.
Gericht gewährt Vater dauerhafte Aufenthaltserlaubnis
Vergangene Woche entschied ein Einwanderungsgericht zugunsten von Torres Maldonado.
Er erhält unter bestimmten Voraussetzungen eine «Aufhebung der Abschiebung». Grund sei die psychische Last, die durch eine Abschiebung für die Kinder hervorginge.
Das Urteil eröffnet Torres Maldonado den Weg zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung. Später kann er sogar die US-Staatsbürgerschaft beantragen. Bei der entscheidenden Anhörung war Ofelia noch per Zoom zugeschaltet.
Verschärfte Einwanderungspolitik unter Trump
Die Trump-Administration hat ihre Einwanderungspolitik seit dem Amtsantritt drastisch verschärft. ICE-Razzien finden regelmässig in Wohngebieten und Arbeitsstätten statt.

Die «Operation Midway Blitz» war Teil dieser neuen Strategie. Dabei werden gezielt Personen ohne gültige Aufenthaltspapiere festgenommen. Auch Menschen mit langjährigem Bezug zu den USA sind betroffen.




















