Bürger in Minneapolis: «Wir haben Albträume von ihnen»
Die Proteste in Minnesota gegen die ICE-Agenten dauern an. Die Demonstranten haben sich mit Trommeln gerüstet, um dem ICE-Chef eine Goodbye-Party zu bescheren.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Tod von Alex Pretti dauern die Proteste in Minnesota an.
- Die Demonstrierenden verursachen vor dem Hotel des ICE-Chefs ordentlich Lärm.
- Sie hätten Albträume wegen der ICE-Behörde, so eine junge Frau.
- Im Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.
Nach der Tötung von Renée Good in Minnesota kommt es in dem US-Bundesstaat zu massiven Protesten gegen ICE. Dabei wurde mit Alex Pretti ein weiterer US-Bürger durch Schüsse von Grenzschützern getötet.
In beiden Fällen sprechen Regierungsvertreter von Notwehr, es handle sich um «inländische Terroristen». Videoaufnahmen lassen Zweifel an diesen Darstellungen aufkommen. Und auch Donald Trump widerspricht.
Im Ticker liest du die neusten News zum Thema:
Bürger von Minneapolis: «Wir haben Albträume von ihnen»
11.25: Vor dem unscheinbaren Hotel, in dem ICE-Chef Gregory Bovino untergebracht sein soll, haben sich am Montagabend zahlreiche Protestierende lautstark eingefunden.
Mit Schreien, Trommeln und einem Megafon wollen sie dafür sorgen, dass Bovino sie «nicht so schnell vergisst», wie eine Demonstrantin gegenüber dem «Spiegel» sagt.

US-Präsident Trump hatte zuvor verkündet, den Kommandeur aus der Stadt abzuziehen. «Wir haben Albträume von ihnen», so die Demonstrantin.
Deshalb soll nun auch Bovino nicht ruhig schlafen können. «Verpiss dich. F*ck you, bitch!», ertönt es aus dem Megafon.
Trump spricht nun von «Deeskalation» in Minneapolis
09.47: US-Präsident Donald Trump stellt nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis einen gemässigteren Kurs seiner Regierung in Aussicht. «Wir werden ein wenig deeskalieren», sagte Trump im Interview des Senders Fox News. Details nannte er nicht.
Damit blieb etwa offen, ob oder in welchem Umfang sich die von Teilen der US-Bevölkerung scharf kritisierten Taktiken der Einwanderungsbeamten ändern sollen. Einen Abzug der Einsatzkräfte aus dem US-Bundesstaat Minnesota, in dem Minneapolis liegt, schloss Trump zunächst aus.
ICE-Agenten setzen Schweizer Waffe ein
09.00: Gemäss einer Analyse des «Tagesanzeiger» gehen die ICE-Beamten mit Schweizer Waffen gegen die Demonstrierenden vor. Der Tränengas-Granatwerfer, der in Thun von der Firma B&T (ehemals Brügger & Thomet) entwickelt wurde, wird als «nicht tödlich» vermarktet.

In Aufnahmen von US-Medien, welche die Zeitung analysierte, ist die ICE-Eliteeinheit mit Waffen vom Typ GL-06 von B&T ausgerüstet. Auch zu sehen ist, wie Beamte mehrere Schüsse auf die Gesichter der Demonstrierenden abfeuern.
Der Hersteller warnt derweil vor genau dieser Praxis, wie firmeneigene Unterlagen belegen. Erst kürzlich betonte die Firma in einem Interview, wie wichtig die Kontrolle bei der Anwendung ihrer Waffen sei.
Ermittlung: Zwei Beamte schossen während Konflikt
03.00: Das Heimatschutzministerium hat einen ersten Ermittlungsbericht an den US-Kongress abgegeben. Wie «CNN» berichtet, geht daraus hervor, dass zwei Beamte während der Auseinandersetzung mit Pretti geschossen haben.
Demnach widersetzte sich der Pfleger der Festnahme, woraufhin es zu einem Gerangel kam. Als Pretti am Boden lag, rief ein Beamter: «Er hat eine Waffe.» Rund fünf Sekunden später feuerten zwei Grenzschützer Schüsse ab.

In den Videoaufnahmen des Vorfalls war ersichtlich, dass ein Beamter die Waffe Prettis kurz vor den Schüssen entfernt hatte. Im Bericht steht: «Nach den Schüssen bestätigte ein Grenzschützer, dass er im Besitz der Waffe sei.»
Katy Perry ruft zu Widerstand auf:
20.45: Popstar Katy Perry (41) hat die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE auf den Strassen des Landes verurteilt und ihre Landsleute zum Widerstand aufgerufen.
Auf Instagram fordert die US-Sängerin in einer Nachricht an ihre mehr als 200 Millionen Follower, Protestschreiben an Senatoren zu schicken oder bei ihnen anzurufen, um einen Finanzierungsstopp für ICE zu erwirken.
«Es ist an der Zeit, Wut in Taten zu verwandeln», schrieb Perry. Die Verhaftungen von US-Bürgern und Ausländern sowie Angriffe auf friedliche Demonstranten seien nicht mehr zu ertragen, heisst es im Beschwerdeschreiben. Perrys Posting erhielt binnen weniger Stunden mehr als 150'000 Likes.
Dazu postete Perry konkrete Handreichungen wie eine Vorlage für Beschwerdeschreiben. Das Ziel: Budgetmittel für die Migrationsbehörde sollen vom US-Parlament blockiert werden.
Trump: Getöteter US-Bürger hätte keine Waffe tragen sollen
02.30: Alex Pretti hätte aus Sicht von Donald Trump keine Waffe tragen sollen. Der Republikaner sagte auf einer Reise im US-Bundesstaat Iowa auch: «Er hatte eine Waffe, das gefällt mir nicht.»
Zudem habe er zwei voll geladene Magazine bei sich gehabt. Zugleich sprach Trump von einem «bedauerlichen Vorfall». Nach Polizeiangaben war Pretti zum Tragen einer Schusswaffe berechtigt.
Zudem verneinte Trump die Frage, ob das Opfer ein Attentäter sei. «Der Tod ist einfach ein sehr unglücklicher Vorfall», der untersucht werden müsse.















