Golfstaaten verlieren Vertrauen in die USA wegen Iran-Krieg
Hinter verschlossenen Türen wächst der Frust: Mehrere Golfstaaten zweifeln an Trumps Strategie im Iran-Krieg.

Das Wichtigste in Kürze
- Golfstaaten werden massiv durch iranische Raketen und Drohnen angegriffen.
- Sie zweifeln an Trumps Strategie und fordern mehr Sicherheit.
- Trump versucht, seine Verbündeten zu beruhigen.
Gesperrte Lufträume, Raketenangriffe und brandgefährliche Handelswege: Seit rund einem Monat leiden die Golfstaaten unter dem Iran-Krieg. Immer wieder geraten amerikanische Militärstützpunkte, Ölanlagen und Flughäfen in der Region ins Visier Teherans.
So wurde das Königreich Bahrain seit Kriegsbeginn mit insgesamt 174 Raketen und 385 Drohnen aus dem Iran angegriffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur «AP».
Mehrere Golfstaaten kritisieren nun hinter vorgehaltener Hand die Strategie der Trump-Regierung. Auch fehlende Sicherheitsgarantien sorgen für Unmut. Dies berichtet das Newsportal «Bloomberg» unter Berufung auf Regierungsbeamte.
Hat Trump keinen Plan?
Aus Angst vor dem US-Präsidenten sollen die Golfstaaten ihre Bedenken nicht öffentlich äussern. Auch eine Aufforderung zum Abzug des US-Militärs aus der Region ist laut «Bloomberg» unwahrscheinlich.
Die Vereinigten Arabischen Emirate liebäugeln darum mit einer schlagkräftigen Koalition verschiedener Länder in der Region. Das Ziel: Die Bedrohung in der Strasse von Hormus soll beendet werden.
Die Meerenge gilt als wichtige Lebensader des Welthandels – besonders für die Golfstaaten. Wegen iranischer Angriffe auf verschiedene Frachtschiffe kam der Verkehr in den Gewässern fast vollständig zum Erliegen. Den Öl-Exporteuren entgehen dadurch Einnahmen in Milliardenhöhe.
Ein brüchiger Waffenstillstand?
Für die Vereinigten Arabischen Emirate ist dieser Kriegszustand unzumutbar. Anwar Gargash ist politischer Berater von Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate. Gargash sagte vor wenigen Tagen: „Es ist unvorstellbar, dass diese Aggressionen zu einem dauerhaften Bedrohungszustand werden.“
Er betonte, dass jeder Waffenstillstand Irans „nukleare Bedrohung, Raketen, Drohnen und die Einschüchterung in den Meerengen“ eindämmen müsse.
«Wir werden sie beschützen»
Gargash fürchtet einen brüchigen Deal zwischen Washington und Teheran, berichtet «Bloomberg». Denn Irans Raketen-Produktion könne kaum mit einem Vertrag eingedämmt oder kontrolliert werden. Auch die Unterstützung für militante Gruppen wie die Hisbollah und Hamas könnte weitergehen.
Donald Trump versucht deshalb, seine Verbündeten im Nahen Osten zu beruhigen. «Wir werden sie beschützen. Wir wissen, sie waren sehr gut zu uns», sagte der US-Präsident kürzlich in Richtung der Vereinigte Arabische Emirate.



















