Ex-Republikaner Amash strebt Präsidentschaftskandidatur an
Justin Amash meldet seine Präsidentschaftskandidatur an. Der Unabhängige hatte 2019 als Kritik zum Zwei-Parteien-System die republikanische Partei verlassen.

Das Wichtigste in Kürze
- Justin Amash kandidiert als Unabhängiger für das Amt des US-Präsidenten.
- Seine Kandidatur könnte Joe Biden einige konservative Stimmen kosten.
- Andererseits könnte auch Trump einige Stimmen beim Unabhängigen verlieren.
Im Rennen um die US-Präsidentschaft hat sich der unabhängige Abgeordnete Justin Amash ins Spiel gebracht. Er habe einen Sondierungsausschuss ins Leben gerufen, der die Möglichkeit für eine Präsidentschaftsnominierung der Libertären Partei auslote, so Amash
«Ich bin aufgeregt und geehrt, diese ersten Schritte dahin zu gehen, Amerikanern jeden Hintergrundes als Präsident zu dienen.» Das schrieb er am Dienstag (Ortszeit) auf Twitter. Dazu verlinkte er eine Kampagnen-Webseite mit dem Titel «Amash for America».
Let’s do this. https://t.co/AhpQQhTauh
— Justin Amash (@justinamash) April 29, 2020
Der Abgeordnete aus dem Gliedstaat Michigan war im Juli 2019 aus Kritik am Zustand des Zwei-Parteien-Systems bei den Republikanern ausgetreten. Er hatte sich anschliessend für unabhängig erklärt. Der 40-Jährige ist wiederholt mit scharfer Kritik an US-Präsident Donald Trump aufgefallen. So schloss er sich im Sommer einer Resolution an, die als rassistisch kritisierten Attacken Trumps auf vier demokratische Abgeordnete verurteilte.

Obwohl die Vorwahlen noch laufen, steht bei den Demokraten Joe Biden als Präsidentschaftskandidat quasi fest. Da sich der linke Senator Bernie Sanders aus dem Rennen zurückgezogen hat. Auch die Vorwahl im Bundesstaat Ohio am Dienstag entschied der 77-jährige frühere Vize-Präsident Medienberichten zufolge klar für sich. Auch wenn Sanders noch mit auf dem Wahlzettel stand.
Briefwahlen wegen Corona-Pandemie
Wegen der Corona-Pandemie konnte bei der von Mitte März auf Dienstag verschobenen Wahl nur per Brief abgestimmt werden. Die offizielle Kandidatenkür ist im Sommer geplant, wenn auf einem Demokraten-Parteitag der Herausforderer des republikanischen Amtsinhabers Trump nominiert wird.
Unklar ist, wie sich eine Kandidatur Amashs auf die US-Wahl auswirken könnte. Denkbar wäre laut «New York Times» etwa, dass der konservative Amash Wähler abfischen könnte. Diejenigen die sonst, wenn auch widerstrebend, Biden ihre Stimme gegeben hätten, weil sie gegen Trump sind, könnten Amash wählen.
Das würde Trump eher zur Wiederwahl verhelfen. Andererseits könnte Amash mit seiner fundamentalen Kritik an der Parteipolitik Konservative aus Trumps Lager abziehen. Das wiederum würde Biden nach vorn bringen.
















