Binance meldet mutmasslich grössten Krypto-Hack der Geschichte
Hacker haben bei der Krypto-Börse Binance offenbar Milliarden erbeutet. Es wäre der grösste Krypto-Hack der Geschichte, Nordkorea steht im Verdacht.

Das Wichtigste in Kürze
- Binance meldet einen Hack mit Auswirkungen von rund 6,3 Milliarden Dollar.
- Rund 3 Milliarden Dollar sind eingefroren, Binance will alle Verluste ersetzen.
- Bitcoin und BNB geben nach, Ermittler vermuten Nordkorea hinter dem Binance-Hack.
Die weltgrösste Krypto-Börse Binance ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Nach eigenen Angaben beläuft sich der Schaden auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Damit wäre es der grösste Krypto-Hack aller Zeiten. Den bisherigen Rekord hielt der Angriff auf die Börse Bybit im Februar 2025 mit rund 1,5 Milliarden Dollar.
Der Angriff erfolgte am späten Donnerstagabend. Gegen 1.30 Uhr in der Nacht auf Freitag teilte Binance mit, Ein- und Auszahlungen seien vorübergehend ausgesetzt. Die Börse führe Sicherheitsprüfungen durch, friere Gelder ein und arbeite mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen.
Rund 3 Milliarden Dollar eingefroren
Die Zahlen schwankten im Verlauf des Abends stark – zuerst war von rund 2 bis 2,8 Milliarden Dollar die Rede. Die Datenfirma Arkham zählte später in den Wallets der Angreifer mehr als 5,7 Milliarden Dollar. Darunter knapp 1,5 Milliarden in Bitcoin und rund 900 Millionen in Ether. Binance selbst spricht nun von 6,3 Milliarden.

Binance und seine Partner konnten nach eigenen Angaben rund 3 Milliarden Dollar einfrieren. Der Stablecoin-Anbieter Tether sperrte laut Firmenchef Paolo Ardoino etwa 1,6 Milliarden Dollar. Auch Circle und Ripple froren Gelder ein. Ein grosser Teil der erbeuteten Mittel lag in Stablecoins, die sich schnell blockieren lassen.
Binance will Verluste übernehmen
Binance-Mitgründerin Yi He schrieb auf X: «Nutzergelder sind sicher.» Die Börse werde alle Verluste aus dem Hack übernehmen. Auch Ex-Chef Changpeng Zhao, der weiterhin Mehrheitsaktionär ist, äusserte sich. «Es sieht nach einem Hack auf Binance aus», schrieb er – er erwarte, dass alle Nutzergelder vollständig gedeckt würden.
Wie die Angreifer vorgingen, ist noch nicht gesichert. Laut einer ersten Untersuchung von Binance führt die Spur zum kompromittierten Laptop eines Ingenieurs. Damit hätten sich die Täter Zugang zu den Systemen verschafft und Auszahlungen ausgelöst.

Sicherheitsforscher vermuten dagegen eine Schwachstelle bei der Ethereum-Funktion EIP-7702. Binance hat dazu noch keine technische Erklärung veröffentlicht. Eine detaillierte Analyse will die Börse nachreichen, sobald die Fakten geprüft sind.
Die Ermittler ZachXBT und Blockaid halten Nordkorea für wahrscheinlich verantwortlich. Bestätigt ist das bisher nicht.
Kurse unter Druck
An den Märkten gaben die Kurse nach. Bitcoin fiel zeitweise unter 77'000 Dollar. Binances eigene Kryptowährung BNB verlor laut AFP knapp 10 Prozent. «Das ist beispiellos», sagte Kevin March, Mitgründer der Handelsfirma JPEG Trading, die den Hack beobachtet hatte.

Der Angriff folgt auf eine Reihe von Cybervorfällen im Oktober. Am selben Tag meldete auch der Wettmarkt-Anbieter Polymarket einen Hack bei einem Drittanbieter. Dort ging es um weniger als 3 Millionen Dollar.


















