War Fürst Alberts Grosscousin (†29) in Krypto-Affäre verwickelt?
Der Tod von Fürst Alberts Grosscousin Antoine de Massy (†29) gibt Rätsel auf. Nun kursieren Gerüchte über mögliche Verbindungen zur Kryptobranche.

Das Wichtigste in Kürze
- Antoine de Massy wurde letzten Sonntag mit nur 29 Jahren tot aufgefunden.
- Der Grosscousin von Fürst Albert II. war in der Kryptobranche aktiv und gründete 2021 ein Digitalunternehmen.
- Nun werden Verbindungen zur umstrittenen Kryptobörse Zondacrypto laut.
Der plötzliche Tod von Antoine de Massy (†29), einem Grosscousin von Fürst Albert II. (68), sorgt in Monaco für Aufsehen. Am Sonntagnachmittag, dem 25. Oktober, wurde der junge Mann leblos in einer Grünanlage nahe der Villa Sauber entdeckt.
Ein 42-jähriger Ukrainer, der in Monaco lebt, befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Gleichzeitig werden Gerüchte über mögliche Verbindungen des Verstorbenen zur Kryptobranche laut.
Auslöser für die Suche nach Antoine war sein Fernbleiben vom gemeinsamen Familienessen am Sonntagmittag. Weil seine Angehörigen beunruhigt waren, alarmierten sie die Polizei.

Noch am selben Nachmittag fanden die Beamten seinen Leichnam. Bei der Auswertung von Überwachungskameraaufnahmen geriet ein Mann ins Visier der Ermittler, der zuvor gemeinsam mit Antoine gesehen worden war. Der Verdächtige wurde am Montagmorgen festgenommen.
Am Mittwoch bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass er in Untersuchungshaft sitzt. Ihm werden unterlassene Hilfeleistung und fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP starb Antoine infolge eines Sturzes aus 13 Metern Höhe. Er soll vom Boulevard du Larvotto auf einen Grünstreifen hinter einem Gebäude gestürzt sein.
Verbindungen zur Tech-Szene
Antoine stammte aus einer Familie, die eng mit dem monegassischen Fürstenhaus verbunden ist.
Sein Vater war Baron Christian de Massy (77), seine Mutter Cécile Gelabale. Über seine Grossmutter Prinzessin Antoinette (†90) war er mit der Familie des Fürsten verbunden. Sie war die ältere Schwester von Fürst Rainier III. (†81), dem Vater von Albert II.
Schon in jungen Jahren verfolgte Antoine grosse sportliche Ambitionen. Als Jugendlicher trainierte er an der renommierten Tennisakademie von Nick Bollettieri (†91) in Florida. Sein Ziel war es, zur Weltspitze aufzusteigen und Monaco bei Olympischen Spielen zu vertreten.

Später verlagerte sich sein Interesse auf digitale Technologien und die Blockchain-Branche. Laut Medienberichten war Antoine in der monegassischen Tech-Szene gut vernetzt. Blockchain bezeichnet eine digitale Datenbank, in der Informationen dezentral und manipulationssicher gespeichert werden.
Im Jahr 2021 war Antoine Mitbegründer der «Association Cryptographique de Monte-Carlo». Im selben Jahr wirkte er ausserdem an der Gründung des Digitalunternehmens Instant App mit.
Zwei Jahre später trat er beim Digital Innovation Summit in Monaco auf und referierte dort über Blockchain sowie kryptografische Verfahren. Dabei handelt es sich um Algorithmen und Protokolle, mit denen digitale Informationen verschlüsselt werden.
Gerüchte über die Kryptobörse Zondacrypto
In Monaco werden inzwischen auch mögliche Verbindungen Antoines zur umstrittenen Kryptobörse Zondacrypto diskutiert. Ein Insider aus dem Umfeld der Grimaldis berichtete der «Bild» von entsprechenden Gerüchten.
Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit sogar mit der Stiftung von Fürstin Charlène (48) zusammengearbeitet und steht mittlerweile im Zentrum internationaler Ermittlungen.
Zondacrypto wurde 2014 in Polen gegründet. Im Frühjahr 2026 brach die Plattform zusammen, nachdem Tausende Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Guthaben hatten.
Die polnische Staatsanwaltschaft untersucht den Verdacht auf Betrug und Geldwäsche. Der zunächst bezifferte Schaden beläuft sich auf mindestens 350 Millionen Złoty, was rund 73,4 Millionen Franken entspricht.

Mittlerweile ist die Betreibergesellschaft insolvent. In Polen hat sich der Fall zudem zu einer grösseren Affäre entwickelt, bei der auch mögliche politische Verbindungen eine Rolle spielen.
Bislang gibt es allerdings keinen Nachweis für geschäftliche Beziehungen zwischen Antoine und Zondacrypto. Ebenso liegen keine Erkenntnisse vor, die einen Zusammenhang zwischen dem Kryptoskandal und seinem Tod belegen würden.
Der Insider betont gegenüber dennoch die Bedeutung von Antoines Stellung in der Branche: «Es zeigt aber, dass Fürst Albert II. dem ehrgeizigen Jungunternehmer sein Vertrauen geschenkt hatte. Ohne das Okay vom Fürsten hätte Antoine nicht diese Positionen in der Tech-Szene einnehmen können», so der Informant.
Monaco unter internationalem Druck
Der Todesfall ereignet sich in einer für das Fürstentum wirtschaftlich wichtigen Woche. Am Freitag könnte entschieden werden, ob Monaco von der internationalen grauen Liste der Länder mit erhöhtem Geldwäscherisiko gestrichen wird.
Seit Juni 2024 steht Monaco unter verstärkter Beobachtung der Financial Action Task Force (FATF), die Mängel bei der Geldwäschebekämpfung kritisiert hatte. Auch den bislang wenig transparenten Kryptomarkt will die Regierung stärker regulieren.
Ein im August 2026 vorgelegter Gesetzentwurf sieht vor, zahlreiche Kryptogeschäfte zu untersagen.


















