Alle Stimmen ausgezählt: Patt nach Wahl in Israel
Die Parlamentswahl in Israel endet im Patt: Weder Netanjahus Koalition mit 53 Sitzen noch Gadi Eisenkots Lager mit 48 Sitzen erreicht die Mehrheit.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei der Israel-Wahl verfehlen Netanjahus Koalition und Eisenkots Lager die Mehrheit.
- Netanjahus Likud bleibt stärkste Partei, Eisenkots Jaschar wird mit 21 Sitzen zweite.
- Arabische Parteien holen 19 Sitze, Eisenkot knüpft eine Zusammenarbeit an Bedingungen.
Nach Auszählung aller Stimmen haben bei der Parlamentswahl in Israel sowohl die Regierungskoalition von Benjamin Netanjahu als auch das Oppositionslager von Gadi Eisenkot eine absolute Mehrheit verfehlt.
Das teilte die Zentrale Wahlkommission Israels in der Nacht mit. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die bisherige Koalition aus rechten, rechtsextremen und religiösen Parteien auf 53 Sitze im Parlament (2022: 64 Sitze). Für eine Mehrheit bräuchte es 61 Mandate.
Die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu verliert demnach fünf Sitze, bleibt mit 27 Mandaten jedoch die stärkste Partei im Parlament (Knesset). Als zweitstärkste Kraft geht den Angaben zufolge die von Eisenkot neu gegründete Mitte-Partei Jaschar mit 21 Sitzen aus der Wahl hervor. Das Oppositionsbündnis vereint demnach insgesamt 48 Mandate auf sich.
Das Ergebnis führt zu einem Patt im Parlament – und zu einer schwierigen Regierungsbildung.
Eisenkot wäre auf arabische Parteien angewiesen
Um eine Mehrheit von 61 Sitzen zu erreichen, wäre Eisenkots Oppositionslager rechnerisch auf die Unterstützung der vorwiegend arabischen Parteien angewiesen. Diese erzielten mit zusammen 19 Mandaten ein historisches gutes Ergebnis (2022: 10 Sitze).
Einer Zusammenarbeit mit arabischen Vertretern stehen jedoch Vorbehalte innerhalb der Opposition entgegen. Eisenkot knüpft eine Regierungsbildung an strikte Bedingungen.
Mögliche Partner müssen demnach ein Bekenntnis zum jüdischen und demokratischen Charakter des Staates Israel unterzeichnen, eine allgemeine Dienstpflicht anerkennen sowie die islamistische Hamas als Terrororganisation einstufen.












