Apple will um Erlaubnis zum Abhören von Siri bitten

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Italien,

Apple wird Siri-Nutzer künftig um eine Erlaubnis zum Anhören von Aufnahmen bitten. Der Konzern stand zuvor unter Druck.

Apple will künftig die Nutzer des Sprachassistenten Siri um eine Erlaubnis zum nachträglichen Anhören von Mitschnitten bitten. Foto: Alexander Heinl
Apple will künftig die Nutzer des Sprachassistenten Siri um eine Erlaubnis zum nachträglichen Anhören von Mitschnitten bitten. Foto: Alexander Heinl - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple will ab Herbst seine Nutzer um eine Anhörungs-Erlaubnis von Aufnahmen fragen.
  • Unterhaltungen der Nutzer mit Siri sollen nicht mehr langfristig gespeichert werden.

Apple wird als erster Anbieter von Sprachassistenten die Nutzer um eine Erlaubnis zum nachträglichen Anhören von Mitschnitten durch Mitarbeiter fragen. Der iPhone-Konzern hatte diesen Schritt bereits Anfang des Monats in Aussicht gestellt. Dies nachdem das Bekanntwerden der Praxis massive Kritik ausgelöst hatte.

Ausserdem wird Apple von Unterhaltungen der Nutzer mit der Sprachassistentin Siri keine Aufzeichnungen mehr langfristig speichern.

Qualität der Spracherkennung verbessern

Bei Assistenzsoftware wie Amazons Alexa, dem Google Assistant und Siri wurden Mitschnitte seit Jahren von Menschen angehört und abgetippt. Dies um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. Es geht dabei zum Beispiel um Fälle, in denen die Sprachassistenten den Befehl nicht verstanden. Oder die falsche Erkennung von Aktivierungswörtern sowie den Umgang mit neuen Sprachen und Dialekten.

Die Anbieter betonen, dass die Aufnahmen davor anonymisiert würden. Den Nutzern war die Praxis allerdings weitestgehend nicht bewusst, bis vor einigen Monaten erste Medienberichte dazu auftauchten. Google und Apple setzten die Auswertung durch Menschen vor einigen Wochen aus. Amazon gab Nutzer die Möglichkeit, die Nutzung von Mitschnitten zur Verbesserung des Dienstes abzulehnen.

Apple iPhones
Das iPhone X von Apple war auch von der künstlichen Leistungsdrosselung betroffen. - dpa

Der Fokus auf Siri war durch einen Bericht der Zeitung «Guardian» Ende Juli gelenkt worden. Der Mitarbeiter eines Apple-Dienstleisters erzählte, auf den Aufnahmen seien zum Teil sehr private Details zu hören. So schnappe Siri auch Fragmente von Gesprächen mit medizinischen oder geschäftlichen Inhalten auf. Sogar mögliche kriminelle Aktivitäten oder auch Nutzer beim Sex werden aufgenommen.

Die ausgewählten Mitschnitte werden künftig nur noch von Apple-Mitarbeitern und nicht mehr bei externen Dienstleistern angehört. Dies wurde nun angekündigt. Bereits vergangene Woche war von Kündigungen bei einem entsprechenden Dienstleister in Irland berichtet worden.

Apple durch Enthüllungen in Punkto Siri unter Druck

Apple geriet durch die Enthüllungen besonders unter Druck. Dies weil der Konzern sich seit Jahren als Hüter der Privatsphäre seiner Nutzer gegen Konkurrenten wie Google profilieren will.

Apple Siri
Apple schraubt die Prämien für entdeckte Sicherheitslücken hoch. Foto: Stefan Jaitner - dpa-infocom GmbH

Der Konzern verwies aber ursprünglich nur in einem Sicherheitsdokument darauf, dass auch Transkriptionen für die Dienst-Verbesserung eingesetzt werden können. Nach dem Papier im Bereich für Entwickler musste man allerdings erst suchen. Und die Nutzer wurden bei der Einrichtung von Siri bisher nicht explizit auf diese Möglichkeit hingewiesen.

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