Der Staatsanwalt spricht von «unentschuldbaren Verletzungen des Gesetzes»: Zwei Schuldsprüche im Zusammenhang mit der Ermordung des Bürgerrechtlers Malcolm X sind aufgehoben worden. Nach Jahrzehnten.
Der US-amerikanische Bürgerrechtler Malcolm X auf einer Kundgebung 1963. (Archivbild). Foto: dpa
Der US-amerikanische Bürgerrechtler Malcolm X auf einer Kundgebung 1963. (Archivbild). Foto: dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des US-Bürgerrechtlers Malcolm X sind die Schuldsprüche gegen zwei Männer, die im Zusammenhang mit seiner Ermordung verurteilt worden waren, wieder aufgehoben worden.

«Ich entschuldige mich für ernste und unentschuldbare Verletzungen des Gesetzes», sagte der New Yorker Staatsanwalt Cy Vance am Donnerstag. Zuvor war eine fast zweijährige Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass die Schuldsprüche gegen Muhammad Aziz und Khalil Islam unter anderem wegen widersprüchlicher Zeugenaussagen und fehlender Beweise nicht aufrecht erhalten werden könnten.

Islam hatte nach der Verurteilung 20 Jahre im Gefängnis verbracht und war 2009 gestorben. Aziz war 1985 aus dem Gefängnis entlassen worden. «Ich brauche nicht dieses Gericht, nicht diese Strafverteidiger und kein Stück Papier, um mir zu sagen, dass ich unschuldig bin», sagte Aziz laut «New York Times». «Ich bin ein 83-Jähriger, der vom Justizsystem kriminalisiert worden ist.»

Der Schuldspruch eines dritten Mannes, der den Mord damals gestanden hatte, bleibt bestehen. Malcolm X war im Februar 1965 in New York erschossen worden.

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