Tierschutz: Kuhreiher brütet erstmals in der Schweiz
Tierschutz Freunde jubeln: Die Schweiz hat einen neuen Brutvogel. Zum ersten Mal hat der Kuhreiher in unserem Land gebrütet.

Das Wichtigste in Kürze
- Zum ersten Mal hat der Kuhreiher in der Schweiz gebrütet.
- Der Vogel besiedelt alle Kontinente ausser der Antarktis
- Das Kuhreiherpaar stammt wahrscheinlich aus einer Vogelgruppe, die im Tessin überwinterte.
Wer sich für den Tierschutz einsetzt weiss, das dies ein Höhepunkt einer längeren Entwicklung ist: Zum ersten Mal hat der Kuhreiher in der Schweiz gebrütet.
Der Kuhreiher ist komplett weiss gefärbt mit gelbem Schnabel. Er erinnert daher an einen Silberreiher, ist aber sehr viel kleiner. Zur Balzzeit legt er ein extravagantes Prachtgefieder an.

Seinen Namen hat er durch sein spezielles Verhalten bekommen: Er hält sich gerne in unmittelbarer Nähe von Büffeln und Kühen, aber auch Pferden und Schafen auf. Dabei stürzt er sich auf Insekten, die die Tiere aufscheuchen.
Spektakuläre Ausbreitung
Der Kuhreiher zeigt die wohl spektakulärste Ausbreitungsgeschichte aller Vögel. Noch bis ins 19. Jahrhundert kam er nur in Afrika südlich der Sahara vor. Danach folgte eine beispiellose weltweite Ausbreitung: Er besiedelte alle Kontinente ausser der Antarktis und wurde auch in Europa sesshaft, wo mittlerweile rund 90'000 Paare brüten.
Erfolg für den Tierschutz: Paar brütet in der Schweiz
Diese Ausbreitung in Europa machte sich auch in der Schweiz bemerkbar: Innert weniger Jahre hat er sich vom seltenen Frühlingsgast zur ganzjährig vorkommenden Art gemausert.
Wahrscheinlich aus einer Gruppe von fast 40 im Tessin überwinternden Kuhreihern hat sich in diesem Jahr ein Paar gebildet. Dieses hat erfolgreich eine Brut mit vier Jungen aufgezogen – zum ersten Mal in der Schweiz. Dies verkündet die Vogelwarte Sempach, die sich für den Tierschutz unserer gefiederten Freunde einsetzt.
Dass die Kuhreiher in einem Schutzgebiet brüten, zeigt, dass sie trotz Anpassungsfähigkeit zur Brutzeit sensibel auf Störungen reagieren. Weitere Reiherarten stehen vor den Toren der Schweiz und könnten bei uns brüten. Aber nur wenn weiter in den Tierschutz investiert wird. Denn es müssen Feuchtgebiete renaturiert und die Vögel vor Störungen geschützt werden.












