Berner Kantonslabor zeigte letztes Jahr 230 Lebensmittelbetriebe an
Das Kantonale Laboratorium hat im vergangenen Jahr 6'659 Lebensmittelbetriebe inspiziert. Dabei musste es 1075 kleinere und grössere Beanstandungen aussprechen. 230 Betriebe wurden angezeigt, sieben geschlossen, wie aus einer Mitteilung der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion vom Montag hervorgeht.

Vergangenes Jahr wurden nicht nur Proben aus Gastronomie, Metzgereien und Bäckereien untersucht, sondern auch aus dem Handel, wie Kantonschemiker Othmar Deflorin ausführte.
Die Proben seien bis zum letzten Tag der Haltbarkeit aufbewahrt und dann untersucht worden. Dabei habe man festgestellt, dass die Hersteller ihre Datierungen «sehr optimistisch» wählten.
In den allermeisten Fällen hatte das Labor aber nur Dinge zu beanstanden, von denen eine unerhebliche oder kleine Gefahr für die Konsumenten ausging.
Doch es gab auch Ausreisser: Bei 3828 Inspektionen von Verpflegungsbetrieben wurden bei 192 grössere Mängel festgestellt. Bei den 958 Handelsbetrieben gab es 31 schwarze Schafe, bei den 954 Gewerbebetrieben deren 14.
Von den sieben Betrieben, die geschlossen wurden, sind fünf Gastronomiebetriebe. Daneben wurden ein Gewerbebetrieb und ein Handelsbetrieb dicht gemacht.
Betrachtet man die Warengattungen, so gab es am meisten Beanstandungen bei Obst und Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten und Teigwaren sowie Fleisch und Fleischprodukten, wie aus der Proben- und Inspektionsstatistik hervorgeht.
Ein weiteres Thema, das das Kantonale Labor im vergangenen Jahr laut Deflorin beschäftigte, waren die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Diese per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), sind extrem stabil und langlebig.
Die Gruppe von über 10'000 synthetischen Chemikalien wird seit den 1970-er Jahren in zahlreichen Produkten verwendet. Manche PFAS stehen im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein.
Unter anderem wurden vergangenes Jahr über hundert Fische aus Berner Seen auf PFAS untersucht. In fast allen Proben fanden sich laut Deflorin Rückstände. Die Werte lagen «glücklicherweise» unter den gesetzlichen Höchstwerten, wie der Kantonschemiker sagte.
Im Rahmen einer nationalen Kampagne wurden zudem Fisch, Fleisch und Eier untersucht. Auch dort wurden fast überall Ewigkeitschemikalien gefunden; die Konzentration lag ebenfalls im gesetzlich erlaubten Rahmen. PFAS werde das Labor weiterhin beschäftigen, stellte Deflorin fest. Der Kanton Bern ist daran, eine PFAS-Strategie zu erarbeiten.
Das Kantonale Laboratorium ist zuständig für die Kontrolle von Lebensmitteln, Lebensmittelbetrieben, Gebrauchsgegenständen sowie Bade- und Trinkwasser. Es überwacht zudem die Landwirtschafts-, Umweltschutz-, Chemikalien- und Strahlengesetzgebung.






