«Saunaare»: Saunawagen an Aare vom Spassprojekt zum Grosserfolg
Die Saunawagen haben sich rund um Bern in kürzester Zeit ausgebreitet. Mitgründer Luca Arnold erzählt, wo die Herausforderungen liegen und was noch geplant ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein alter Anhänger, eine Begeisterung fürs Saunieren und der Sprung in die kalte Aare.
- 2023 entstand in Bern ein Projekt, das inzwischen viele begeistert.
- Mitgründer Luca Arnold erzählt, wie aus einem Spassprojekt «Saunaare» wurde.
Der Spass stand immer im Zentrum des Betreiber-Teams von «Saunaare», bestehend aus fünf begeisterten Saunagängern, die sich gerne auch im Winter in der kalten Aare abkühlen.
Aus dieser Leidenschaft entstand Anfang 2023 die Idee, einen alten Anhänger zu einer Sauna umzubauen und diesen an einem Standplatz an der Aare anzubringen.
Gesagt – getan. Im Herbst 2023 war der erste Saunawagen einsatzbereit und wurde auf einen Parkplatz nahe der Aare gestellt.
«Das Ganze war rein für uns privat gedacht», erzählt Mitbegründer Luca Arnold. «Der Saunawagen stiess bei vielen auf grosse Neugier und wir erhielten zahlreiche Anfragen», so der Mitgründer weiter. So kam es, dass sie die Einrichtung auch anderen Gästen zur Verfügung stellten.

Das führte dazu, dass sich Luca Arnold und seine Mitstreiter nach weiteren Anhängern umsahen und in den letzten drei Jahren über den Sommer kontinuierlich neue Saunas bauten. Mittlerweile sind ihre neun Saunawagen in Bern, aber auch am Bieler- oder am Thunersee zu finden – jeweils öffentlich zugänglich in der Nähe der Aare oder eines Sees.
Die Saunas können unkompliziert auf der Website für CHF 40 pro Stunde gebucht werden. Der Check-in funktioniert automatisch, für das Heizen und für die Reinigung sind die Gäste selbst zuständig.
Zeitaufwändige Bewilligungen
Zur wohl grössten Herausforderung gehören die Bewilligungen. «Einfach irgendwo hinstellen und loslegen geht nicht», erzählt Arnold. Es braucht immer die Einwilligung der Grundeigentümer und das Einverständnis der Behörden. Das kann unter Umständen mehrere Monate dauern.
Wer genau die Gäste sind, kann Luca nicht wirklich beantworten. Das Team hat gewöhnlich die Kontaktdaten von einer Person; wie viele Leute dann zum Saunieren kommen, wissen sie aber nicht.
«Wenn wir selbst vor Ort sind, sehen wir aber immer wieder Pärchen oder auch Gruppen von bis zu acht Personen», so Luca Arnold. Und Reservationen für den ganzen Tag kommen vor.

Bei so einem Konzept, das sehr auf Vertrauen und ein respektvolles Miteinander basiert, könnte man vermuten, es kommt regelmässig zu Beschwerden betreffend Abfall oder Ruhestörung. Dem widerspricht Luca Arnold jedoch und freut sich, dass sich die Anzahl an Reklamationen an einer Hand abzählen lässt.
«Alles funktioniert erfreulich gut. Die Menschen kommen in die Sauna, um die Ruhe zu geniessen und sich zu entspannen. Sie hinterlassen den Ort gewöhnlich sauber und lassen auch keinen Dreck liegen», freut sich der Saunabegeisterte.
Verspiegelte Fenster für die Privatsphäre
Ob die Gäste nach dem Saunabesuch nackt ins Wasser springen, weiss Luca Arnold nicht genau. «Wir weisen die Gäste ausdrücklich darauf hin, ausserhalb der Sauna etwas anzuziehen, und erhalten diesbezüglich auch wenig bis keine Reklamationen.»
Es könne aber schon sein, dass Menschen in der Nacht mal nackt in den Fluss springen, wenn es niemand sieht. Um den Gästen genug Privatsphäre vor Spaziergängern zu ermöglichen, wurden die Fenster der Saunawägen von innen nach aussen verspiegelt.

In den Sommermonaten müssen die meisten Saunawagen ihren Standort verlassen – eine logistische Herausforderung für die Betreiber. «Wir sind immer auf der Suche nach Parkplätzen bzw. Leuten, die im Sommer eine Sauna haben möchten», erzählt Luca Arnold. «Wenn ihr einen grossen Garten habt, könnt ihr eine haben», schmunzelt er.
Zudem möchten die Betreiber den Bernerinnen und Bern das Saunieren im Sommer noch weiter schmackhaft machen. So ist im Sommer wieder eine Sauna an der Aare sowie in Hasliberg geplant.
Das Projekt «Saunaaare» soll für die Truppe weiterhin ein Freizeitprojekt bleiben. Alle vom Team gehen nach wie vor ihren gewöhnlichen Berufen nach und möchten das auch weiterhin so belassen. Erweiterungen sind zwar immer wieder ein Thema, konkrete Pläne gibt es aktuell aber nicht. «Wichtig ist uns, dass wir selbst auch mindestens einmal pro Woche in die Sauna gehen», betont Luca Arnold.
«Saunieren ist etwas ganz Besonderes. Es ist mit einem sozialen Aspekt und viel Spass verbunden und es freut uns, dass wir so vielen Gästen schöne Saunaerlebnisse ermöglichen», so der Berner.












