Nachhaltigkeit: die Vor- und Nachteile von Balkonkraftwerken

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Bern,

Balkonkraftwerke machen Solarstrom auch für Mietende möglich. Sie fördern Nachhaltigkeit, doch bestimmte Regeln für die Anbringung müssen sichergestellt werden.

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Ein Balkonkraftwerk kann sich finanziell auf lange Sicht lohnen. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Balkon-Kraftwerke senken die Stromkosten, ersetzen aber keine Dachanlage.
  • In der Schweiz gelten 600 Watt, Meldepflicht und klare Sicherheitsregeln.
  • Vor der Installation muss geprüft werden, ob die Anlage angebracht werden darf.

Balkonkraftwerke fallen im Alltag kaum auf. Trotzdem passen sie gut in eine Zeit, in der viele Menschen unabhängiger von steigenden Strompreisen werden und einen kleinen Beitrag zur Energiewende leisten möchten. Besonders interessant sind sie für Personen, die kein eigenes Hausdach besitzen, aber dennoch Solarstrom nutzen wollen.

Bei einem Balkonkraftwerk handelt es sich um eine kleine, steckerfertige Photovoltaikanlage. Sie kann je nach Situation am Balkon, auf der Terrasse oder an einer Fassade befestigt werden. Meist besteht sie aus ein oder zwei Solarmodulen, einem Wechselrichter, Kabeln und einer passenden Halterung.

Würden Sie ein Balkonkraftwerk installieren?

Nachhaltigkeit: Spielregeln für Balkonkraftwerke beachten

Das klingt nach viel Unabhängigkeit. Trotzdem bedeutet es nicht, dass man völlig frei von gesetzlichen Regeln ist. In der Schweiz gelten präzise technische Spielregeln, die in erster Linie der Sicherheit aller Beteiligten dienen.

Laut den Richtlinienn von EnergieSchweiz darf die AC-Ausgangsleistung des Wechselrichters pro Haushalt respektive pro Stromzähler die Grenze von höchstens 600 Watt nicht überschreiten.

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Wer sich für ein Balkonkraftwerk entscheidet, muss einige Dinge beachten. - Depositphotos

Ein Balkonkraftwerk kann deshalb keine grosse Dachanlage ersetzen. Es ist ein Werkzeug, um die eigene Grundlast im Haushalt abzufedern. Dazu zählen der Kühlschrank, der Router oder diverse Standby-Geräte.

Wer tagsüber regelmässig zu Hause ist und Strom verbraucht, nutzt die Solarenergie hocheffizient. Wer hingegen den ganzen Tag auswärts verbringt und kaum Grundverbrauch hat, speist die wertvolle überschüssige Energie ungenutzt ins allgemeine Netz ein.

Einstieg mit geringen Kosten

Ein Pluspunkt ist die vergleichsweise niedrige finanzielle Hürde für den Einstieg. Das Bundesamt für Energie beziffert die durchschnittlichen Kosten für komplette Systeme mit zwei Modulen, Wechselrichtern und Verkabelung auf Beträge zwischen 600 und 1800 Franken. Damit bleiben diese Mini-Solaranlagen finanziell weitaus zugänglicher als die klassischen Grossanlagen auf dem Hausdach.

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Balkonkraftwerke können bereits für einen geringen Betrag erworben und installiert werden. - Stefan Sauer/dpa

So kann sich praktisch jeder eine solche Anlage in die Wohnung bzw. auf den Balkon holen, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen.

Vermieter und Netzbetreiber einbeziehen

Wer zur Miete wohnt, sollte vor der Montage unbedingt die Zustimmung der Vermieterschaft einholen. Die Aussenseite eines Balkons oder die Fassade gehört in der Regel nicht einfach zur frei nutzbaren Wohnfläche. Gerade wenn die Anlage sichtbar angebracht wird, kann es sonst schnell zu Konflikten kommen.

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Wohnungseigentümer und Mieter haben seit 2024 einen gesetzlichen Anspruch auf die Installation eines Balkonkraftwerks. Die Montage muss aber vorab genehmigt werden. - Bernd Diekjobst/dpa-tmn

Ebenso muss der örtliche Netzbetreiber von dem Vorhaben wissen. Eine strikte schriftliche Meldepflicht beim lokalen Verteilnetzbetreiber ist notwendig, laut der Behörde der EnergieSchweiz.

Eine Studie der Berner Fachhochschule weist eine überraschende Erkenntnis vor. Vertikal an Balkonbrüstungen montierte Anlagen können einen bemerkenswerten Winterstromanteil von bis zu 37 Prozent erreichen.

Das ist von grosser Bedeutung, da Solarstrom in den kalten Monaten besonders dringend benötigt wird und die Schweiz in dieser Zeit traditionell eine Versorgungslücke schliessen muss.

Standort und Ausrichtung

Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk tatsächlich produziert, hängt stark vom Standort ab. Ein Südbalkon bringt in der Regel deutlich bessere Ergebnisse als ein Balkon auf der Nordseite. Auch Schatten durch Bäume, Mauern, Geländer oder Nachbargebäude kann den Ertrag spürbar senken.

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Rechnet sich schnell: Schon nach wenigen Jahren kann sich ein Balkonkraftwerk bezahlt machen – Je nach Standort. - Stefan Sauer/dpa

Wichtig ist zudem: Den grössten finanziellen Nutzen hat nur der Strom, der direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird. Wird überschüssige Energie ins Netz eingespeist, ist die Vergütung meist deutlich geringer als der Preis, den man für Strom aus dem Netz bezahlt.

Sicherheit und Anbringungserlaubnis

Bei der Montage sollte nicht improvisiert werden. Die Module müssen stabil befestigt sein und Wind, Regen und Schnee zuverlässig standhalten. Besonders in höheren Stockwerken oder an exponierten Fassaden ist eine sichere Befestigung entscheidend.

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Nachhaltigkeit: Langfristig orientierte Menschen sollten in Erwägung ziehen, ein Balkonkraftwerk zu installieren. - Depositphotos

Auch das Erscheinungsbild des Gebäudes kann eine Rolle spielen. Manche Eigentümerinnen und Eigentümer möchten keine sichtbaren Solarmodule an Balkonbrüstungen oder Fassaden. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder streng geregelten Überbauungen kann die Montage zusätzlich eingeschränkt sein.

Vor allem dann, wenn Objekte oder Gebäude zum Beispiel geschützt sind, macht es keinen Sinn. Deswegen sollten Sie sich vorab schriftlich versichern, dass Sie die Anlage aufbauen dürfen. Wer erst baut und später fragt, wird in der Regel oft den Kürzeren ziehen.

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