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    Nachhaltigkeit: So fördern Sie die Biodiversität auf dem Balkon

    Redaktion
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    Bern,

    Einheimische Pflanzen und Wasserstellen machen Balkone und Gärten wertvoller für Bienen und Vögel und tragen zur Nachhaltigkeit bei.

    Nachhaltigkeit
    Fördern Sie die Biodiversität auf Ihrem Balkon und in Ihrem Garten. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Einheimische Pflanzen liefern Insekten Nahrung und passende Lebensräume.
    • Weniger Perfektion im Garten schafft mehr Schutz für Tiere und Pflanzen.
    • Einheimische Pflanzen können unter invasiven Neophyten leiden.

    Ein Balkon voller Kräutertöpfe oder ein überschaubarer Garten wirken auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar. Doch für die Natur und Nachhaltigkeit in der Schweiz sind gerade diese kleinen Flächen oft Rettungsanker.

    Sie funktionieren wie Trittsteine, die es Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln ermöglichen, sich im verbauten Raum zu bewegen. Echte Vielfalt braucht keine riesigen Naturschutzgebiete. Oft direkt an der Hauswand. Entscheidend ist dabei weniger die Fläche als vielmehr deren Qualität.

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    Immer mehr Wildbienen sind gefährdet. - Depositphotos

    Laut dem Bericht des Bundesamts für Umwelt von 2023 ist der Zustand der Biodiversität bei uns unbefriedigend. Rund die Hälfte aller Lebensräume und ein Drittel der Arten sind bedroht. Besonders deutlich wird das bei den Wildbienen.

    Hier gelten fast 45 Prozent der heimischen Arten als gefährdet. Das macht private Aussenräume zu weit mehr als reiner Dekoration.

    Haben Sie einen Garten oder Balkon?

    Die Basis: heimische Pflanzen statt Exoten

    Wer der Natur etwas Gutes tun möchte, kann schon bei den eigenen Blumentöpfen anfangen. Einheimische Wildpflanzen sind für viele Insekten viel wertvoller als exotische Zierpflanzen. Manche Wildbienen oder Raupen sind sogar auf bestimmte Pflanzen angewiesen. Wenn diese fehlen, wird es für sie schnell schwierig, überhaupt Nahrung zu finden.

    Gute Begleiter für Garten und Balkon

    Wiesensalbei, Flockenblume und Natternkopf gelten als Klassiker. Für die Küche eignen sich Thymian, Oregano und Schnittlauch. Natürlich nur dann, wenn man sie auch blühen lässt. Glockenblumen oder wilde Möhre gelten als besonders trendige Pflanzen.

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    Eine schöne Mischung an Blumen ist ideal für den Balkon. - Depositphotos

    Ideal ist eine Mischung, die über das ganze Jahr verteilt blüht. So finden Insekten vom ersten warmen Frühlingstag bis in den späten Herbst hinein Nahrung.

    Nachhaltigkeit: Struktur schafft Leben

    Ein Garten muss nicht verwildern, um wertvoll zu sein, aber er darf auch nicht zu «sauber» wirken. Tiere brauchen Nischen. Ein kleiner Haufen aus Ästen hilft Käfern, Laub unter Sträuchern schützt Bodenbewohner. Ein offenes Sandbeet kann Wildbienen als Kinderstube dienen.

    Mut
    Schmücken Sie Ihren Balkon mit tollen Blumen. - Depositphotos

    Auch auf dem Balkon lässt sich das umsetzen: Ein tiefes Gefäss mit mehrjährigen Wildstauden bietet mehr Stabilität als schnelllebige Saisonware. Wer Platz hat, kann Totholz oder Steine integrieren. Oft hilft es schon, verblühte Stängel über den Winter stehenzulassen, den sie dienen vielen Larven als Winterquartier.

    Wasser als Lebensquelle

    In heissen Sommern ist Wasser oft Mangelware. Eine flache Schale mit ein paar Steinen (damit kein Tier oder Insekt ertrinkt) ist eine simple, aber effektive Hilfe für Insekten und Vögel.

    Tiere
    Tiere wie Libellen benötigen Wasser, um zu überleben. - Depositphotos

    Wichtig ist hier nur die Hygiene: Das Wasser sollte regelmässig gewechselt werden. Wer einen Garten hat, kann mit einem Miniteich sogar Libellen oder Igel anlocken, sofern ein flacher Ausstieg eingebaut ist.

    Pflanzenschutz mit Köpfchen

    Pestizide sind im naturnahen Garten meist kontraproduktiv, da sie oft auch Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen treffen. In einem ausgewogenen System regeln sich viele Probleme von selbst. Wenn der Lebensraum stimmt, kommen die natürlichen Gegenspieler von Blattläusen fast immer von allein.

    Pflanzenschutz
    Mit dem richtigen Pflanzenschutz können Sie Ihre Pflanzen schützen. - Depositphotos

    Pflanzen brauchen Platz zum Atmen und für die Nachhaltigkeit. Wenn sie zu dicht stehen, entstehen schneller Pilzkrankheiten. Ausreichend grosse Töpfe reduzieren zudem den Trockenstress, was die Pflanzen insgesamt widerstandsfähiger macht.

    Nachhaltigkeit: Vorsicht bei invasiven Arten

    Nicht alles, was schön blüht, gehört auch hierher. Sogenannte invasive Neophyten können einheimische Arten aggressiv verdrängen.

    Neophytensäcke.
    Gefüllter Sack mit Neophyten. - Kanton Aargau

    Beim Kauf lohnt sich daher der Griff zu zertifizierten einheimischen Wildpflanzen. Auch bei der Entsorgung von Gartenabfällen ist Vorsicht geboten: Kritische Pflanzen gehören nicht auf den Kompost, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

    Nachhaltigkeit: Weniger Perfektion, mehr Lebendigkeit

    Wir müssen uns vom Bild des makellosen Rasens verabschieden, wenn wir die Artenvielfalt erhalten wollen. Ein kleiner Bereich, der seltener gemäht wird, oder ein Staudenbeet, das erst im Frühjahr zurückgeschnitten wird, machen einen riesigen Unterschied.

    Nachhaltigkeit
    Die Artenvielfalt kann nur erhalten werden, wenn auch genug für die Nachhaltigkeit gemacht wird. - Depositphotos

    Ein biodiverser Balkon oder Garten ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern oft auch ein ruhigerer Ort für uns selbst. Jede Pflanze und jede Wasserschale zählt.

    Kommentare

    User #4451 (nicht angemeldet)

    Biodiversität auf dem Balkon bis zum ersten Stich.. Nein danke!

    User #1525 (nicht angemeldet)

    Ja genau, irgendwo hört alles mal auf , man kann nicht in der Stadt leben und alles Grün haben wollen ....

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