So feiert man «Swiss Days» in Berne, Indiana
Mitten im mittleren Westen der USA feiert die Kleinstadt Berne sich selbst und ihr Schweizer Erbe.

Das Wichtigste in Kürze
- Berne im US-Bundesstaat Indiana wurde einst von Schweizer Auswanderern gegründet.
- Noch heute fühlt man sich dort der Schweiz und Bern sehr verbunden – inklusive Zytglogge-Kopie.
- Ende Juli werden jeweils die «Swiss Days» gefeiert.
Sie liegt zwar mitten im ländlichen Mittleren Westen, irgendwo zwischen Fort Wayne, Dayton und Indianapolis. Doch man merkt es der Stadt Berne im US-Bundesstaat Indiana auch heute noch an: Sie wurde im 19. Jahrhundert von Schweizer Einwanderern gegründet.
Nicht nur wegen dem Stadtwappen mit Berner Bär, Schweizerkreuz und Zytglogge-Turm. Selbst entlang der Main Street gibt es mit Schindeln bedachte Riegelhäuser und Geranienkistchen vor den Fenstern.
Sogar einen echten «Clock Tower» hat Berne seit 2010: einen dem Vorbild aus der Berner Altstadt nachempfundenen, freistehenden Turm mit Uhr auf der «Muensterberg Plaza».
Viele der rund 4500 Einwohner sind direkte Nachfahren der Gründerfamilien: Der amtierende Bürgermeister heisst Gregg Sprunger, auch eine Kelly Amstutz und ein Curtis Wurster sitzen in der Stadtregierung.
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Seit rund fünf Jahrzehnten feiert die Stadt in der letzten Juli-Woche die «Swiss Days». Von Donnerstag bis Sonntag treffen hier Schweizer Erbe auf amerikanische Traditionen. Anders als bei einer Bundesfeier gibt es zum Beispiel keinen 1.-August-Funken – aber dafür eine Parade.
Steinstossen und «Alpenhörner»
So dienen die «Swiss Days» in Berne einerseits vor allem der Förderung des lokalen Gewerbes mit Verkaufsständen für Kunsthandwerk.

Wichtig ist aber auch der Gottesdienst am Sonntag: Die meisten der aus der Schweiz und Deutschland Zugewanderten gehörten den Mennoniten und anderen Freikirchen an. In der Umgebung leben zudem viele Amische, aus dem Bernbiet ausgewanderte Täufer, die auch ihr altertümliches Berndeutsch bewahrt haben.

Auf dem Programm stehen aber auch Schweizer Trachten, Steinstossen («Steintoss») und Schweizer Musik. Oder zumindest das, was man in den USA darunter versteht: Polka und «Die Schweizer Alpenhörner».
Ein Schweizer Volksfest, US-Version
In früheren Jahren gab es auch noch ein Velorennen namens «Tour De Swiss». Auch 2026 stattfinden wird hingegen die Wahl der «Little Miss Swiss Days»-Schönheitskönigin: Die Gewinnerin darf höchstens in der zweiten Klasse gewesen sein, muss/darf dann aber am Umzug mitfahren. An letzterem präsentieren sich Vereine auf Golfwagen und Bands auf Anhängern.

Der Übergang von Ahnengedenken zum Volksfest ist an den «Swiss Days» in Berne weitgehend fliessend. Natürlich gibt es Food Trucks, den «Fulton & Main Biergarten», einen Babykrabbelwettbewerb auf den «Clock Tower» und eine Zaubershow.

Doch insgesamt ist die Erinnerung an die Schweiz nach rund 200 Jahren erstaunlich lebendig. Da mag man darüber hinwegsehen, dass man in Berne, Indiana, felsenfest überzeugt ist: In Bern, Schweiz, wünscht man sich einen «schnonen tag notch».















