Gesundheit Aargau: Ohrenentzündung nach dem Schwimmen
Nach dem Tag am See oder im Pool juckt das Ohr, fühlt sich verstopft an oder schmerzt beim Kauen? Dahinter steckt oft eine Entzündung des äusseren Gehörgangs.

Das Wichtigste in Kürze
- Wenn Wasser ins Ohr gelangt, kann dies die Haut aufweichen und Entzündungen begünstigen.
- Trockene Ohren und eine frühzeitige Abklärung senken das Risiko für starke Schmerzen.
- Wenn die Schmerzen zu stark werden, muss ein Arzt aufgesucht werden.
Nach einem entspannten Tag im Freibad fängt das Ohr plötzlich an zu jucken, fühlt sich wie Watte an oder schmerzt sogar. Hinter diesen Beschwerden steckt nach dem Baden meist eine Entzündung des äusseren Gehörgangs, die in der Medizin als Otitis externa (Gehörgangsentzündung) bezeichnet wird.
Im Alltag verwenden wir oft die Begriffe «Schwimmohr» oder «Badeotitis». Selbst wenn nicht gleich eine schwere Erkrankung vorliegt, sind die Signale des Körpers ernst zu nehmen; schliesslich kann sich die Entzündung schnell zu etwas sehr Schmerzhaftem entwickeln.
Die negativen Auswirkungen von Feuchtigkeit auf das Ohr
Tatsächlich ist der Gehörgang sehr gut gegen äussere Einflüsse geschützt. Seine Haut wird durch den eigenen Ohrenschmalz des Körpers feucht gehalten und von Parasiten befreit; er wehrt ausserdem Keime ab und befördert Teilchen nach aussen.
Aber wenn sich nach dem Schwimmen längere Zeit Wasser im Ohr befindet, beginnt dieses Schutzsystem zu versagen. Die anhaltende Feuchtigkeit macht die empfindliche Haut im Ohr weich, sodass kleine, sogenannte Mikro-Risse entstehen können.

Diese kleinen Verletzungen sind ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Ein grosser Fehler ist es jetzt, zu Wattestäbchen zu greifen, um das Wasser oder vermeintlich störendes Ohrenschmalz zu entfernen. Oft erreicht man meist das Gegenteil.
Die empfindliche Haut wird gereizt oder verletzt, und Keime werden noch tiefer in den Gehörgang geschoben. Trotz der guten Wasserqualität, wie vom Bundesamt für Umwelt 2024 für die Mehrheit der Schweizer Seen und Flüsse bestätigt wurde, verhindert sauberes Wasser keine Entzündung. Das Problem ist nicht die Verunreinigung des Wassers, sondern wie lange wir Feuchtigkeit im Ohr haben.
Gesundheit Aargau: Die typischen Anzeichen erkennen
Eine Badeotitis kündigt sich meist leise mit einem leichten Jucken oder einem Druckgefühl an. Schon bald können jedoch handfeste Schmerzen folgen, die sich besonders beim Kauen oder beim Ziehen an der Ohrmuschel bemerkbar machen.
In der Regel schwillt der Gehörgang so stark an, dass man nur sehr gedämpft hören kann und das Ohr sich völlig verstopft anfühlt. Gelegentlich tritt auch eine klare, gelbe oder übel riechende Flüssigkeit aus dem Ohr aus.

Fieber ist normalerweise kein Symptom einer Entzündung im äusseren Gehörgang. Wenn die Temperatur aber steigt oder Sie Schwindel, starke Schmerzen oder Blutungen bemerken, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen.
Das ist besonders wichtig für Kinder, weil sie ihre Beschwerden oft noch nicht genau beschreiben können. Menschen mit Diabetes oder einem schwachen Immunsystem sollten auch vorsichtig sein, da Infektionen bei ihnen viel schwerer verlaufen können.
Der richtige Weg zur Heilung
Wenn das Ohr nur ein bisschen gereizt ist, hilft es manchmal, es einfach trocken zu halten. Sobald jedoch Schmerzen auftreten, sollte man zum Hausarzt, Kinderarzt oder zum HNO-Arzt gehen.
Dort wird untersucht, ob das Trommelfell heil ist und wie stark der Gehörgang betroffen ist. Meist kann die Entzündung gut mit Ohrentropfen behandelt werden, die Wirkstoffe enthalten, die die Entzündung hemmen oder gegen Bakterien wirken.

Während der Heilung ist es wichtig, dass das Ohr trocken bleibt. Das bedeutet: Man sollte vorerst nicht schwimmen und tauchen gehen und auch beim Duschen aufpassen, dass kein Wasser ins Ohr kommt. Von Ohrkerzen, Wattestäbchen oder anderen Hausmitteln sollte man die Finger lassen, um die Haut nicht noch mehr zu schädigen.
Vorbeugen und die Ohren richtig schützen
Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt es sich, die Ohren sanft mit einem weichen Handtuch abzutrocknen. Um festsitzendes Wasser zu lösen, neigt man den Kopf am besten zur Seite und zieht die Ohrmuschel vorsichtig nach hinten oben, damit die Flüssigkeit leichter ablaufen kann.
Wer sehr empfindliche oder enge Gehörgänge hat, kann beim Schwimmen auf spezielle Ohrstöpsel zurückgreifen. Diese kann man meist in der Apotheke oder online erwerben.

Wichtig ist hierbei, dass diese exakt passen und hygienisch sauber gehalten werden, um keine zusätzlichen Keime einzuschleppen. Also nach dem Schwimmen immer reinigen, dann kann nichts passieren. Massgefertigte Stöpsel vom Hörgeräteakustiker sind hier oft die komfortabelste Lösung.
Wer allerdings unter einem Loch im Trommelfell leidet oder bereits Operationen am Ohr hinter sich hat, sollte solche Massnahmen niemals ohne ärztliche Rücksprache anwenden.















