Gesundheit Aargau: Das hilft bei Kreislaufproblemen bei Hitze
Hitze kann den Kreislauf stark schwächen. Wer Schwindel oder Übelkeit spürt, sollte rasch reagieren und Warnzeichen richtig einordnen, auch im Alltag.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Hitze kann es zu einer Belastung des Kreislaufs und Schwindel kommen.
- Wenn es zu warm wird, hilft es, etwas zu trinken und die Warnzeichen ernst zu nehmen.
- Gerade an Hitzetagen sollten Sie die Hilfe der Familie, Freunde oder Nachbarn annehmen.
Hohe Temperaturen können den Körper stärker belasten, als man zunächst vermutet. Besonders in engen Wohnungen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder bei körperlicher Arbeit merkt man Hitze oft erst spät. Der Kopf schmerzt, es kommt Schwindel dazu. Oft kann der Kreislauf das alles nicht mehr stemmen und sackt zusammen.
Warum Hitze den Kreislauf belastet
Bei Hitze versucht der Körper, seine Temperatur stabil zu halten. Dafür weiten sich die Blutgefässe in der Haut. So kann Wärme besser abgegeben werden, doch der Blutdruck kann gleichzeitig sinken. Das Herz muss also stärker arbeiten, damit Gehirn, Muskeln und Organe weiter gut versorgt bleiben.

Zusätzlich verliert der Körper beim Schwitzen Wasser und Salze. Wer zu wenig trinkt, verliert dadurch weiteres Blutvolumen. Durch den Verlust kommt weniger Blut im Gehirn an, was Schwindel, Schwäche oder Benommenheit auslösen kann. Wer kennt es nicht, wenn wir länger bei Hitze nichts trinken und dann Kopfschmerzen bekommen?
Die Kopfschmerzen sind nicht nur schmerzhaft, sondern bleiben oft auch länger. Den Verlust an Wasser kann der Körper nicht sofort aufholen. Wer also glaubt: «Ach, ich trinke mal schnell zwei Liter nach», irrt sich. Lieber kontinuierlich und nicht mit einem Ruck auf einmal.
Doch wie fühlt man sich, wenn der Kreislauf Probleme bei Hitze macht? Typisch sind ein flaues Gefühl, kalter Schweiss, Kopfdruck, Übelkeit oder Herzklopfen. Manche Menschen sehen kurz schwarz vor Augen. Das ist oft harmlos, sollte aber ernst genommen werden.
Gesundheit Aargau: Erste Hilfe bei Schwindel und Schwäche
Wem bei Hitze plötzlich schwindlig wird, sollte sofort aus der Sonne gehen. Am besten setzt oder legt man sich an einen kühlen Ort.
Die Beine leicht hochzulagern, kann helfen, den Kreislauf zu stabilisieren. Wenn es Ihnen nicht gut geht, versuchen Sie, sofort Hilfe zu holen. Lieber einmal mehr als einmal zu wenig.
Wichtig ist auch, langsam zu trinken. Geeignet sind Wasser, ungesüsster Tee oder verdünnte Fruchtschorle. Sehr kalte Getränke sind nicht nötig und können manchen Menschen zusätzlich auf den Magen schlagen.

Eng anliegende Kleidung sollte gelockert werden. Ein feuchtes Tuch im Nacken, kühle Umschläge an Handgelenken oder Unterarmen können ebenfalls entlasten. Wer allein unterwegs ist, sollte andere Menschen ansprechen und nicht einfach weiterlaufen.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt bei Hitze, die pralle Sonne zu meiden und sich an kühlen Orten aufzuhalten. Körperliche Anstrengungen sollten nicht in die heissesten Tageszeiten gelegt werden. Das BAG nennt zudem regelmässiges Trinken als wichtige Schutzmassnahme.
Warnzeichen ernst nehmen
Nicht jeder Schwindel ist ein Notfall. Trotzdem gibt es Warnzeichen, bei denen rasch medizinische Hilfe nötig wird. Dazu gehören Verwirrtheit, starke Kopfschmerzen, Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht oder anhaltendes Erbrechen.
Auch sehr heisse, trockene Haut kann gefährlich sein. Dann kann der Körper seine Temperatur möglicherweise nicht mehr ausreichend regulieren. In solchen Fällen sollte nicht abgewartet werden.

Besonders vorsichtig sollten ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder und chronisch Kranke sein. Wer regelmässig Medikamente nimmt, sollte Hitzetage mit der Hausarztpraxis besprechen.
Trinken, aber richtig
Viele Menschen trinken erst, wenn sie Durst haben. Bei Hitze ist das oft zu spät. Gerade ältere Personen verspüren Durst manchmal weniger deutlich, obwohl der Körper bereits Flüssigkeit braucht.
Das regelmässige Trinken, mindestens eineinhalb Liter pro Tag, kann als Richtwert angesehen werden. Bei Herz- oder Nierenschwäche sollte die Trinkmenge jedoch ärztlich abgeklärt werden.

Praktisch ist ein fester Trinkrhythmus. Ein Glas Wasser nach dem Aufstehen, eines zu jeder Mahlzeit und eines zwischendurch schafft Struktur.
Alkohol ist bei Hitze ungünstig, weil er den Kreislauf zusätzlich belasten kann. Auch sehr süsse Getränke sind keine ideale Lösung.
Essen und Alltag anpassen
Schwere Mahlzeiten können den Kreislauf zusätzlich fordern. Der Körper braucht dann Energie für die Verdauung, während er gleichzeitig mit Hitze kämpft. Leichte Mahlzeiten sind deshalb oft angenehmer.
Geeignet sind Gemüse, Früchte, Suppen, Salate, Joghurt, Kartoffeln oder kleinere Portionen über den Tag verteilt.

Auch der Tagesablauf spielt eine Rolle: Planen Sie Einkäufe, Spaziergänge oder Gartenarbeit am Morgen oder später am Abend ein.
Wohnungen sollten früh gelüftet und danach möglichst beschattet werden. Rollläden, Vorhänge oder Markisen helfen, Räume kühler zu halten.
Wer besonders gefährdet ist
Wie das Nationale Zentrum für Klimadienstleistungen 2024 schreibt, wurde 2023 eine repräsentative Befragung der Schweizer Bevölkerung ab 50 Jahren durchgeführt. Dabei kannten 83 Prozent der Befragten «viel trinken» als Hitzeschutzmassnahme, 51 Prozent nannten kühle Orte und 49 Prozent das Vermeiden körperlicher Anstrengung.

Doch vor allem wer alleine lebt, vergisst das Trinken schnell. Familien, Nachbarn und Betreuungspersonen können hier, wenn es zu warm wird, viel bewirken. Ein kurzer Anruf an Hitzetagen kann reichen, um nach Getränken, Raumtemperatur und Wohlbefinden zu fragen.
Auch der schwere Einkauf sollte an besonders heissen Tagen nicht gemacht werden. Fragen Sie Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die Ihnen helfen können.
Hitze ist auch ein Gesundheitsthema
Wie das Bundesamt für Umwelt 2024 aufzeigt, wurden in der Schweiz 326 Todesfälle wegen der Hitzebelastung zugerechnet.
Für den Alltag heisst das nicht, dass man bei jedem heissen Tag Angst haben muss. Es bedeutet aber, Schwindel und Schwäche nicht wegzuschieben. Wer früh reagiert, kann viele Beschwerden abfangen.
Kreislaufprobleme bei Hitze lassen sich oft durch einfache Massnahmen lindern. Schatten, Ruhe, Flüssigkeit und Kühlung sind die ersten Schritte. Bleiben Beschwerden bestehen oder treten Warnzeichen auf, sollte medizinische Hilfe geholt werden.















