Warum der Körper keine Detox-Produkte braucht

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    Neuer Tee, exotische Frucht, unaussprechliche Saftkur? Brauchen Sie nicht, wenn Sie Ihren Körper entgiften wollen. Noch besser ist: gleich Giftstoffe vermeiden.

    Detox Bowl
    Detox geht einfach. So eine Bowl isst man lieber, weil sie gut schmeckt oder einfach toll aussieht. - Unsplash

    Das Wichtigste in Kürze

    • Leber und Nieren sorgen täglich dafür, dass Giftstoffe aus unserem Körper ausscheiden.
    • Die beste Detox-Methode lautet deshalb: die Giftstoffzufuhr reduzieren oder vermeiden.
    • Heisst: weder Nikotin noch Alkohol, keinen verkohlten Toast und nur selten Thunfisch.

    Brennnessel, Minze, Gojibeeren, Obst- und Gemüseextrakte: Diese Zutaten in Tees, Saftkuren oder Nahrungsergänzungsmitteln sollen dem Körper beim Entgiften helfen.

    Das vermitteln zumindest die Hersteller dieser sogenannten Detox-Produkte. Was ist da dran?

    Nach Ansicht von Personen vom Fach: nichts. «Die Aussagen zur Entgiftung sind wissenschaftlich nicht haltbar», so Annabel Dierks, Ernährungsexpertin. Dass sich Giftstoffe im Körper gesunder Menschen ansammeln, lässt sich nicht nachweisen.

    Anders ist das bei einer akuten Vergiftung, wenn man also zum Beispiel einen Giftpilz gegessen oder Chemikalien geschluckt hat. In so einer Situation kann allerdings nur ein Arzt helfen, kein Detox-Produkt.

    Detox-Tees entwässern meist nur

    Sie können sogar schaden. Denn sogenannte Detox-Tees zum Beispiel wirken oft entwässernd.

    Tee Minze Giftstoffe Körper
    Ein Tee mit Minze schmeckt fein und wärmt gut durch. Man sollte aber nicht erwarten, dass der Körper sich dadurch besser von Giftstoffen befreien kann. - Christin Klose/dpa-tmn

    Das bedeutet: Der Körper scheidet mehr Flüssigkeit aus und damit auch mehr Elektrolyte, also wichtige Mineralstoffe.

    Das kann auf Dauer den Elektrolyt-Haushalt durcheinanderbringen, was sich zum Beispiel durch Müdigkeit bemerkbar macht.

    Wenig Giftstoffe aufnehmen

    Die beste Strategie ist ohnehin, möglichst wenig Giftstoffe zu sich zu nehmen. Denn das entlastet Leber und Nieren.

    Wer auf Nikotin und Alkohol verzichtet, tut viel dafür. Ausserdem ist es sinnvoll, Innereien sowie Thunfisch und Schwertfisch nur in Massen verzehren. Denn sie können hohe Gehalte an Schwermetallen enthalten.

    Und die deutlich verkohlte Brotscheibe aus dem Toaster landet besser im Müll als auf dem Teller. Denn je dunkler ein Toast geröstet ist, desto mehr Acrylamid steckt drin – ein Stoff, der krebserregend wirken kann.

    Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln aus dem nicht-europäischen Ausland ist Vorsicht geboten. In ihnen werden immer wieder erhöhte Schadstoffgehalte nachgewiesen.

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