Ihr Duft weckt Erinnerungen, ihr Geschmack hat Suchtpotenzial. Frische Belgische Waffeln sind kaum zu toppen. Zum guten Gelingen gibt Nau Tipps von Profis!
Frau giesst Honig auf Waffeln bereit zum Verzehr
Braun und knusprig und mit tiefen Waben, in die ganz viel reinpasst – zum Beispiel Honig: Lieblingsgericht Belgische Waffeln! - Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Belgische Waffeln sind rechteckig, knusprig goldgebräunt, fluffig und haben dicke Waben.
  • Sie gehen klassisch – oder neu interpretiert, zum Beispiel mit Petersilie oder Apfel.
  • Experten verraten Tricks für Rezepte und geben Rat bezüglich technischer Ausstattung.

Ganz gleich, ob man sie nun Belgische, Brüsseler Waffeln oder Rahmwaffeln nennt, süsse Feinschmecker verstehen dasselbe darunter: rechteckige dicke Waffeln mit tiefen Waben.

Die Waben sind wichtig, damit man sie – anders als die dünneren Schwestern in Herzform – auch noch gut belegen kann.

Mit heissem Kirschkompott etwa. Doch meistens reicht es auch schon, ihre knusprige Oberfläche mit ein bisschen Puderzucker zu bestreuen und danach die fluffige Konsistenz auf der Zunge zergehen zu lassen.

Nahaufnahme Belgische Waffel
Quuadratisch, fluffig, schmackhaft: Belgische Waffeln mit Puderzucker. - Unsplash

Auch dem Deutschen Kay Baumgardt, Gault-Millaut-Patissier 2020 in der Schweiz, läuft beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen, wie er zugibt. Ganz gleich, ob man sie auf dem Weihnachtsmarkt riecht oder in einem Gourmet-Restaurant:

«Dieser Geruch weckt so viele Kindheitserinnerungen, dass es nichts Schöneres gibt, als wenn man lauwarme, frisch gebackene Waffeln direkt vor sich hat!»

Das Grundrezept für den Waffelteig

Das hat wohl auch seine kleine Tochter so empfunden, als er ihr die süssen Waffeln das erste Mal servierte – und die Spezialität dabei für sich wiederentdeckte.

Für sein Grundrezept vermengt der 39-Jährige 280 g Weizenmehl, 16 g Backpulver, 2 g Salz, 35 g feinen dunklen Rohrzucker, fügt 2 Eigelb, 380 g Milch und etwas Mark einer Vanille hinzu und verrührt alles mit einem Schneebesen zu einer glatten Masse.

Darin werden dann 50 g flüssige Butter eingerührt.

Waffeleisen mit Waffelteigmasse
Goldgelb ist die Farbe, die die Belgischen Waffeln so unwiderstehlich macht. - Unsplash

Während nun das Eiweiss der zwei Eier mit dem Handrührgerät steif geschlagen wird, lässt man langsam weitere 35 g feinen dunklen Rohrzucker einrieseln.

Der süsse Schnee wird anschliessend vorsichtig unter die Masse gehoben und alles im Waffeleisen goldgelb gebacken.

Der Braune-Butter-Trick macht Waffeln knuspriger

«Um der Waffel ein noch grossartigeres Aroma zu verleihen, die Butter noch langsam einkochen lassen, bis sie braun ist», lautet Baumgardts Tipp. Dadurch entstehe ein nussiges Aroma.

Allerdings müsse man dann etwas mehr Butter einkochen, damit die Angabe von 50 g wieder stimmt.

Baumgardt liebt es zudem, Klassiker neu zu interpretieren und empfiehlt, beim Teig auch mal zu variieren, etwa mit einem komplett rotfleischigen Redlove-Apfel oder Petersilie.

Backzutaten auf Teller mit grauweissem Grund
Patissier Kay Baumgardt empfiehlt, den Waffelteig auch mal zu variieren, etwa mit rotfleischigen Äpfeln und Haselnüssen. - Gregory Brunner/Kay Baumgart/dpa-tmn

Eine verfeinerte Waffel-Alternative mit Nüssen hat Einzug in sein neues Buch «Dessert unplugged» gehalten.

Dafür 130 g Mehl, 30 g Mineralwasser, 80 g Rahm, 50 g Rohrzucker, 80 g flüssige Nussbutter, 2 Eier, 3 g Salz und 30 g Haselnuss-Paste zusammen mit dem Schneebesen verrühren.

Auch bei Autorin Angelika Ilies, die den Waffeln ein ganzes Buch («Waffeln») gewidmet hat, werden bei deren Duft Erinnerungen wach:

an die Oma, mit der sie zusammen den Teig anrührte, und den Streit unter den Geschwistern, wer die erste Waffel frisch aus dem Eisen bekommt.

Buchcover Waffeln
«Waffeln», Angelika Ilies, Verlag Gräfe und Unzer, 62 Seiten, 9,99 Euro (etwa 10,50 Franken), ISBN 978-3833866241. - Gräfe und Unzer/JUNI/dpa-tmn

Bis heute liebt die 61-Jährige dieses Gebäck – nicht nur, weil man spontan schnell einen Teig anrühren kann, wenn mal der Ruf nach etwas Süssem laut wird.

Auch pikante Alternativen mit Tomaten und Mozzarella oder gar Grünkohl und Mettwurst hat sie kreiert.

Waffeleisen muss richtig heiss werden

Gerade der Klassiker, die von ihr «Rahmwaffeln» genannten, ist «schön einfach»: Dazu 80 g Butter cremig schlagen und dann zwei Eier, 80 g Hagelzucker, 170 g Mehl und 250 g Schlagrahm zugeben.

Das Waffeleisen gegebenenfalls fetten und auf mittlerer Stufe aufheizen. Für jede Waffel 3 bis 4 EL Teig mittig auf das Eisen geben und in drei bis vier Minuten goldbraun backen.

«Damit die Waffeln möglichst knusprig werden, brauchen sie eine gewisse Hitze», betont Ilies. Allzu preiswert sollte das Waffeleisen daher nicht sein: «Sonst besteht die Gefahr, dass es nicht heiss genug wird und die Waffeln nicht richtig durchbacken.»

Hand hält Schneebesen vor schwarzem Hintergrund
«Dessert unplugged», Kay Baumgardt, AT Verlag, 220 Seiten, 39 Euro (etwa 41 Franken), ISBN 978-3-03902-139-0. Erscheint am 22. November 2021. - AT Verlag/dpa-tmn

Auch Kay Baumgardt empfiehlt, bei der technischen Ausstattung nicht zu sparen: «80 Euro sollte man schon investieren, damit es Spass macht. Und wenn man dann anständig mit dem Gerät umgeht, hält es auch ein Leben lang», meint er.

Mittlerweile seien wirklich gute Eisen mit verschiedenen Einstellungen ab etwa 100 Franken zu haben.

Etwas Geduld mit dem 30-Minuten-Ruhe-Trick

Doch bis zum Genuss braucht es ein wenig Geduld. Baumgardt lässt den Teig 30 Minuten ruhen. «Das sollte man grundsätzlich machen, damit er sich erholt», so der Patissier.

Und er hat noch einen Tipp: Der Teig sollte frisch zubereitet werden. «Ihn über Nacht kühl zu stellen und erst am nächsten Tag zu verwenden, ist Humbug. Dann zieht die Butter an und der ganze Teig verliert an Cremigkeit und Fluffigkeit.»

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