Das Smartphone haben wir gefühlt ständig in der Hand, viele tippen sogar auf der Toilette Nachrichten. Wie unhygienisch ist das? Ein Mikrobiologe gibt Auskunft.
Smartphone-Nutzer
Smartphone-Nutzer - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wer sich nach dem Klogang die Hände wäscht, macht bezüglich Handyhygiene alles richtig.
  • Generell sollte man aber regelmässig Keime per Mikrofasertuch vom Smartphone entfernen.
  • Schon gewusst? Die meisten Keime landen nach dem Kochen auf dem Gerät!

Schnell dem Kumpel antworten oder das Wetter checken: Für viele gehört der Griff in die Hosentasche auch auf dem Klo dazu. Wird das Smartphone zur Keimschleuder, wenn man es auf der Toilette nutzt?

Entscheidend ist, wie man es mit der Hygiene hält – und zwar ganz generell. Denn das Smartphone ist gewissermassen die verlängerte Hand, so Markus Egert, Professor für Mikrobiologie und Hygiene.

Keime übertragen sich nicht über die Luft

«Wenn Sie mit Händen, die durch Fäkalbakterien kontaminiert sind, an Ihr Smartphone gehen, landen die natürlich auch dort», sagt der Wissenschaftler, der zu dem Thema forscht.

Wer sich bei Toilettenbesuchen jedoch konsequent und gründlich die Hände wäscht, hat in Sachen Keimbelastung nicht viel zu befürchten – selbst bei der Handynutzung auf dem Klo.

Auch in einem anderen Punkt kann Egert Entwarnung geben: «Durch die Umgebungsluft auf der Toilette kommen nicht mehr Bakterien auf das Handy als sonst.»

Gut zu wissen: Die Oberfläche eines Smartphone bietet Mikroorganismen keine allzu guten Lebensbedingungen. «Es ist sehr glatt, trocken und relativ nährstoffarm», sagt Egert.

Regelmässig abwischen – am besten nach dem Kochen

Dennoch ist es sinnvoll, das Smartphone regelmässig abzuwischen – etwa mit einem Mikrofasertuch oder einem anderen leicht feuchten Tuch. Laut Egert lassen sich alleine auf diesem mechanischen Weg rund 80 bis 90 Prozent der Keime auf dem Touchscreen entfernen.

Übrigens: Besonders nach dem Kochen ist es aus hygienischer Sicht ratsam, das Smartphone zu reinigen.

Grill Fleisch Hand Foto Smarthpone
Wer mit rohem Fleisch hantiert und danach das Smartphone in die Hand nimmt, überträgt leicht Keime auf das Gerät. - Pixabay

Egert nennt ein Beispiel: «Sie tauen ein Hähnchen auf und machen sich dann ein Kochvideo an. In so einer Situation kann es dazu kommen, dass Sie das Smartphone mit Lebensmittelerregern kontaminieren.»

Denn: Auf einem rohen Stück Fleisch ist die Dichte an Keimen hoch. Im Zweifel ist also nicht die Toilette der Ort, an dem man sich um die Keimbelastung seines Smartphones Gedanken machen sollte – sondern die Küche.

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