Europa im Visier: BYD Seal 06 DM-i auf der IAA München

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

BYD setzt mit dem Seal 6 DM-i Touring auf einen Kombi, um sich im hart umkämpften europäischen Markt gegen traditionelle Marken durchzusetzen.

BYD Seal 06 DM-i
BYD Seal 06 DM-i in der Kombi-Version: Der Name «Seal» (Robbe) reiht sich in die Tiernamen der Ocean-Serie ein, zu der auch der «Dolphin» (Delfin) und der «Seagull» (Möwe) gehören. - Wikipedia

Der Seal 6 DM-i Touring ist Teil der sogenannten «Ocean-Serie» von BYD. Die Einführung eines Kombis ist für BYDs europäische Expansionsstrategie aufgrund der starken Nachfrage nach dieser Karosserieform von zentraler Bedeutung.

Während viele asiatische Hersteller sich auf SUVs konzentrieren, zielt BYD mit dem Seal 6 DM-i Touring auf einen etablierten Markt, der traditionell von europäischen Marken dominiert wird. Mit diesem Modell und dem bereits verfügbaren Seal U DM-i positioniert sich BYD als ernstzunehmender Wettbewerber.

BYD Seal 06 DM-i
Je nach Modell bietet der Seal 06 DM-i eine elektrische Reichweite von 80 km oder 120 km (nach CLTC-Standard). - Wikipedia

BYD schneidet sein Produktportfolio gezielt auf die spezifischen Bedürfnisse der europäischen Verbraucher und Flottenkunden zu.

Technische Daten und Antrieb

Das Herzstück des BYD Seal 6 DM-i Touring ist ein Plug-in-Hybrid-System der fünften Generation. Die grundlegende Philosophie dieses Systems ist der  «EV-first-Ansatz», bei dem das Fahrzeug so weit wie möglich im rein elektrischen Modus betrieben wird.

Der 1.5-Liter-Atkinson-Benzinmotor dient dabei in erster Linie als hocheffizienter Generator, der die BYD Blade-Batterie auflädt. Erst bei höheren Geschwindigkeiten oder unter starker Last schaltet sich der Verbrennungsmotor direkt in den Antriebsstrang ein.

BYD_Seal_06_DM-i
Im Zentrum des Armaturenbretts steht ein grosser, drehbarer Infotainment-Bildschirm. - Wikipedia

Dieses Betriebsmodell maximiert die Effizienz, insbesondere im Stadtverkehr und auf Kurzstrecken.  

Varianten, Leistung und Drehmoment

Für den europäischen Markt sind zwei Hauptkonfigurationen verfügbar. Beide Varianten nutzen den gleichen 1.5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit einer Leistung von 74 kW (99 PS). Der Unterschied liegt in der Leistung des Elektromotors und der Batteriekapazität:  

Basisvariante (Boost): Diese Version kombiniert den Verbrennungsmotor mit einem 120 kW (161 PS) starken Elektromotor und einer 10.08 kWh grossen LFP-Blade-Batterie. Die Systemleistung wird für den europäischen Markt mit 135 kW (184 PS) angegeben, was eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8.9 Sekunden ermöglicht. 

Topvariante (Comfort/Design): Das leistungsstärkere Modell ist mit einem 160 kW (215 PS) starken Elektromotor und einer grösseren 15.87 kWh LFP-Blade-Batterie ausgestattet. Die kombinierte Systemleistung beträgt 156 kW (212 PS), was eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8.5 Sekunden ermöglicht.  

Design, Innenraum und Ausstattung

Das Design des Seal 6 DM-i Touring wurde unter der Leitung von Wolfgang Egger entwickelt und folgt der Designsprache der BYD «Ocean Series». Die Karosserie zeichnet sich durch fliessende Linien, eine geschlossene Frontpartie und ein durchgehendes Leuchtband am Heck aus.

BYD_Seal_06_DM-i_wagon
Die stromlinienförmigen Scheinwerfer erinnern entfernt an die Augen eines Meerestiers. - Wikipedia

Der Kombi hat eine Länge von 4850 mm, eine Breite von 1890 mm und eine Höhe von 1505 mm bei einem Radstand von 2790 mm. Die Karosserie wirkt elegant und aerodynamisch.

Markteinführung und Verfügbarkeit

Der BYD Seal 06 DM-i wurde erstmals auf der Auto China im April 2024 vorgestellt und kam in China am 28. Mai 2024 auf den Markt.

Der Kombi wurde separat im April 2025 auf der Shanghai Auto Show enthüllt und am 4. Juli 2025 in China eingeführt. In Europa, einschliesslich der Schweiz, wird der Rollout für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet.

Kommentare

User #4030 (nicht angemeldet)

Der Druck zu Elektroautos ist nur politi- scher Aktionismus. Dort hat aber bis heute noch niemand das Ausmass an Umweltzerstörung bedacht, dass die Gewinnung der Rohstoffe für die Batterien mit sich bringt. In Chile vertrocknen ganze Landstriche, weil man so viel Wasser braucht, um das Lithium auszuwaschen, und im Kongo kratzen die Kinder unter menschenunwürdigsten Bedingungen das Kobalt aus den Bergen. Aber das will von den e-Auto-Fans niemand wissen. Da herrscht das Prinzip Hoffnung, dass irgendwann jemand die Batterie erfindet, die die Umwelt nicht belastet und dass man Batterien auch echt recyceln kann. Aber die Realität ist LEIDER genau das Gegenteil!

User #5875 (nicht angemeldet)

Neue LFP und NMC Akkus - mit immer günstigeren Preisen, noch besserer Nachhaltigkeit, deutlich höheren Energiedichten und mit enormer Lebensdauer lassen Verbrenner mittlerweile uralt ausschauen. Als ob nicht genug: Toyota hat den Durchbruch von Solid-State Akkus in Zusammenarbeit mit Quantum Scape verkündet, welche trotz geringerem Gewicht Reichweiten bis zu 1500 Kilometer Reichweite erreichen sollen - mehr wie jeder Diesel! Aber auch Hybride Antriebe werden darum immer mehr aus dem Markt verschwinden.

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