China-Riese BYD startet Fertigung in Europa

Daniel Huber
Daniel Huber

Bern,

Die Karten auf dem europäischen Automarkt werden neu gemischt. BYD startet die lokale Produktion und setzt etablierte Hersteller damit unter Druck.

BYD
Lokale Strategie: Die geplante BYD-Fabrik in Ungarn ist ein Schlüssel zur Umgehung möglicher Importzölle. (Im Bild: Der Firmensitz von BYD in Budapest) - BYD

Der Blick auf die Schweizer Strassen zeigt immer häufiger neue Embleme auf den Kühlergrills. Asiatische Hersteller drängen mit innovativer Batterietechnik in den Markt und fordern die Platzhirsche heraus.

Bisher kamen diese Fahrzeuge den weiten Weg per Schiff aus Fernost zu uns. Das ändert sich nun grundlegend durch eine strategische Entscheidung des chinesischen Branchenriesen.

BYD Atto 3
Modell Atto 3: Der BYD Atto 3, ein kompaktes E-SUV, ist eines der Modelle, das künftig direkt für den europäischen Markt vom Band laufen soll. - BYD

BYD verkürzt seine Lieferketten massiv und baut eine eigene Fertigung auf. Damit rückt die Produktion direkt vor die Haustür.

Made in Europe: Strategischer Schachzug in Ungarn

Das neue Werk entsteht im ungarischen Szeged und steht kurz vor der Inbetriebnahme. Dort rollen planmässig ab Ende 2025 die ersten Fahrzeuge für den europäischen Markt vom Band.

Dies ist ein taktisch kluger Schritt gegen mögliche EU-Strafzölle auf chinesische Importe. BYD umgeht so elegant Handelsbarrieren und sichert sich entscheidende Preisvorteile.

BYD Dolphin
Kompaktklasse: Der hier geplante BYD Dolphin gehört zur «Ocean Series» und soll durch sein von Meerestieren inspiriertes Design überzeugen. - BYD

Die Fabrik schafft tausende Arbeitsplätze mitten in Europa und stärkt die lokale Wirtschaft. Gleichzeitig sinkt der CO2-Fussabdruck der Flotte durch den Wegfall der langen Schiffsreise drastisch.

Fokus auf kompakte Bestseller

Zuerst fokussiert sich der Hersteller auf das volumenstarke und beliebte Kompaktsegment. Der BYD Dolphin und der Atto 3 machen den Anfang in der ungarischen Fertigung.

Diese Modelle zielen direkt auf die Konkurrenz von Volkswagen, Renault und anderen europäischen Marken. Sie bieten moderne Technik und gute Ausstattung zu einem aggressiven Preis-Leistungs-Verhältnis an.

Europa im Härtetest: Wie BYD den Automarkt herausfordert

Besonders der Atto 3 hat sich in der Schweiz bereits eine treue Fanbasis erobert. Eine lokale Produktion könnte die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Neuwagen spürbar verbessern.

Unabhängigkeit durch vertikale Integration

BYD unterscheidet sich technisch durch eine in der Branche seltene Fertigungstiefe. Sie produzieren fast alle Komponenten inklusive der Halbleiter und Steuergeräte selbst.

Herzstück bleibt die extrem sichere, kobaltfreie und langlebige Blade-Batterie. Diese Technologie gilt in der Fachwelt als besonders platzsparend und effizient.

BYD Blade Batterie
Technologie: Auch im ungarischen Werk wird die berühmte «Blade Battery» verbaut, die als besonders sicher und langlebig gilt. - BYD

Durch die europäische Fertigung reagiert der Konzern nun schneller auf hiesige Kundenwünsche. Eventuelle Anpassungen lassen sich so zügiger umsetzen.

Vorteile für den Schweizer Markt

Für Konsumenten in der Schweiz bedeutet dieser Schritt voraussichtlich stabilere Preise. Währungsschwankungen und hohe Transportkosten fallen als preistreibende Faktoren zunehmend weg.

Die etablierten europäischen Autobauer müssen sich im Wettbewerb warm anziehen. Der Konkurrenzkampf im Segment der erschwinglichen Elektroautos verschärft sich dadurch deutlich.

Vorteile ergeben sich am Ende für den Endkunden durch mehr Auswahl und Innovation. Der Markt für Elektromobilität erhält durch die lokale Fertigung neuen Schwung.

Kommentare

User #2700 (nicht angemeldet)

Eigentlich schlau von den Ungarn. Das gibt zusätzliche Einnahmen und recht erschwingliche Autos für das einfache Volk. Hehehe. LOL.

User #5278 (nicht angemeldet)

Diese Lage ist vor Petroheads aus der Automobilbranche und Politik zu verdanken. Spätestens vor 10 Jahren, als Tesla zeigte, dass E-Autos die Zukunft sein werden, hätte man erkennen müssen wohin die Reise geht. Aber nein man hat die Chinesen mit ihrer Innivationskraft still und leise ignoriert, oder sogar klein geredet. Ja, man hat sogar LFP-Akku Patente an sie verscherbelt, was daraus geowrden ist, sehen wir nun. Auch die ganzen Rohstoffe, welche für E-Autos gebraucht werden, hat man dem Chinesischen Staat überlassen. Und nun kommt nicht und jammert über die Chinesen, denn das ist auch hausgemacht. Ob Europa nun noch die Wende schafft, hoffe ich, habe aber meine Zweifel, wenn man diesen Dickschädeln von Petroheads zuhört.

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