Blackout

    Blackout: Autonome Zukunft im Stillstand

    Daniel Huber
    Daniel Huber

    Bern,

    San Francisco: Die Programmierung, bei Gefahr zu stoppen, ist eigentlich ein Schutzmechanismus. Im Falle eines Blackouts wird sie aber selbst zur Gefahr.

    Waymo
    Konnektivitäts-Falle: Ohne Cloud-Anbindung schalten viele autonome Fahrzeuge in einen Sicherheitsmodus, der sie «einfrieren lässt, statt sie kontrolliert an den Rand zu fahren. (Symbolbild) - Waymo

    In San Francisco wurde dieses beklemmende Szenario nach einem lokalen Stromausfall bereits zur Realität. Dutzende fahrerlose Taxis verharrten wie eingefrorene Statuen auf den belebtesten Kreuzungen der Stadt.

    Hintergrund: Die hochgelobte künstliche Intelligenz benötigt für komplexe Entscheidungen eine stabile Cloud-Anbindung. Ohne konstanten Datenfluss verwandeln sich diese Hightech-Gefährte in tonnenschwere, unbewegliche Hindernisse.

    Die fatale Abhängigkeit von der digitalen Nabelschnur

    Moderne Robotaxis hängen an einem seidenen Faden aus elektrischer Energie und permanenten Datenströmen. Fällt das Mobilfunknetz aus oder bricht die Stromversorgung zusammen, verlieren die Fahrzeuge ihre übergeordnete Orientierung im urbanen Raum.

    Waymo
    Rundumblick: Die markante «Kuppel» auf dem Dach eines Waymo bietet eine lückenlose 360-Grad-Sicht und erkennt Objekte in bis zu 300 Metern Entfernung. - Waymo

    Zwar erfassen lokale Sensoren die unmittelbare Umgebung, doch für die Bewältigung unvorhersehbarer Situationen reicht das oft nicht aus. In solchen Fällen verharren autonome Fahrzeuge in einer Warteschleife und hoffen auf Befehle aus der Firmenzentrale.

    Bleibt dieses Signal aus, greifen die programmierten Sicherheitsmechanismen: Der Wagen stoppt unverzüglich. Das Problem: So blockieren sie wichtige Fluchtwege für Blaulichtorganisationen und behindern den restlichen, menschlich gesteuerten Verkehr massiv.

    KI frisst Strom und braucht Rechenpower

    Hochentwickelte Algorithmen verarbeiten in jeder Millisekunde gigantische Datenmengen von Kameras, Radar und Lidar-Systemen. Dieser Prozess verschlingt weit mehr Energie als herkömmliche Assistenzsysteme.

    Die Rechenzentren im Hintergrund fungieren dabei als zentrales Gehirn der Flotte. Ein grossflächiger Stromausfall kappt die essenzielle Verbindung zwischen diesem digitalen Hirn und dem physischen Fahrzeug.

    Stromverbrauch
    Rechenintensive Abfragen: Eine einzelne ChatGPT-Anfrage verbraucht schätzungsweise das Zehnfache an Strom im Vergleich zu einer herkömmlichen Google-Suche. - Infosperber (Screenshot)

    Derzeit können selbst modernste KI-Modelle bei einem Kommunikationsabriss nicht sicher eigenständig manövrieren. Die extreme Abhängigkeit von lückenloser Energie und Konnektivität entwickelt sich so zu einem kritischen Risiko für die öffentliche Sicherheit.

    Lehren für die Mobilität in Schweizer Städten

    Auch Schweizer Städte wie Zürich oder Genf planen intensiv die Integration autonomer Mobilitätslösungen. Dabei muss die Ausfallsicherheit zwingend eine höhere Priorität geniessen als die reine Effizienz.

    Spezielle autarke Notlaufsysteme könnten das Verkehrschaos bei einem Stromausfall künftig verhindern. Die Fahrzeuge der nächsten Generation benötigen deutlich mehr «Edge Intelligence» – also lokale Intelligenz an Bord statt einer totalen Cloud-Abhängigkeit.

    Sicherheits-Stopp: Während menschliche Fahrer bei Ampelausfall die Rechts-vor-Links-Regel nutzen, wählen KI-Systeme oft den Stillstand, um Kollisionen zu vermeiden.

    Nur eine dezentrale Systemstruktur schützt unsere urbane Infrastruktur langfristig vor einem gefährlichen Stillstand. Experten fordern zudem den Ausbau robusterer Stromnetze, um die steigende Last elektrischer Flotten sicher abzufangen.

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    Kommentare

    User #1154 (nicht angemeldet)

    KI-generierte Viren: Erstmals hat eine KI Baupläne für neue Viren generiert, die im Labor lebensfähig waren. Forschende hoffen auf Fortschritte für mögliche Therapien gegen Krebs und Antibiotikaresistenzen. Sicherheitsexperten machen die KI-Viren Sorgen.

    User #1131 (nicht angemeldet)

    Eine aktuelle US-Vergleichsdatenanalyse zeigt auf, dass Verbrenner mit etwa 1.529 Bränden pro 100.000 Fahrzeugen deutlich häufiger brennen als Elektroautos, die nur rund 25 Brände pro 100.000 Fahrzeuge verzeichnen. Die Schwedische Statistik relativiert diesen Unterschied jedoch und gibt an, dass Verbrenner lediglich 50-mal häufiger brennen als Elektroautos.

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