Sponsoren von Swiss-Ski wollten Rennen in Crans-Montana absagen
Am Wochenende macht der Weltcup in Crans-Montana Halt. Nach der Brandkatastrophe an Neujahr stand eine Absage im Raum – auch bei den Sponsoren.

Das Wichtigste in Kürze
- Swiss-Ski wurde von seinen Sponsoren aufgefordert, die Crans-Montana-Rennen zu überdenken.
- Sunrise, BKW, Raiffeisen und Helvetia hatten «starken» Zweifel.
- Die Sponsoren verzichten auf kommerzielle Botschaften auf ihren Werbeflächen.
Vier Wochen nach der Brandkatastrophe mit 40 Toten und 116 Verletzten in Crans-Montana ist der Ski-Weltcup zu Gast.
Die Frauen bestreiten am Freitag eine Abfahrt und am Samstag einen Super-G. Bei den Männern steht am Sonntag eine Abfahrt auf dem Programm.

Die schlimmen Ereignisse an Neujahr liessen an der Durchführung der Speed-Rennen Zweifel aufkommen. So auch bei den grossen Sponsoren von Swiss-Ski, die sich Mitte Januar mit einem Brief an die Organisatoren wandten. Das berichtet die «NZZ».
Sponsoren hatten «starken» Zweifel
Das Schreiben richtete sich konkret an Swiss-Ski, das Organisationskomitee der Rennen in Crans-Montana und den Ski-Weltverband FIS. Unterzeichnet wurde es von Hauptsponsor Sunrise und den Premium-Sponsoren BKW, Raiffeisen und Helvetia.
Jene vier Sponsoren hatten demnach «starken» Zweifel an der Durchführung der Weltcup-Rennen. Sie hinterfragten, ob es «das richtige Zeichen» sei.

Weiter schrieben die Sponsoren, man könne sich ein Skifest nur Wochen nach der Brandkatastrophe nicht vorstellen. Es sei wohl «noch nicht der Zeitpunkt», dass die Rennen in Crans-Montana und anderswo wieder «Freude und Optimismus» auslösen können.
Die Sponsoren baten deshalb gemeinschaftlich darum, «eine Absage der FIS-Weltcup-Rennen in Crans-Montana zu prüfen». Im Falle der Durchführung würden sie ihren Engagements nachkommen, die Werbeflächen aber nicht für kommerzielle Botschaften nutzen.
Der Brief stammt vom 13. Januar. Drei Tage später gaben die Organisatoren bekannt, dass die Rennen stattfinden.
«Zeichen nach vorne»
OK-Mitglied Daniel Bollinger sagt gegenüber der «NZZ», dass sich auch die Organisatoren nach der Katastrophe mit einer Absage befasst haben. Doch der Entscheid fiel auf die Durchführung. Man wolle «ein Zeichen nach vorne» setzen.
Ein Faktor sei auch gewesen, dass die Rennen dieses Jahr als Hauptprobe für die WM 2027 gelten. Priorität habe diese Tatsache aber nicht gehabt.

Bolliger ist der Meinung, «auch schöne Gefühle wie Freude oder das Mitfiebern mit Sportlerinnen und Sportlern müssen wieder Raum bekommen, auch hier in Crans-Montana». Trotzdem stehe das Event im Zeichen der Brandkatastrophe.
Das Rahmenprogramm wurde im Vorfeld massiv eingeschränkt. Partys finden keine statt, auch eine Startnummernauslosung oder Siegerehrung gibt es nicht.
Trotz allem sind viele Ski-Fans zu erwarten: Alle 6600 Tickets für die Abfahrt der Männer am Sonntag sind weg.
Von einem Stadionspeaker angeheizt wird die Menge aber nicht.















